Löwen-Sorgen: Warum es bei Rieder nach Abschied aussieht

Noch spielt Tim Rieder für den TSV 1860. Der Leihspieler des FCA wird laut Stefan Reuter im Sommer in Augsburg zurückerwartet.
| Matthias Eicher
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sampics/Augenklick

München - Tim Rieder würde gerne ein Löwe bleiben. Der TSV 1860 würde den gebürtigen Dachauer nur zu gerne behalten. Nicht einmal sein eigentlicher Arbeitgeber will den Leih-Löwen um jeden Preis zurück. Und dennoch: Der 26-Jährige wird wohl ab Anfang Juli kein Löwe mehr sein.

Rieder, Defensivspieler des TSV 1860, muss aller Voraussicht nach zu Bundesligist FC Augsburg zurückkehren. Wie Augsburgs Geschäftsführer Stefan Reuter der , werde Rieder wie die anderen verliehenen FCA-Profis Michael Gregoritsch (Schalke 04), Kevin Danso (FC Southampton) und Mads Pedersen (FC Zürich) nach der aktuellen Spielzeit wieder in Augsburg erwartet: "Stand jetzt kommen alle zurück." Die Rückkehr Rieders wäre ein herber Rückschlag für 1860, schließlich würde Trainer Michael Köllner einen absoluten Leistungsträger verlieren.

Problem einer Vertragsverlängerung für Tim Rieder: Die Ablöse 

Inmitten der Corona-Krise droht nun ein ohnehin schwieriges Projekt zu scheitern: Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel beabsichtigte, den Leihspieler für die kommende Spielzeit zu halten. Das Problem: Rieders Vertrag beim FCA läuft noch bis Sommer 2021, weshalb 1860 im Falle eines Kaufes eine Ablöse hinblättern müsste – Geld, das der klamme TSV nicht hat. Der aktuelle Ausnahmezustand bringt die Giesinger weiter in Bedrängnis. Gorenzel erklärte kürzlich, das Thema Vertragsverlängerung sei momentan hintenangestellt.

Auf Nachfrage der AZ, ob Rieders Verbleib nun illusorisch sei, sagte der Österreicher: "Illusorisch ist das für mich überhaupt nicht. Wir arbeiten an Lösungen. Wir können unsere Kaderplanung aber erst konkretisieren, wenn wir den Etat für die kommende Saison kennen."

Rieder will bei Sechzig bleiben

Der Abwehr-Allrounder avancierte beim TSV 1860 seit seinem Wechsel im Sommer 2020 zum unangefochtenen Stammspieler. Sowohl Ex-Trainer Daniel Bierofka, der Rieder zum TSV geholt hatte, als auch Nachfolger Köllner schätzten das Gesamtpaket Rieders (15 Spiele, zwei Tore): Zweikampf- und Kopfballstärke, gute Spieleröffnung, überragende Dynamik – der flexible Verteidiger überzeugte sowohl in der Innenverteidigung, als auch auf der Sechs. Schnell hatten ihn die Sechzger zum "Glücksgriff" ernannt.

Eine Win-win-Situation, schließlich beruhte die Wertschätzung auf Gegenseitigkeit. "Ich fühle mich hier sehr wohl", sagte Rieder der AZ im Winter: "München ist meine Heimatstadt, ich kenne hier viele Leute, meine Freunde spielen hier bei Sechzig." Kein Wunder also, dass er gerne bleiben würde: "Ich kann es nicht alleine entscheiden, auch Sechzig und Augsburg sprechen mit. Aber wenn alles passt, kann ich es mir vorstellen." Scheint eher, als müsste er bald auf Wiedersehen sagen.

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