Hoffnung im Konjunktiv: Der TSV 1860 glaubt noch an den Aufstieg

Nach dem 1:0-Heimtriumph der Sechziger über Tabellenführer Dresden bleibt der Aufstiegstraum weiter am Leben. "Wir haben noch lange nicht aufgesteckt", verspricht Matchwinner Steinhart.
| Matthias Eicher
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Michael Köllner versammelte seine Löwen nach dem Topspiel-Sieg noch auf dem Platz.
Michael Köllner versammelte seine Löwen nach dem Topspiel-Sieg noch auf dem Platz. © IMAGO / Lackovic

München - Wenn aus Löwen Jäger werden: "Jetzt haben wir noch zehn Spieltage vor uns und ich kann ihnen eines versprechen: Wir werden auf die Jagd gehen", rief Sport-Boss Günther Gorenzel angesichts des groß, zu groß gewordenen Abstands auf das Spitzentrio der Dritten Liga vor dem Wochenende aus.

Der Heimsieg gibt 1860 Hoffnung

Und siehe da: Zum Auftakt des Zehnteilers erlegten die Sechzger Spitzenreiter Dynamo Dresden. Durch den 1:0-Heimspielsieg am Montagabend auf Giesings Höhen hat der TSV 1860 nicht nur Revanche für die bittere - da unnötige - 1:2-Hinspielpleite in Dresden genommen.

Phillipp Steinharts einziger Treffer des Abends (86.) beschert den Giesingern auch für die beiden verbleibenden, inoffiziellen Saisonziele einen Auftakt nach Maß: Rang vier verteidigen, um sich die Erstrunden-Teilnahme am DFB-Pokal der kommenden Saison zu sichern. Ein vergleichsweise realistisches Vorhaben, bei dem der Tabellen-Vierte mit 48 Punkten je drei Zähler Vorsprung auf den SC Verl und den 1. FC Saarbrücken hat.

Löwen haben nur minimale Aufstiegschancen

Aber da wären ja auch noch die theoretischen, minimalen Aufstiegschancen: Diese gilt es zu wahren, sollte das Spitzentrio doch noch wider Erwarten ins Schleudern geraten. "Wir sind überaus glücklich, den Tabellenführer zu Hause mit 1:0 besiegt zu haben", freute sich Trainer Michael Köllner über den maximalen Ertrag eines "klasse Drittligaspiels" und eines "harten Stücks Arbeit". Sechzig hat die Jagd gegen den denkbar schwersten Kontrahenten eröffnet - ein erster Schuss ins Schwarze.

Mölders ist zufrieden mit der Leistung des Teams

Mut, Zuversicht, Zusammenhalt - diese Dinge hatte Gorenzel im Vorfeld gefordert, um die (überlegene) Beute doch irgendwie einzufangen. All diese Eigenschaften präsentierten Torjäger Sascha Mölders, der gerade 36 geworden ist, und die anderen Löwen-Mannen auf dem Rasen.

"Meine Mannschaft hat alles reingehauen, obwohl es sehr schwer war, Dresden wegzuverteidigen", lobte Köllner: "Wir sind für den tollen Kampf belohnt worden." Der oberpfälzische Ober-Jäger der Löwen wusste aber auch über jene Szene, die sich nur eine Minute vor Sechzigs Siegtreffer ereignete: "Die Schlüsselszene war die Chance von Ransford Königsdörffer. Er schießt am Tor vorbei, wir machen es kurz vor Schluss besser und haben die Überzahlsituation perfekt ausgespielt."

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Eine starke Kollektivleistung des TSV 1860

Es war eine starke Kollektivleistung der Sechzger - gepaart mit einer Prise des offenbar zurückgekehrten Spielglücks, weshalb das Team aus Elbflorenz den Giesingern ins Netz ging. An den nun verbleibenden neun Spieltagen sollen die Sechzger weiter auf allen Plätzen wildern, abgerechnet wird ja bekanntlich erst zum Schluss. Also: weiterwildern! Dennoch betonte neben Gorenzel auch Köllner bei "Magenta Sport" erneut: Der Blick nach ganz oben empfiehlt sich momentan nicht - noch nicht.

"Vor dem Spieltag war ja eh schon alles klar: Drei Mannschaften sind durch, der Rest spielt den vierten Platz aus. Von daher gebe ich jedem Experten Recht, dass die drei Teams da vorne den Releganten ausspielen und zwei direkt aufsteigen." Auf Nachfrage gewährte er sich selbst einen kleinen Hoffnungsschimmer: "Wenn wir unsere Aufgaben erledigen und die anderen Teams Probleme kriegen, dann könnte nach vorne noch was möglich sein. Aber das ist mir jetzt zu viel Konjunktiv."

Bekommt der TSV 1860 gegen Ingolstadt ein Endspiel?

Denken wir den köllnerschen Konjunktiv mal zu Ende: 1860 müsste so ziemlich alles wegballern und dabei dank des starken Torverhältnisses (51:25) im Schnitt "nur" einen Zähler pro Spieltag aufholen. Weil sich Dresden und Verfolger Rostock nach der Länderspielpause im Oster-Spitzenspiel gegenüberstehen, könnte der Vorsprung schmelzen.

Und Sechzig könnte im Saisonfinale beim FC Ingolstadt wie in der Vorsaison ein Endspiel haben, bei dem es für beide Rivalen um alles geht. Und was sagt Siegtorschütze Steinhart? "Wir haben noch lange nicht aufgesteckt!"

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