Nur noch Mittelmaß! Der TSV 1860 landet in der Realität

Der TSV 1860 erhofft sich gegen den sieglosen FSV Zwickau einen Befreiungsschlag – und muss den Blick nach einem desaströsen 0:2 nach unten richten.
| Matthias Eicher
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Restlos bedient: die 1860-Profis Richard Neudecker, Quirin Moll, Erik Tallig und Dennis Dressel (v.l.).
Restlos bedient: die 1860-Profis Richard Neudecker, Quirin Moll, Erik Tallig und Dennis Dressel (v.l.). © imago/MIS

München - Das hätten sich Sechzig-Spielmacher Richard Neudecker und seine Löwen gänzlich anders vorgestellt. Am liebsten wären sie nach Schlusspfiff von der Westkurve gefeiert worden. Endlich mal wieder rauf auf den Zaun. Stattdessen mussten sie sich gellende Pfiffe und frustrierte Fan-Sprechchöre anhören.

"Wir wollen Euch kämpfen sehen!", hallte es durch das Grünwalder Stadion

"Wir wollen Euch kämpfen sehen!", hallte es im Heimspiel des TSV 1860 gegen den zuvor sieglosen FSV Zwickau durch das Grünwalder Stadion. Alles schien angerichtet für eine Trotzreaktion auf die angehäuften Unentschieden (fünf an der Zahl, drei in Serie), auf zuletzt durchwachsene Leistungen. Stattdessen setzte es durch die Gegentore von Johan Gomez (25.) und Yannick Möker (63.) eine desaströse Pleite. Kollektiver Frust auf Giesings Höhen! Neuzugang Yannick Deichmann brachte seine Gefühlswelt bei "Magenta Sport" auf eine konsternierte wie derbe Art und Weise auf den Punkt: "Es ist unfassbar scheiße, dass wir wieder mit 0:2 dastehen. Es ist zum Kotzen."

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Fan-Urteil "tut natürlich weh"

"Das tut natürlich weh", meinte Neudecker auf AZ-Nachfrage über das hammerharte Fan-Urteil aus der Kurve: "Wir sind sicher keine Mannschaft, die arrogant oder überheblich auftreten will, sondern wollen da gemeinsam wieder rauskommen."

Cheftrainer Michael Köllner, der sich ebenfalls ziemlich bedient zeigte, meinte: "Natürlich wirkt es dann so für die Fans, wenn wir keine Anspielstationen haben. Das lag auch daran, dass sich Zwickau tief hinten reingestellt hat. Den Ball dann zurückzuspielen sind dann Signale, die keiner sehen will, das will ich auch nicht sehen." Der Oberpfälzer hatte im Vorfeld des Spiels gesprüht vor Optimismus und Kampfgeist, was sich auf seine Elf maximal in der Anfangsphase übertragen hatte.

Richtet sich der Löwen-Blick jetzt nach unten?

Hinterher musste er über die erste Heimpleite seit 230 Tagen urteilen: "Niederlagen fühlen sich nicht besonders toll an, vor allem nach einer solchen Serie. Es ist ein ekelhaftes Gefühl." Umso ekliger die Erkenntnis, dass der TSV mit elf Punkten aus neun Spielen nun schon auf Rang 13 der Tabelle abgerutscht ist. Die Sechzger sind derzeit, so hart es klingt: nur noch Mittelmaß!

Angesichts von nur noch vier Punkten Abstand auf die Abstiegsränge konnte man glatt auf die Idee kommen, nach unten schielen zu müssen – wie etwa vergangene Saison der hochgehandelte 1. FC Kaiserslautern. "Ne", wehrte Neudecker ab auf die Frage, ob er sich bereits Abstiegsängsten hingebe: "Da mache ich mir keine Sorgen." Man stehe schließlich noch "am Anfang der Saison. Hätten wir heute gewonnen, hätten wir wieder nach oben geschaut." Nun gelte es, sich "zusammenzusetzen" und "an den einfachen Dingen" zu arbeiten. Wenn das nur so einfach wäre...

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Neudecker will "auch selbst zu viel"

Neudecker selbst versuchte auf dem Spielfeld vieles, aber mit Ausnahme zweier sehenswerter Freistöße und einigen gelungenen Aktionen blieb auch der Spielgestalter selbst weit unter seinen Möglichkeiten. Der 24-Jährige selbstkritisch: "Ich bin ein kreativer Spieler, manchmal will ich auch selbst zu viel." Dabei gehe das Erfolgsrezept so: "Weniger dribbeln, den Ball einfach annehmen und spielen, zusammen kompakt verteidigen."

Kollege Dennis Dressel war zwar wie Neudecker noch einer der besseren Löwen, doch von einer Leistungsexplosion weit entfernt. "Vielleicht waren wir nicht so zwingend. Unsere Fehler werden halt zur Zeit eiskalt bestraft." Höchste Zeit für die Löwen, dies zu ändern, sonst ist noch öfter Giesinger Ekel angesagt. Fragt doch nach bei Karsten Wettberg in Sachen Biss und Leidenschaft: Der "König von Giesing" lief am Freitag für Sechzigs Tradtionself auf – mit 79.

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