TSV 1860: Sind die Neulöwen das entscheidende Puzzleteil zum Aufstieg?

Nach dem Beinahe-Aufstieg in der Vorsaison will der TSV 1860 nun endlich den letzten Schritt in Richtung Zweitliga-Rückkehr machen. Die Neuzugänge machen den Kader breiter und sorgen für Variabilität – das entscheidende Puzzleteil zum Aufstieg?
| Bernhard Lackner
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
5  Kommentare Artikel empfehlen
Michael Köllner will in dieser Saison mit dem TSV 1860 in die 2. Bundesliga.
Michael Köllner will in dieser Saison mit dem TSV 1860 in die 2. Bundesliga. © IMAGO / MIS

München - Erst Zwölfter, dann Achter, dann Vierter: Seit dem Aufstieg in die 3. Liga vor drei Jahren hat sich die Mannschaft des TSV 1860 kontinuierlich weiterentwickelt. In der abgelaufenen Saison begeisterte die Mannschaft von Trainer Michael Köllner mit teils spektakulärem Offensivfußball und stellte mit 69 Treffern den torgefährlichsten Angriff der Liga – lediglich 35 Gegentore stellten ebenfalls einen Top-Wert dar. Nur wo setzt man nach so einer Saison an, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen?

Die sportliche Führung der Sechzger scheint in ihrer Saisonanalyse unter anderem in der Variabilität einen Ansatzpunkt gefunden zu haben. Nachdem die Löwen in der abgelaufenen Saison weitgehend auf Formationen mit Viererkette beschränkt waren, testete Köllner in der Vorbereitung unter anderem ein System mit Fünferkette. Eine zusätzliche Alternative, die in der kommenden Spielzeit immer wieder zur Aufführung kommen dürfte.

Löwen-Neuzugänge: Goden bringt Speed - Deichmann überzeugt auf rechts

Auch die drei Sommer-Neuzugänge sorgen für zusätzliche Flexibilität im Spiel der Löwen. So kann etwa Kevin Goden auf dem rechten Flügel sowohl die offensive als auch die defensive Position bekleiden und bringt dank seiner enormen Schnelligkeit - laut eigener Aussage schafft er die 100 Meter in unter elf Sekunden - mehr Tempo ins Spiel. Für ein System mit Dreier-/Fünferkette scheint Goden wie gemacht.

"Uns ist aufgefallen, dass uns auf bestimmten Positionen einfach die Geschwindigkeit fehlt, um auch mal überraschend etwas schnelles im Spiel zu kreieren und nicht erst nach 35 Pässen zum Tor zu kommen", meinte Köllner zuletzt und bezeichnete Goden "sowohl nach vorne als auch nach hinten" als "enormen Wertzuwachs".

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Mangels Wettkampfpraxis fehlt dem 22-Jährigen aber noch die Fitness, auch beim abschließenden Testspiel im Trainingslager gegen Austria Klagenfurt (2:1) war er nicht mit dabei. Dafür durfte sich ein anderer Neuzugang auf ungewohnter Position ausprobieren: Yannick Deichmann.

Der gelernte Mittelfeldspieler, der im Sommer vom VfL Lübeck verpflichtet wurde, spielte gegen Klagenfurt als Rechtsverteidiger und fand sich bemerkenswert gut zurecht, wie auch Köllner konstatiert. "Yannick hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht, hat sowohl Szenenapplaus für offensive wie für defensive Aktionen bekommen. Das ist natürlich ein großes Kompliment von den Fans", meinte der Oberpfälzer nach der Partie. Aufgrund der Verletzung von Stamm-Rechtsverteidiger Marius Willsch, der mit einer hartnäckigen Schambeinentzündung zu kämpfen hat, eine wichtige Erkenntnis!

Gorenzel: Dressel kann auch in einer Dreierkette spielen

Auch sonst bietet der im Vergleich zur Vorsaison deutlich breiter aufgestellte Kader der Löwen dank der Variabilität der Spieler einiges an Optionen. So kann etwa Quirin Moll, dessen Vertrag erst im Juni verlängert wurde, sowohl im defensiven Mittelfeld als auch im Abwehrzentrum spielen, was eine Systemanpassung im laufenden Spiel deutlich erleichtert.

Selbiges gilt für den von Darmstadt 98 umworbenen Dennis Dressel, den die Löwen unbedingt über den Sommer hinaus halten wollen. Dass die vielzitierte "Schmerzgrenze" mit 500.000 Euro laut Sportchef Günther Gorenzel absichtlich "unrealistisch hoch" angesetzt wurde, liegt auch und vor allem an seiner Vielseitigkeit.

Sportchef Günther Gorenzel lobt die Neuzugänge wie Marcel Bär, erklärt das Veto bei Dennis Dressel und fordert die Unverbesserlichen auf, die Gesänge gegen Hasan Ismaik endlich einzustellen.
Sportchef Günther Gorenzel lobt die Neuzugänge wie Marcel Bär, erklärt das Veto bei Dennis Dressel und fordert die Unverbesserlichen auf, die Gesänge gegen Hasan Ismaik endlich einzustellen. © sampics/Augenklick

"In meinen Augen kann Dennis drei Positionen spielen: Auf der Sechs, auf der Acht und auch hinten in einer Dreierkette, sofern wir in einer spielen wollen. Würden wir auf dem Markt nach einem solchen Spieler suchen, dann würde er enorm viel Geld kosten", erklärte der Österreicher im Trainingslager in Windischgarsten.

Köllner: 1860 hat mit Bär "einen richtig guten Fang gemacht"

Auch im Angriff hat Sechzig im Vergleich zur Vorsaison an Variabilität dazugewonnen. Neben Sturmtank Sascha Mölders als klassischem Mittelstürmer und dem umtriebigen Stefan Lex findet sich in Marcel Bär ein neuer Stürmertyp im Kader der Löwen. Der 29-Jährige, der von Eintracht Braunschweig verpflichtet wurde, besticht mit seiner Antrittsstärke und einem enormen Zug zum Tor. "Mit Marcel Bär haben wir einen extrem geradlinigen, schnellen Abschlussspieler gefunden", meinte Köllner zuletzt.

Dass er den Löwen weiterhelfen kann, stellte Bär erst zuletzt mit einem Doppelpack innerhalb weniger Minuten im Testspiel gegen Klagenfurt unter Beweis. "Man hat schon im ersten Spiel gegen Heimstetten gesehen, dass wir mit Marcel einen richtig guten Fang gemacht haben. Aber du musst es als Stürmer immer wieder mit Toren belegen. Das ist ihm heute gelungen", freute sich Köllner für seinen Neuzugang.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 5  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
5 Kommentare
Artikel kommentieren