TSV 1860: Ein Wochenende mit zwei Stichen ins Löwenherz

Schwarzes Wochenende für die Sechzger: Niemann wechselt nach AZ-Informationen ablösefrei zum designierten Bundesligisten Bielefeld – und Köllner liegt mit seiner Taktik gegen Rostock (0:1) daneben.
| Matthias Eicher
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Stand gegen Eintracht Braunschweig wieder in der Startelf: Noel Niemann.
sampics/Stefan Matzke Stand gegen Eintracht Braunschweig wieder in der Startelf: Noel Niemann.

Er ist der kleinste, jüngste, leichteste – aber schnellste – Löwe im Kader und trug mit zwei Treffern und einem Assist auch maßgeblich zum anfänglichen Höhenflug unter Neu-Trainer Michael Köllner bei. In der selben Windeseile ist Noel Niemann nun aber schon wieder Geschichte bei den Giesingern.

Neuer Verein: Niemann wechselt zu Bielefeld

Stand gegen Eintracht Braunschweig wieder in der Startelf: Noel Niemann.
Stand gegen Eintracht Braunschweig wieder in der Startelf: Noel Niemann. © sampics/Stefan Matzke

Der 20-jährige Offensivspieler wechselt nach AZ-Informationen im Sommer zu Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld. Der Klub von Leih-Löwe Prince Owusu hat Niemann – wie auch Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel – schon vor geraumer Zeit ein Vertragsangebot unterbreitet. Am Freitag schlug der Junglöwe schließlich das Angebot der Sechzger aus und sieht seine Zukunft auf der Alm. Eine offizielle Bestätigung beider Vereine steht allerdings noch aus. Bitter für den TSV: Da der Vertrag des Youngsters Ende Juni ausläuft, geht Niemann ablösefrei und spült den klammen Löwen keinen Cent Ablöse in die leeren Kassen.

Hätten die Löwen Niemann halten können?

Nicht nur deshalb wirft der Abgang Niemanns Fragen auf: Hätte 1860 den gebürtigen Münchner, der im Jahre 2017 vom FC Memmingen gekommen war, halten können? Nach den ersten seiner elf Drittligaspiele der laufenden Saison zeigte sich der aufstrebende Angreifer gesprächsbereit: Niemann hätte sich eine Vertragsverlängerung vorstellen können, "wenn für mich die sportliche Perspektive passt und der Verein mich behalten will", wurde der Nachwuchs-Kicker Ende Januar im Stadionheft der Sechzger zitiert.

Seine starken Leistungen konnte Niemann zuletzt nicht bestätigen, kam zumeist von der Bank. Nach AZ-Informationen sollen Niemann und sein Berater dennoch auf ein verbessertes Angebot der Sechzger gehofft haben.

Zuletzt konnte Gorenzel allerdings aufgrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden stagnierender Kaderplanungen überhaupt keine Verträge unterzeichnen. Just in dieser Phase versetzte Niemann, umworben vom designierten Bundesliga-Aufsteiger, den Fans einen Stich ins Löwen-Herz.

Warum brachte Köllner Mölders erst nach dem Rückstand?

Der zweite Rückschlag ereignete sich auf dem Rasen: Das 0:1 (0:0) am Samstagnachmittag gegen den FC Hansa Rostock durch den Treffer von Pascal Breier (61.) warf die zahnlose Köllner-Elf im Aufstiegsrennen zurück. "Wenn wir verlieren, heißt es: Wir haben es versaut und verspielen den Aufstieg – und wenn wir eins gewinnen, sind wir wieder oben", sagte Stürmer Stefan Lex nach Schlusspfiff verärgert über die ständigen Aufstieg-Rechnungen, gestand aber nach einer uninspirierten Leistung in einem absoluten Kampfspiel, das Rostock per Konter für sich entschied: "Wir hätten nicht verlieren dürfen, weil es gegen einen direkten Konkurrenten ging." Dennoch habe man "noch sechs Spiele" und "da vorne wird sicherlich nicht jede Mannschaft immer gewinnen". Sechzig müsse mit der bestmöglichen Ausbeute aus den 18 noch zu vergebenden Punkten "schauen, was noch möglich" sei.

Fragwürdig erschien Köllners Maßnahme, Sechzigs besten Torjäger und Anführer Sascha Mölders nach abgesessener Gelb-Sperre erst nach dem Rückstand als Joker zu bringen (63.). Köllner sprach von "taktischen Überlegungen", anstelle von Mölders auf Prince Owusu zu setzen: "Es war geplant, dass wenn der Gegner müder wird, Sascha Mölders in der Box den Unterschied ausmachen kann." Ein Plan, der nach hinten losgegangen ist.

Weiteren Hiobsbotschaften können Köllners Löwen mit sportlichem Erfolg begegnen, doch im Hintergrund sollten die Gesellschafter tunlichst Klarheit schaffen – damit nach Efkan Bekiroglu und nun auch Niemann nicht noch weitere Löwen von dannen ziehen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren