TSV 1860 in Form: Warum es diesmal mit der 2. Liga klappen kann

Wenn die Löwen ihre 33 Punkte aus der Hinrunde wiederholen, wird ihnen der Aufstieg heuer kaum zu nehmen sein. Die AZ erklärt die Gründe, warum es diesmal mit der Zweiten Liga wirklich klappen kann.
| Matthias Eicher
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Der TSV 1860 hat eine bemerkenswerte Hinrunde hinter sich - ist in dieser Saison auch der Aufstieg drin?
Der TSV 1860 hat eine bemerkenswerte Hinrunde hinter sich - ist in dieser Saison auch der Aufstieg drin? © imago images / Lackovic

München - Nein, den Taschenrechner müssen die Löwen-Fans noch nicht rausholen. Doch es ist an der Zeit für ein Fazit. Und eine Hochrechnung: Was, wenn es die Giesinger auch in der Rückserie so gut auf die Kette kriegen?

33 Punkte konnte der TSV 1860 (Rang drei) in der Saison 2020/21 bisher sammeln. "Wenn vor der Saison einer gesagt hätte, wir liegen zwei Punkte hinter dem Tabellenführer, hätten die Leute gesagt: "Jetzt spinnt er! Wenn ich das im August beim Trainingsauftakt verkündet hätte, dann hätte es geheißen: Der hat in der Sommerpause ein paar scharfe Tabletten eingeworfen", sagte Köllner lachend, angesprochen auf Sechzigs phänomenale Hinserie.

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Kann der TSV 1860 die erfolgreiche Hinrunde wiederholen?

Die weiß-blaue Aufstiegsrechnung, sie geht so: Mit einer ähnlich starken Rückserie könnte es reichen. Sechzigs Mission 33. Zum Vergleich: Der FC Bayern II wurde in der Vorsaison mit 65 Punkten Meister, wenngleich die Roten nicht aufsteigen durften. Die beiden Aufsteiger Eintracht Braunschweig und Würzburger Kickers holten jeweils 64 Zähler. Kann nur heißen für Köllner und Co.: Weiter so - die halbe Miete ist eingefahren.

Die AZ zeigt, was die Giesinger so stark macht - und was sie auch in der Rückrunde dem Aufstiegstraum näherbringen soll:

Ein Team, ein Weg: Einen eigenen Vereins- oder Saison-Slogan proklamieren sie heutzutage alle. Doch die besten Sprüche nutzen nichts, werden sie nicht vorgelebt. "Wir müssen auch mal darüber reden, wie wir gefightet haben. Jeder hat sich für den anderen zerrissen", adelt Alpha-Löwe Sascha Mölders sein Rudel. Auch Investor Hasan Ismaik meint: "Die mannschaftliche Geschlossenheit ist der Garant für unser Hoch." Ganz so groß ist der Teamspirit bei den Gesellschaftern vermutlich dann doch nicht.

Aber: Bei 1860 zieht sich die Einigkeit - nach jahrelangen Machtkämpfen und Nebenkriegsschauplätzen - durch alle Bereiche. Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Erfolgsgarant.

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Der TSV 1860 überzeugt offensiv wie defensiv

Tattergreis? Toptorjäger: Fast 36 Jahre alt ist er schon, der Methusalem von Giesings Höhen. Und er liefert, als wäre er zehn Jahre jünger - und würde sich nicht, wie nach dem Ingolstadt-Spiel, sechs Leberkässemmeln reinpfeifen. 13 Buden von Top-Torjäger Mölders und die mit Abstand stärkste Offensive der Liga (38 Tore) sind ein Trumpf im Aufstiegsrennen.

Der Rückhalt: Marco Hiller zeigte zuletzt nicht nur Nehmer-Qualitäten, er ist zum absoluten Leistungsträger gereift. In den letzten fünf Spielen hielt er vier Mal seinen Kasten sauber. Doch auch der Abwehrverbund ist hier zu nennen: Egal, mit welchem Personal: Die drittbeste Defensive stand zumeist stabil, ließ nie mehr als zwei Gegentore zu (insgesamt 19). Köllner: "Wir haben die richtige Balance gefunden."

TSV 1860: Flexibilität als Faustpfand

Mensch und Trainer Köllner: Die Qualitäten des Oberpfälzers waren schon vor der Saison bekannt. Er hat sie nun erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Fachlich an der Seitenlinie, menschlich im Umgang mit Team wie Umfeld. Unvorstellbar, wie er nach dem Tode seines Vaters still leiden musste. Zum Wohle von 1860 sagte er kein Wort - und coachte sein Team zum Derbysieg.

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Sechzigs Allrounder: Rechtsverteidiger, Innenverteidiger, Abräumer, Achter: Daniel Wein ist das Musterbeispiel für den Weg der Sechzger, statt eines doppelt besetzten Kaders auf Vielseitigkeit zu bauen. Auch Quirin Moll, Dennis Erdmann, Fabian Greilinger und Stefan Lex zählen zu den Flexi-Löwen. Neuzugang Merveille Biankadi passt bestens in dieses Raster.

Willsch: Die Fans "dürfen ruhig träumen - wir arbeiten ruhig weiter"

Erfolgreiche Junglöwen-Produktion: Schon vor der Saison Dennis Dressel, jetzt zauberte 1860 einen Lorenz Knöferl aus dem Hut. Ganz zu schweigen von diesem Semi Belkahia: anderthalb Jahre lang kein Startelf-Einsatz, jetzt fieselt er Drittliga-Topspieler ab. Fazit: Die Junglöwen-Produktion läuft.

Rechnet 1860 also schon? Nein, sagt Marius Willsch: "Es ist noch keiner nach der Hinrunde aufgestiegen." Die Fans dürften "ruhig träumen - wir arbeiten ruhig weiter."

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