3. Liga: Möglicher Saisonabbruch - Muss sich der TSV 1860 der Mehrheit beugen?

Abbruch oder Geisterspiele? Die Corona-Krise hat die 3. Liga in zwei Lager gespalten. Der TSV 1860 will die Saison unbedingt fortführen, mittlerweile soll sich aber eine Mehrheit für einen Abbruch gefunden haben. Der Montag könnte richtungsweisend werden.
| AZ/dpa
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Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel vom TSV 1860 hat sich mehrmals für eine Fortsetzung der 3. Liga ausgesprochen.
imago images / Sven Simon Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel vom TSV 1860 hat sich mehrmals für eine Fortsetzung der 3. Liga ausgesprochen.

München/Leipzig - Mit der emotionalen Offenlegung einer persönlichen Tragödie wollte Waldhof Mannheims Geschäftsführer den letzten Zweiflern die Augen öffnen. Markus Kompp schrieb eine E-Mail an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die weiteren 19 Drittligisten, die die am Montagnachmittag stattfindende Diskussion um die Zukunft der niedrigsten deutschen Profiliga maßgeblich beeinflussen dürfte.

"Nach Rücksprache mit unserem Spieler sehen wir uns hiermit jedoch nun in der Pflicht, alle Vereine und den DFB offiziell darüber zu informieren, dass wir am 30.03.2020 einen Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers des SV Waldhof Mannheim hatten", heißt es in der Mail, die die "Rheinpfalz" am Samstag in Auszügen veröffentlichte. Dabei soll es sich um den Vater eines namentlich nicht genannten Profis handeln. Der Todesfall sei "der entscheidende Grund" dafür, dass Mannheim seit langem für einen Abbruch der Saison plädiere.

Bayerns Drittligisten fordern Fortsetzung

Mittlerweile sollen mehr als die ursprünglich acht Vereine für einen Abbruch der Saison sein – nicht so der TSV 1860. Wie die anderen bayerischen Drittligisten haben sich auch die Löwen klar für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen. Die "zeitnahe Fortführung" sei "nach aktueller Faktenlage alternativlos", teilte der Bayerische Fußball-Verband (BFV), der die Videokonferenz initiiert hatte, vergangene Woche offiziell mit.

Für weiteren Zündstoff in der Diskussion um eine Fortsetzung der Saison dürfte die Finanzspritze der Deutschen Fußball Liga (DFL) sorgen, die laut dessen Geschäftsführer Christian Seifert bedingungslos gezahlt werden soll. Immerhin 300.000 Euro pro Klub. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Summe allerdings unter anderem für Corona-Tests verwendet werden. So heißt es in einem internen Papier des DFB an die Klubs. Details sollen noch folgen.

DFB plant Außerordentlichen Bundestag

Diese werden sicherlich am Montag diskutiert. Der DFB will die Saison fortsetzen, könnte dies im Präsidium oder Vorstand im Alleingang entscheiden. Eine Abstimmung würde lediglich einem Meinungsbild dienen. Da würde es keine Rolle spielen, dass mittlerweile womöglich eine Mehrheit für den Abbruch der Saison stimmen könnte.

Ein Abbruch kann allerdings ausschließlich durch einen Außerordentlichen Bundestag des DFB beschlossen werden. Der Weg dafür ist bereits geebnet. Sollte es zu einem Abbruch kommen, müsste dann auch über die Wertung der Saison diskutiert werden.

Unterdessen soll es bereits am Freitag eine Abstimmung unter den Drittligisten gegeben haben, bis zu welchem Zeitpunkt die Saison beendet werden sollte. Nach Informationen der "Ostthüringer Zeitung" sprachen sich mehr als zwei Drittel der Vereine für den 30. Juni als letzten Termin aus. Andere Klubs sahen den 31. Juli als Option.

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