80-Millionen-Mann gegen Köln FC Bayern: Noch ist Lucas Hernández der Schwachpunkt in der Abwehr

, aktualisiert am 18.02.2020 - 10:05 Uhr
Einer der Schwachpunkte in der Bayern-Defensive gegen Köln: Innenverteidiger Lucas Hernández, hier gegen Jhon Córdoba. Foto: imago

Boateng und Pavard sind gegen Paderborn gesperrt. Das Experiment mit den beiden Linksfüßen Alaba und Hernández gegen Köln läuft suboptimal. "In unserem Spiel war nicht mehr so viel Spielfluss".

 

München - Immer mehr, immer intensiver. Für Lucas Hernández war die öffentliche Trainingseinheit der Bayern am Montagvormittag an der Säbener Straße ein weiterer Belastungstest. Erst die 45 Minuten, die zweite Halbzeit beim 4:1 in Köln, tags darauf ein knackiges Training mit den Reservisten. Steigerungsläufe standen an für Philippe Coutinho, nicht mal eingewechselt in Köln, und die anderen. Hernández ging ein wenig früher in die Kabine.

Das Startelf-Comeback des Franzosen steht unmittelbar bevor: Am Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Paderborn. Der Aufbauplan des 24-Jährigen sah solch einen Einsatz nur bedingt vor, aber nun ist Hernández, der sich Mitte Oktober einen Innenbandriss am Sprunggelenk zugezogen hatte, fast voll belastbar.

In Köln: Hernández ein Schwachpunkt der Defensive

Außerdem wird der Innenverteidiger gegen den Aufsteiger dringend gebraucht, da Jérôme Boateng und Benjamin Pavard jeweils ihre fünfte Gelbe Karte erhielten und am Freitag gesperrt sind. Trainer Hansi Flick muss seine Viererkette umbauen – und das vier Tage vor dem so wichtigen Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League beim FC Chelsea.

Real-Leihgabe Álvaro Odriozola, bislang unter dem Radar, weil nur mit einem Kurzeinsatz im Pokal gegen Hoffenheim, dürfte sein Liga-Debüt feiern. Für den Rechtsverteidiger aus der spanischen Hauptstadt eine kleine Bühne, immerhin. Hernández wird, wie nach der Pause in Köln, Boateng ersetzen, neben ihm Kettenchef David Alaba, der anders als gegen RB Leipzig (0:0) seinen mittlerweile angestammten Platz links in der Abwehrmitte einnahm. So hat Hernández, wie Alaba Linksfuß, den schwierigeren Part. Was gegen Köln zu sehen war, als nachlässige Bayern zu viel zuließen und Weltmeister Hernández ein Schwachpunkt der Defensive war.

Neuer nicht zufrieden mit Doppel-Linksfüßern

"Für den Lucas war es nicht einfach. Seine Stammposition ist der linke Innenverteidiger, also ist es nicht leicht für ihn – das weiß jeder", verteidigte ihn Torhüter Manuel Neuer, der als weitere Schutzmaßnahme ein Lob parat hatte: "Als er gegen RB reingekommen ist, hat er es gut gemacht und Ruhe reingebracht, eine tolle Leistung gezeigt." Die zweite Halbzeit in Köln sei "ein Test für Spiele wie gegen Chelsea" gewesen, "ob man so ein Modell dann auch spielen kann". Der 3:0-Halbzeitstand brachte die Gelegenheit dazu. Neuer: "Es gibt mehrere Varianten, eine haben wir in der zweiten Halbzeit mal ausprobiert – und dann muss man auch ehrlich sein."

Den Nachsatz nuschelte der Kapitän etwas weg, die versteckte Botschaft lautete, dass er mit der Variante der doppelten Linksfüßer im Zentrum (dazu kommt auch noch Linksverteidiger Alphonso Davies) nicht besonders glücklich ist.

Boateng gegen Chelsea vermutlich gesetzt

Der Leistungs- und Spannungsabfall ging von der Defensive aus. Neuer betonte, dass "es im Aufbau nicht so leicht war mit zwei Innenverteidigern, die über den linken Fuß kommen. Dann mussten wir mehr und mehr lange Bälle schlagen, in unserem Spiel war nicht mehr so viel Spielfluss." Ergo: "Die Stafetten gingen meist nicht mehr über fünf Pässe hinaus, dann hat es Köln auch besser gemacht als in der ersten Halbzeit."

Heißt: Gegen Chelsea dürfte Rechtsfuß Boateng in der Abwehrmitte neben Alaba gesetzt sein. Dass man sich durch die Sperren gegen Paderborn am Freitag mit der Viererkette nicht einspielen könne, sei "kein Problem", hofft Neuer und ließ auch mit folgender Aussage tief blicken, welche Formation er für den Champions-League-Kracher favorisiert: "Wir haben uns in der ersten Halbzeit eingespielt." Mit Pavard, Boateng, Alaba und Davies. Das Experiment mit den drei Linken ist vorerst gescheitert, am Freitag gilt es, aus der Not eine Tugend zu machen.

Lesen Sie hier: Alternativlose Bayern-Defensive gegen den SC Paderborn

 

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