Sechzig stellt klar: "All In? Nicht mit uns!"

Während die Konkurrenz im Winter ordentlich nachrüstet, wollen die Löwen im Aufstiegspoker nicht alles auf eine Karte setzen. "Das können wir uns nicht leisten", sagt Coach Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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Der zweite und letzte Neuzugang im Winter: Keanu Staude.
Der zweite und letzte Neuzugang im Winter: Keanu Staude. © imago/Fotostand

München - Türkgücü: Fünf Neuzugänge. Hansa Rostock, Wehen Wiesbaden, Saarbrücken: vier Spieler. Die Verfolger des TSV 1860 haben ganz schön aufgerüstet für den Aufstiegskampf. Und die Löwen?

Mit Merveille Biankadi und Keanu Staude hat der TSV 1860 bekanntlich nur zwei Neue geholt. Winter-Transfer Nummer drei hat sich zerschlagen, weil die Giesinger wohl keine Ablöse für Uerdingens Abräumer Dave Gnaase berappen wollten.

Jetzt nimmt die Sportliche Leitung erstmals Stellung zum Pokerspiel im Aufstiegsrennen. "Wieso sollen wir der Mannschaft das Vertrauen entziehen, die 37 Punkte geholt hat? Wir wollten Martin Pusic und Quirin Moll gezielt ersetzen. Das haben wir getan. Alles Weitere hätte den Etat der nächsten Saison gefährdet", so Günther Gorenzel am Freitag.

Merveille Biankadi war der erste Winter-Neuzugang der Löwen.
Merveille Biankadi war der erste Winter-Neuzugang der Löwen. © imago/Fotostand

Transfers bei 1860: Kein wilder Aktionismus

Eigentlich hätten der Sport- und Trainer Michael Köllner über die Auswärtsreise zum VfB Lübeck referieren sollen. Nach der Spielabsage sprachen sie vielmehr über Sechzigs Transferbilanz. Der Einsatz der Löwen? Maßvoll, ohne wilden Aktionismus.

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Der Österreicher stellte vielsagend, aber ohne frontalen Seitenhieb auf die Rivalen klar: "Wie andere Vereine aufrüsten, damit beschäftigen wir uns nicht." Chefcoach Köllner wurde noch deutlicher. Der TSV unternehme, ohne Almosen bei Geldgeber Ismaik, "alles im Rahmen unserer Möglichkeiten", doch innerhalb engerer Grenzen als der Nachbar mit seinem eigenen Hasan (Türkgücü-Investor Kivran; d. Red.): "Der Verein muss nach wie vor konsolidieren, wir wollen seriös wirtschaften."

Köllner in bester Poker-Sprache: "Wir können uns dabei keine All-In-Geschichten leisten." Andere setzen alles auf eine Karte – 1860 schiebt nicht sein ganzes (Spiel-)Geld in die Mitte.

Und was war da mit Gnaase oder anderen Neuen? Der TSV habe weitere "Gespräche geführt", doch an manchen Spekulationen sei "gar nichts dran" gewesen: "Wen wir unbedingt holen wollten, den haben wir geholt", so Köllner.

Der Wechsel von Dave Gnaase zum TSV 1860 scheiterte.
Der Wechsel von Dave Gnaase zum TSV 1860 scheiterte. © IMAGO / Fotostand

KFC Uerdingen als mahnendes Beispiel

Gerade Gnaases Arbeitgeber Uerdingen sei ein mahnendes Beispiel. "Es ist kein Ruhmesblatt für die Liga und ist sicher nicht optimal, wenn ein Klub Insolvenz anmelden muss", meinte Köllner.

Über die Verlockung, die Aufstiegschancen mit vergleichsweise geringem Aufwand zu verbessern, sagte er: "Wir brauchen Vernunft und können nicht noch drei, vier Spieler holen, sonst geht es uns irgendwann genauso." Man dürfe bei 1860 "nicht ausflippen, nur weil da Zukunftsszenarien mit dem Aufstieg herumgeistern."

Am Ende wäre ja vielleicht auch das gestrige Geburtstagskind Daniel Wein (27) ausgeflippt, hätte man ihm Gnaase vor die Nase gesetzt. Köllner dazu: "Erst einmal: Das ist Profifußball, jeder Spieler muss mit Konkurrenz klarkommen." Ein Stammspieler bei 1860 müsse "sich immer einen Kopf machen", denn: "Wenn er seine Leistung nicht bringt, dann spielt, wie etwa bei Wein, Dennis Erdmann oder Semi Belkahia, ein anderer auf seiner Position."

Dennoch sprach der 51-Jährige seinem Mittelfeldspieler neben Glückwünschen und einem Lob ("Er ist dabei, eine Löwen-Ikone zu werden") sein "vollstes Vertrauen" aus.

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An Neulöwe Staude glaubt man ebenfalls. Die leichten Corona-Symptome des 24-Jährigen seien bereits abgeklungen, ansonsten sei er "in einem sehr guten körperlichen Zustand". Damit das auch so bleibt, hat der TSV den Ex-Bielefelder in seiner Hotelzimmer-Quarantäne mit reichlich Fitnessgeräten eingedeckt. Vielleicht reicht es ja schon für den Kader gegen Rostock (Samstag, 14 Uhr) – einen diesen risikofreudigen Verfolger.

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