Realität in weiß-blau: Köllner will von einer Krise nichts wissen

Die Löwen sind nach der Vertragsauflösung von Stürmer Pusic auf der Suche nach Verstärkungen - und auch einem Erfolgserlebnis. "Ich sehe keine Krise", sagt Trainer Köllner vor dem Mannheim-Spiel.
| Matthias Eicher
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Trainer des TSV 1860: Michael Köllner
Trainer des TSV 1860: Michael Köllner © sampics/Augenklick

München - Nun leih'ma uns an Vedad Ibisevic und dann steing ma auf! So oder so ähnlich dürften sie lauten, die leisen Träume mancher Löwen-Fans in der staden und coronageplagten Zeit. Der Name des langjährigen Erstliga-Profis, nach seinem Aus bei Krisen-Klub Schalke 04 demnächst vereinslos, kann dabei durch einen beliebigen Namen eines hochkarätigen Torjägers ersetzt werden, der die so aussichtsreich gestarteten Sechzger in die Zweite Liga schießt.

Nach der Vertragsauflösung des Angreifers Martin Pusic könnte man problemlos ein gemeinsames Motto finden - sowohl für das Kaliber der Winter-Verstärkung(en), als auch die Aufstiegsambitionen des TSV 1860: Löwen, realistisch bleiben! Die weiß-blaue Wahrheit schaut dann doch ein bisserl anders aus. "Wir müssen einen Ersatz für Pusic finden, der machbar und umsetzbar ist. Wir haben dazu die Mittel seines eingesparten Gehalts zur Verfügung", stellte Sport-Boss Günther Gorenzel am Freitag klar. Eine hohe fünfstellige Summe also, mit der ein zweitklassiger Leih-Löwe drin sein sollte. Gehandelt werden etwa Benjamin Girth (Holstein Kiel) oder Federico Palacios (Jahn Regensburg).

Gorenzel: 1860 in Sachen Etat "im Mitteldrittel" der 3. Liga

Und weitere Winter-Neuzugänge, die Sechzigs Kader durchaus gebrauchen könnte? "Wir haben den Etat im Sommer so angelegt, dass es keine Reserven für den Winter gibt", so Gorenzel.

Damit dürften einige Gedankenblasen platzen. Überhaupt ordnete der Geschäftsführer ein: "Der Spieleretat, der uns aktuell zur Verfügung steht, ist exakt der Etat der letzten Saison." An die vier Millionen Euro also, mit denen 1860 laut Gorenzel "im Mitteldrittel" rangiert und eben nicht ganz oben.

In der Marktwert-Tabelle zählt 1860 sogar zum hinteren Drittel. Verständlich also, weshalb keine vollmundigen Aufstiegsparolen ausgerufen werden.

Womit wir bei der nächsten sportlichen Herausforderung wären und das Mikro an Cheftrainer Michael Köllner weiterreichen. Am Samstag (14 Uhr) kommt Traditionsklub Waldhof Mannheim ins Grünwalder.

Trotz Sieglos-Serie: Köllner bleibt optimistisch

Ohne Ex-Löwe Bernhard Trares, der vor der laufenden Saison aufhörte und jetzt Zweitligist Würzburger Kickers coacht. Aber mit Ex-Löwe und Waldhof-Sportvorstand Jochen Kientz, der 1860 im AZ-Interview starkredete. "Jeder sagt, dass wir ein Aufstiegskandidat und eine Spitzenmannschaft sind", meinte Köllner über die fast wöchentlichen Lobeshymnen des Gegners: "Das sind tolle Worte, aber wie es Gorenzel auch sagt: Was unsere Möglichkeiten betrifft, wird ein anderes Bild gezeichnet."

Köllner kann dennoch nachvollziehen, dass die Messlatte nach dem furiosen Saisonauftakt höher liegt für die Giesinger: "Mir ist bewusst, dass eine gewisse Erwartungshaltung entstanden ist und dass die Dinge dann schnell funktionieren müssen."

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Mit fünf sieglosen Spielen in Serie haben die besagten Dinge zuletzt aber nicht mehr wie gewohnt geklappt. Kein Grund für Köllner, im Vorfeld der Englischen Woche gegen Mannheim, Kaiserslautern (Dienstag) und Wehen Wiesbaden (Freitag) ständig Schwarzmalerei zu betreiben.

TSV 1860 plagen Verletzungsprobleme

"Ich sehe keine Krise. Wenn man fünf Spiele nicht gewinnt, ist das im Profisport nicht toll, weil du immer liefern musst", sagte Köllner: Es sei aber "Normalität, dass mal so eine Phase kommt". Ungut für 1860, dass neben den gesperrten Dennis Dressel und Daniel Wein auch Pusic und noch Johann Djayo (Hüfte) sowie Ahanna Agbowo (Sprunggelenk) verletzt ausfallen. Was den Sechzgern dagegen in die Karten spielt: Waldhof, am Samstag 4:1-Sensationssieger gegen Spitzenreiter Saarbrücken, hat die 0:2-Pleite in Meppen unter der Woche in den Knochen und muss mit Innenverteidiger Jesper Verlaat auf eine wichtige Stütze und mit Arianit Ferati auf seinen zweitbesten Scorer verzichten.

Mit Köllners Vorweihnachts-Wunsch eines Dreiers würde die Realität doch gleich wieder viel besser ausschauen.

 

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