"Macht das richtig gut": Köllner lobt neues 1860-Juwel - und dämpft die Erwartungen

Der gerade einmal 16-jährige Leandro Morgalla durfte in beiden Toto-Pokalspielen über die volle Spielzeit ran und lieferte jeweils einen fehlerfreien Auftritt, auch beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern ist er im Kader dabei. Die AZ stellt das Abwehr-Juwel vor.
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Lieferte im Toto-Pokal in Birkenfeld und Bayreuth eine tadellose Leistung: Der gerade einmal 16-jährige Leandro Morgalla.
Lieferte im Toto-Pokal in Birkenfeld und Bayreuth eine tadellose Leistung: Der gerade einmal 16-jährige Leandro Morgalla. © IMAGO / HMB-Media

München - Eines wollte Michael Köllner unmissverständlich klarstellen. "Man darf jetzt nicht davon ausgehen, dass das jetzt unsere neuen Superstars sind", meinte der Löwen-Coach bei der Pressekonferenz am Donnerstag, als er auf seine Teenie-Löwen angesprochen wurde, die Tags zuvor das Weiterkommen im Toto-Pokal bei der BSC Saas Bayreuth (3:0) gesichert hatten.

Vorher müsse man noch "viele" Stunden auf dem Trainingsplatz verbringen. Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, wiederholte er sich. Insgesamt neun Mal reihte er das Wort "viele" aneinander, bis er glaubte, seine Botschaft verstanden zu wissen. Bloß keine allzu große  Erwartungshaltung aufkommen lassen!

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Wobei, die ganz großen Erwartungen wurden bei den beiden Auftritten im bayerischen Landespokal ohnehin nicht geschürt. Die junge und kaum eingespielte Truppe der Sechzger brannte weder in Bayreuth noch in Birkenfeld eine Woche zuvor ein Feuerwerk ab. Das Ziel, den etablierten Kräften um Torjäger Sascha Mölders eine Pause zu gönnen und sich gleichzeitig im Pokal schadlos zu halten, wurde trotzdem souverän erreicht. Und das mit zahlreichen Spielern, die bislang kaum oder überhaupt keine Profiluft geschnuppert haben.

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Einer davon ist der gerade einmal 16-jährige Leandro Morgalla. Der Innenverteidiger, der von Köllner bereits in der Vorbereitung eingesetzt wurde, durfte auch in beiden Toto-Pokalspielen über die komplette Spielzeit ran und lieferte jeweils eine tadellose Leistung ab. Freilich, viel zu verteidigen gab es gegen Achtligist Birkenfeld und Siebtligist Bayreuth nicht. Dafür war er viel mehr in Sachen defensiver Stabilität und Spielaufbau gefragt, wie Köllner zu bedenken gab.

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Zur Belohnung darf er auch zum Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 14 Uhr/BR, MagentaSport und im AZ-Liveticker) mitreisen - sofern seine Eltern der erforderlichen Ausnahmegenehmigung zustimmen. Viel Spielzeit wird er im Traditionsduell aller Voraussicht nach zwar nicht bekommen, eine interessante Erfahrung dürfte die Reise in die Pfalz aber allemal sein. "Wir wollen Leandro sukzessive heranführen", erklärte Köllner am Donnerstag.

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Geboren wurde der 1,86 Meter große Blondschopf am 13. September 2004 in Biedenkopf, einem 13.000-Seelen-Städtchen in Nordhessen. Über die Jugend der SpVgg Unterhaching führte ihn sein Weg im Sommer 2014 mit gerade einmal zehn Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860, für dessen U19-Vertretung er in dieser Saison spielberechtigt ist.

Dass Morgalla, der in seinen bisherigen Partien für die erste Mannschaft mit einer bemerkenswerten Ruhe am Ball und sauberem Passspiel auffiel, mit gerade einmal 16 Jahren zu seinen ersten Profi-Einsätzen kommt, ist laut Köllner kein Zufall. Schon in der Vergangenheit wurden etwa Maxim Gresler oder Lorenz Knöferl in ähnlichem Alter zu den Herren befördert. Vor der Saison erhielt der 17-jährige Nathan Wicht, der ebenfalls als hoffnungsvolles Nachwuchstalent gilt, bereits einen Profivertrag.

Köllner zufrieden mit Morgalla: "Macht das richtig gut"

"Natürlich freuen wir uns, dass wir im eigenen Nachwuchs immer wieder Spieler finden, die im Training ihre Spuren hinterlassen", meinte Köllner am Donnerstag, um gleich wieder zu relativieren: "Man darf die Spiele gegen BSC Saas Bayreuth und SV Birkenfeld nicht zu hoch hängen. Das wäre fatal." Viel wichtiger seien für ihn die Eindrücke im Training. "Da muss er sich gegen gestandene Spieler wie Mölders, Bär, Lex, Biankadi oder Linsbichler beweisen. Das macht der Junge richtig gut", erzählte der Löwen-Coach.

Da ist sie also wieder, die Trainingsarbeit. Bei Köllner dürfen sie sich jedenfalls in guten Händen fühlen. "Das Schöne ist: Ich mache das gern! Ich freue mich immer, wenn die Jungs zum Training kommen, und das hast das Gefühl, dass sich bei ihnen etwas getan hat. Dass sie besser geworden sind." Die "vielen, vielen vielen" Stunden auf dem Trainingsplatz müssen sich schließlich auch auszahlen.

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