TSV 1860 gegen Türkgücü: Stolperstein Zeltdach?

Bei der Rückkehr ins Olympiastadion hat Sechzig viel zu verlieren: Eine Niederlage im Derby würde die Aufstiegsträume doch arg torpedieren. Vorteil für die Löwen: Türkgücü-Star Sercan Sararer fällt aus.
| Matthias Eicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
5  Kommentare Artikel empfehlen
Hello again! 16 Jahre nach dem Abschied der Löwen aus dem "Oly" gegen den 1. FC Köln (0:0) steht nun die Rückkehr an.
Hello again! 16 Jahre nach dem Abschied der Löwen aus dem "Oly" gegen den 1. FC Köln (0:0) steht nun die Rückkehr an. © Stefan Matzke / sampics

München - Es ist der Ort, an dem Sechzig im Jahr 2000 gegen Leeds United an die zur Tür der Königsklasse klopfte. An dem sich ein gewisser Francis Kioyo ins Gedächtnis der Fans einbrannte.

TSV 1860-Trainer Köllner hat im Olympiastadion sein erstes Fußballspiel gesehen

Fast 30 Jahre lang trugen die Löwen ihre Heimspiele hier aus, krachende Derbys gegen die großen Bayern inklusive. Nach 16 Jahren kommt es zur Rückkehr. Das Derby am Samstag (um 14 Uhr im AZ-Liveticker) gegen Türkgücü ist für den TSV 1860 eine Reise in die Vergangenheit - ins Olympiastadion.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

"Dort sind schon viele Schlachten geschlagen worden, dort wurde ein Weltmeister gekürt", sagte Löwen-Trainer Michael Köllner über das "Auswärtsspiel" in jener Spielstätte, in der Deutschland im WM-Finale 1974 die Niederlande besiegte (2:1). Auch für Köllner ist das "Oly" ein geschichtsträchtiger Ort: "Dort habe ich mein erstes Spiel gesehen, Bayern gegen Köln.

"Mein Dad war damals Lokführer und ich durfte kostenlos zum Spiel fahren - und zum Oktoberfest!", erzählte Köllner, der zudem bei "richtig geilen Konzerten" legendärer Bands wie den "Rolling Stones" und "U2" gewesen ist. Und: "Als DFB-Juniorentrainer waren wir beim Champions Cup dabei. Leider haben wir das Finale gegen die USA verloren."

Derby gegen Türkgücü: Sechzger freuen sich auf das Spiel

Auf Sechzig wartet auch ein Endspiel, eines von sieben Drittliga-Endspielen um den Aufstieg. Von daher gilt: Türkgücü soll nicht zum Stolperstein unter dem Zeltdach werden. "Wir freuen uns alle darauf und wollen drei Punkte holen. Wir haben einen richtig guten Lauf", meinte Köllner über seine viertplatzierten Sechzger.

Doch die müssen aufpassen, dass alle schlechten Dinge nicht drei werden: Nach dem 2:2 im Liga-Hinspiel und dem 0:1-Pokal-Aus darf sich Sechzig keine Pleite leisten, soll der Rückstand von vier Zählern auf die Ränge zwei und drei weiter schmelzen - am besten auch kein Remis, so wie übrigens auch im letzten Oly-Spiel im März 2005 gegen den 1. FC Köln (0:0).

1860-Coach Köllner: "Wir sind die offensivstärkste Mannschaft"

Deutlich wurde der Oberpfälzer, als er auf Sechzigs bisher vollbrachte Leistungen einging: "Wir spielen eine richtig gute Saison. Wir sind die offensivstärkste Mannschaft, stehen defensiv gut."

Das sei angesichts der geringeren Möglichkeiten der Giesinger im Vergleich zum Spitzentrio "außergewöhnlich", doch er hatte noch nicht fertig mit seiner Auflistung: "Wir haben mit Lorenz Knöferl den jüngsten Torschützen des Vereins hervorgebracht, mit Niki Lang und Semi Belkahia die jüngste Innenverteidigung auflaufen lassen. Wenn mir das alles vor der Saison einer gesagt hätte, hätte man mich nicht zwicken müssen - sondern das Messer in den Arm rammen."

Einsatz von Türkgücü-Spielmacher Sararer fast ausgeschlossen

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny will sich gar nicht ausmalen, hätte dieses Duell vor Zuschauern stattfinden können. "Ich bin da zum einen traurig, weil die Kasse leer bleibt. Zum größeren Teil aber wegen der Emotionen, die so ein Derby vor vollen Rängen hervorrufen würde", meinte Kothny, der mit 30.000 Zuschauern gerechnet hätte: "Von daher - und das sage ich mit einem Augenzwinkern - hoffen wir, dass das Derby nächste Saison vor Zuschauern im Oly steigt." Eine kleine Stichelei, denn das würde ja bedeuten: 1860 bleibt drittklassig.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

An der Personal-Front will Köllner den Ausfall von Phillipp Steinhart (Gelb-Sperre) mit Junglöwe Maxim Gresler oder einer Systemumstellung auffangen. Beim Kontrahenten wiegen die Verletzungssorgen schwerer: Laut Trainer Serdar Dayat fällt Torjäger Petar Sliskovic aus, nach AZ-Informationen ist der Einsatz von Spielmacher Sercan Sararer so gut wie ausgeschlossen.

Kurios: Ex-Löwe Aaron Berzel ist aufs Abstellgleis geraten. Die Vorzeichen stehen also gar nicht so schlecht, dass die Sechzger die Hürde Türkgücü überspringen - und auch nach ihrem Ausflug in den Olympiapark weiterträumen dürfen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 5  Kommentare – mitdiskutieren Artikel empfehlen
5 Kommentare
Artikel kommentieren