Junglöwe Lorenz Knöferl, Sechzigs Christkindl

Youngster Lorenz Knöferl (17) beschert den Löwen ein frohes Fest. Bei den Giesingern ist er damit der jüngste Torschütze aller Zeiten – und von seiner Sorte gibt es laut Trainer Michael Köllner noch mehr.
| Matthias Eicher
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"Das wird ihm einen Kick geben": Löwen-Trainer Michael Köllner freut sich für Sechzig-Bubi Lorenz Knöferl.
"Das wird ihm einen Kick geben": Löwen-Trainer Michael Köllner freut sich für Sechzig-Bubi Lorenz Knöferl. © sampics/Augenklick

München - Manche Geschichten sind fast zu kitschig, um wahr zu sein. Lorenz Knöferl, Jahrgang 2003, hat eine solche Geschichte geschrieben – und das passenderweise auch noch kurz vor Weihnachten.

Der erst 17 Jahre alte Junglöwe durfte am vergangenen Freitagabend im Saisonfinale gegen den SV Wehen Wiesbaden Profi-Luft schnuppern. Erst zum dritten Mal überhaupt.

Nachdem der TSV 1860 mit dem 0:2 gegen den starken Zweitliga-Absteiger laut Trainer Michael Köllner bereits den vermeintlichen "Killer" hatte hinnehmen müssen, gelang Routinier Sascha Mölders (35) noch der Anschlusstreffer.

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Köllner wird für seinen Mut belohnt

Köllner setzte alles auf eine Karte, und vor allem seine Hoffnungen in den blutjungen, nicht einmal halb so alten Knöferl – und wurde mit einem Löwen-Märchen belohnt.

In der 83. Minute brachte Köllner den Offensivspieler, um in der Schlussphase nochmal alles nach vorne zu werfen und im letzten Spiel des Jahres doch noch Zählbares zu holen. 63 Sekunden später zappelte die Kugel im Netz: Getümmel im Strafraum, Dennis Erdmanns Schuss wird geblockt, Semi Belkahia legt zurück auf den lauernden Knöferl – und dessen Schuss landet über Umwege doch tatsächlich in den Maschen.

Erste Ballberührung, erster Volltreffer! Prompt wurde der jüngste Löwe innig von Kollege Mölders geherzt, der sein Vater sein könnte.

Trafen beide gegen Wiesbaden: Lorenz Knöferl (17, l.) und der mehr als doppelt so alte Sascha Mölders (35).
Trafen beide gegen Wiesbaden: Lorenz Knöferl (17, l.) und der mehr als doppelt so alte Sascha Mölders (35).

Ausgerechnet der Youngster war es, der die Niederlage abwendete und den Löwen nach zuvor zwei Siegen in der Englischen Woche mit dem 2:2 das weiß-blaue Weihnachtsfest rettete. Sechzigs Christkindl.

"Es ist umso schöner, wenn der Fußball solche Geschichten schreibt: Da kommst du mit 17 rein und bringst unsere Mannschaft zurück", freute sich Köllner mit seinem Joker, dem er erst gegen den SV Waldhof Mannheim (5:0) zum Drittliga-Debüt verholfen hatte: "Er macht es im Training sehr gut, obwohl er noch so jung ist. Es freut mich sehr, dass er sich mit dem Tor belohnen konnte. Das wird ihm einen Kick geben."

Knöferl: Sechzigs jüngster Torschütze aller Zeiten

Knöferl ist mit seinem ersten Streich nicht nur irgendein Löwen-Torschütze: Der junge Blondschopf steigt mit seinen 17 Jahren, 7 Monaten und 14 Tagen vor Herbert Waas (17/11/17) und Lars Bender (18/3/16) zum jüngsten 1860-Torschützen aller Zeiten auf. In der Dritten Liga belegt Knöferl in der Rangliste der jüngsten Torschützen Rang vier – Spitzenreiter ist und bleibt ein gewisser David Alaba (17/2/5).

Nur noch drittjüngster Löwen-Torschütze: Lars Bender.
Nur noch drittjüngster Löwen-Torschütze: Lars Bender. © sampics/Augenklick

Damit nicht genug: Als Köllner über seinen Torschützen referierte, stellte er fest: "Es ist unser Weg, dass wir den Verein konsolidieren müssen. Wir haben ein gutes NLZ und geben unseren Nachwuchsspielern die Chance. Wir haben noch einige andere Spieler, die ähnlich gut sind."

Mit Johann Djayo und Matthew Durrans durften zwei andere Junglöwen ebenfalls schon ihre Debüts feiern. In Niklas Lang, Maxim Gresler, Marco Mannhardt oder Milos Cocic hat der Oberpfälzer einige weitere Pfeile im Köcher. Schnelligkeit, Unbekümmertheit, eine gute fußballerische Ausbildung – das ist es, wofür Junglöwen stehen.

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Bleibt zu klären, was Köllner Knöferl vor seinem Einsatz mit auf den Weg gegeben hat. Zeig der Welt, dass du genauso gut bist wie Mölders? "Ich habe ihm gesagt, er soll mutig sein, versuchen, am Ball zu bleiben und Lösungen zu finden", verriet Köllner über den Knaben, der das Wechsel-Händchen des 50-Jährigen vergoldete. Das Lob des Trainers: "Er hat Mumm in den Knochen. Beim Stand von 1:2 darfst du dir keinen großen Schädel machen, du musst einfach reingehen, um der Mannschaft zu helfen."

Gesagt, getan, geknöferlt. Gerade mal 32 Spielminuten ist sie jung, die Profi-Karriere des Lorenz Knöferl. Es werden noch viele weitere hinzukommen für den Burschen, der die Sechzger kurz vor dem Fest ein bisserl glücklicher machte.

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