Herz-Löwe Köllner: Warum er bei Sechzig verlängert

Trainer Michael Köllner verlängert bei Sechzig vorzeitig bis 2023 – weil der Verein mittlerweile für ihn eine "Herzensangelegenheit" ist. Sportboss Günther Gorenzel schließt weitere Neuzugänge aus.
| Matthias Eicher
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Sechzigs Dream-Team: Gorenzel und Köllner.
Sechzigs Dream-Team: Gorenzel und Köllner. © sampics/Augenklick

München - Die Spatzen hatten es schon von den Dächern gepfiffen, in Sechzigs Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstagvormittag folgte nun der Vollzug: Michael Köllner bleibt ein Löwe und verlängert seinen bis 2021 laufenden Vertrag vorzeitig – nach AZ-Informationen bis 2023.

"Konstanz ist das Zauberwort im heutigen Fußball. Wenn es dir als Verein insgesamt gelingt, Konstanz in deine Prozesse zu bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg einfach um ein Vielfaches höher", erklärte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel vor dem Auswärtsauftritt des TSV 1860 am Samstag beim FSV Zwickau (14 Uhr) über die erfolgreiche Weiterverpflichtung Köllners.

Gorenzel: Köllner ist der passende Trainer für den TSV 1860

Jenes Mannes, den Gorenzel als Nachfolger von Vereins-Ikone Daniel Bierofka aus dem Hut gezaubert hatte - und der die besagte Konstanz an die Grünwalder Straße zurückgebracht hatte. Es gebe "viele gute Trainer", meinte Gorenzel - "aber du brauchst den passenden Trainer. Den haben wir mit Michael Köllner gefunden."

Köllners sportliche Aufholjagd in der vergangenen Saison fast bis zu den Aufstiegsrängen ist dabei ebenso zu nennen wie seine Fähigkeit, junge Talente zu entwickeln und nicht zuletzt die stets freundliche und offene Art des 1860-Dompteurs. Kein Wunder, dass sich der Oberpfälzer bestens gelaunt zeigte. "Ich habe eine Sondervereinbarung in meinem Vertrag. Jetzt kauf ma an Brasilianer und dann steing ma auf!", scherzte Köllner. Ernsthafter klang seine schriftliche Liebeserklärung: "1860 ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit", ließ sich der 50-Jährige zitieren. Köllner, der Herzenslöwe.

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Köllner: Fans überzeugten ihn endgültig vom Verbleib

Dabei war längst nicht klar, dass sich die Dinge bei den Blauen in eine derart positive Richtung entwickeln würden. "Im Juli habe ich im ersten Moment gedacht: Oh, jetzt haben 17 Spieler auslaufende Verträge, wir verlieren zwei Leihspieler und es gibt einen richtigen Umbruch." Was Köllner, neben der Doch-noch-Einigkeit der Gesellschafter und der Etaterhöhung positiv gestimmt habe: die Fans. "Als nach einigen Tagen schon 7.000, 8.000 Dauerkarten weg waren, da wusste ich: "Hier muss ich meine kurz- und mittelfristige Zukunft anlegen."

Nun habe 1860 eine entwicklungsfähige und schlagkräftige Truppe beisammen, die es zu entwickeln gelte. Weitere Neulöwen - und Abgänge - werde es laut Gorenzel bis zur Schließung des Transferfensters nur geben, sollte ein Leistungsträger monatelang ausfallen oder ein Löwe mit Wechselwunsch gehen wollen.

Aufstieg? Köllner mahnt zu Realismus

Weshalb nun nicht hinstellen und den Aufstieg als Ziel ausgeben, Herr Köllner? "Wir haben keinen Top-Etat und keine Top-Mannschaft", sagte der Chefcoach, zum Realismus mahnend: "Aber wir schrauben daran. Natürlich will ich aufsteigen, das wollen wir alle." Fragt sich nur, zu welchem Zeitpunkt. Jetzt, nach seiner Verlängerung, hat er ja noch ein bisschen länger Zeit, den Traum in die Realität umzusetzen.

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Fast schon romantisch, wie verspielt Sechzigs sportliche Leitung die Vertragsverlängerung auch mit einer optischen Darstellung präsentierte: Der Sport-Boss schenkte Köllner live auf dem Pressepult eine dieser neumodischen Tassen ein, die durch die (heiße) Flüssigkeit die Farbe verändern, wodurch die Botschaft enthüllt wurde: "Michael Köllner is staying" - zu deutsch: Köllner bleibt. Der gebürtige Fuchsmühler hatte auch hierfür einen passenden Spruch parat: "Ich trinke lieber nicht aus dieser Tasse, denn bei 1860 kann man sich schnell verbrennen."

Noch ein Wort zu Zwickau: Köllner kann im Ansinnen, dort den nächsten Dreier zu holen, aus dem Vollen schöpfen. Trotzdem warnte der Herzens-Löwe: "Hochachtung vor ihrem Start, sie haben vier Punkte geholt und sich gut verstärkt. Ronny König ist ähnlich wie Sascha Mölders: Er ist gefühlt jedes Jahr am Ende seiner Tage und dann performt er wieder." Am Samstag soll der 37-jährige Kick-Methusalem Sendepause haben - ganz im Gegensatz zu Mölders.

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