Löwen-Pleite in Augsburg: Rekord, Frust und Feuer

Vor 21.219 Zuschauern verpassen die Löwen beim 2:3 gegen den FCA II die Herbstmeisterschaft. Die Fans zündeln, Bierofka tobt: "Ich verstehe nicht, warum das einige Idioten nicht kapieren."
| Matthias Eicher, Patrick Mayer
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Die erste Niederlage nach zwölf ungeschlagenen Spielen: Die Löwen beim 2:3 in Augsburg.
sampics/Augenklick/AZ Die erste Niederlage nach zwölf ungeschlagenen Spielen: Die Löwen beim 2:3 in Augsburg.

Augsburg - Hochkaräter wie Sascha Mölders, Fabian Giefer, Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Ohrenbetäubende Fangesänge. Zwei Traditionsklubs. 21.219 Zuschauer. Es roch nach Bundesliga in der Augsburger WWK-Arena. "Einmal Löwe, immer Löwe!", hallte es schon beim Aufwärmen vor dem Duell der Zweitvertretung des Erstligisten gegen Viertliga-Schwergewicht 1860 über den Rasen. Das Festspiel um die vorzeitige Herbstmeisterschaft der Sechzger konnte beginnen – doch der Schuss ging nach hinten los.

Das hochdramatische 2:3 am 16. Spieltag der Regionalliga lieferte – auch dank der über 7.000 mitgereisten Sechzger-Anhänger – eine neue Rekordkulisse. Efkan Bekiroglu (43., 65.) und Artur Mergel (61.) vermiesten den Sechzgern, für die nur Markus Ziereis (65.) und Nicholas Helmbrecht (82.) trafen, die Auswärts-Party jedoch gründlich. Auch die Serien von zwölf ungeschlagenen Spielen in Serie und zuletzt sechs Siegen in Folge sind passé. Frust statt Herbstmeister-Titel! (Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.)

Einzelkritik zur 2:3-Pleite der Löwen in Augsburg

"Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, aber es sollte heute nicht sein, den Ausgleich noch zu machen. Natürlich sind wir Favorit und wollen unsere Spiele gewinnen. Dass wir nicht durchmarschieren und jedes Spiel gewinnen, wussten wir aber von Anfang an", sagte Ziereis nach dem Spiel.

Karger verletzt sich beim Aufwärmen

Trainer Daniel Bierofka musste neben den verletzten Leistungsträgern Kapitän Felix Weber und Timo Gebhart auf Abwehrchef Jan Mauersberger (muskuläre Probleme) verzichten, beim Aufwärmen verletzte sich auch noch Top-Torjäger Nico Karger und wurde durch Benjamin Kindsvater ersetzt. Augsburg-Coach Dominik Reinhardt konnte seine Elf dagegen mit den bundesligaerfahrenen Giefer und Callsen-Bracker verstärken – und brachte den Ex-Sechzger Kilian Jakob.

"Auf geht’s Löwen, kämpfen und siegen!" erklang es aus den Giesinger Kehlen – der erste Warnschuss gehörte aber Augsburgs Marco Richter, 1860-Keeper Marco Hiller konnte parieren (12.). Die (doppelte) Antwort? Ein gefährlicher Distanzschuss von Kindsvater (13.) und ein Hammer-Volley von Helmbrecht (14.) – Giefer hatte jeweils Mühe, den Rückstand zu verhindern. Danach häufte Sechzig mehr oder minder gefährlichere Standards an, doch der FCA-Torhüter hatte etwas gegen einen Löwen-Treffer.

Umso gefährlicher die Hausherren: In der 24. Minute tauchte Richter frei vor Hiller auf, der auch das zweite Privatduell für sich entscheiden konnte. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, bei dem beide Teams ihre Spielstärke aufblitzen ließen. Etwa, als Mölders nach Helmrecht-Flanke vergab (35.). Bekiroglu zeigt sich treffsicherer: Nach starker Richter-Vorarbeit musste er nur den Fuß hinhalten – 1860 lag hinten. Nächstes Ärgernis vor der Pause: Schiedsrichter Markus Pflaum verweigerte der Bierofka-Elf einen Handelfmeter (45.+1.).

Nach dem Seitenwechsel vergab Mölders erneut nach Vorarbeit von Helmbrecht (52.), bevor es hektisch wurde: Erst schien Mergel schon für die Vorentscheidung zu sorgen, als Ziereis zum Anschluss traf und Bekiroglu den alten Abstand wieder herstellte. Aufregung inmitten des Augsburger Torjubels: Die Sechzger-Fans zündelten und sorgen für eine Mini-Spielunterbrechung. Trainer Daniel Bierofka missfiel das gewaltig: "Mich ärgert es einfach, weil wir nicht auf Rosen gebettet sind und jeden Cent umdrehen müssen. Ich verstehe nicht, warum das einige Idioten nicht kapieren. Das sind für mich keine Fans."

Danach warf 1860 alles nach vorne, bevor Wein per Freistoß die letzte Chance vergab (90.). Und so waren es Augsburgs Fans, die sich über die zweite Saison-Pleite der Sechzger freuten – die das Regionalliga-Rennen um die Meisterschaft wieder etwas spannender macht.

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