Eine doppelte Niederlage für Michael Köllner und den TSV 1860

Schlechte Verlierer? 1860-Coach Michael Köllner verliert die Contenance, der Verein will witzig sein - und muss sich dann entschuldigen.
| Matthias Eicher
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Es ist bloß eine Decke, aber den Mantel des Schweigens hätte wohl nicht nur Erik Tallig gern über das 1:2 gegen Saarbrücken und den peinlichen Umgang mit der ersten Niederlage gehängt.
Es ist bloß eine Decke, aber den Mantel des Schweigens hätte wohl nicht nur Erik Tallig gern über das 1:2 gegen Saarbrücken und den peinlichen Umgang mit der ersten Niederlage gehängt. © sampics/Augenklick

München - Im sechsten Anlauf nahm das Unheil seinen Lauf: Nach drei Siegen und zwei Remis kam es in der Englischen Woche, wie es kommen musste: Es setzte Sechzigs Premieren-Pleite - gegen Saarbrücken, den Relegationsgegner 2018. Dabei zeigte 1860 zwei unterschiedliche Gesichter - und leistete sich danach einen peinlichen Fauxpas, als man auf der Pressekonferenz nach dem Spiel FCS-Trainer Lukas Kwasinok einen Hut und Sonnenbrille per Filter draufmontierte. Lustig? Eher lächerlich.

Die 1:2-Pleite des TSV 1860 gegen den 1. FC Saarbrücken besiegelte eine neue Gefühlslage der Giesinger. Der größte Aufreger folgte jedoch nach Spielschluss: Kwasinok beschuldigte 1860-Coach Michael Köllner, Saarbrückens Boné Uaferro beleidigt zu haben: "Dass ein gegnerischer Trainer meinen Spieler nach so einer Aktion als dumm und/oder doof bezeichnet, finde ich skandalös. Er hat keine Charakterstärke gezeigt."

TSV 1860: Köllner relativiert Beleidigung gegen Uaferro

Köllner verteidigte sich: "In der Hitze des Gefechts darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Auf der anderen Seite sind genauso Kommentare gefallen." Es gibt bessere Verteidigungsreden.

Der 1860-Dompteur legte mit derselben Wortwahl über die erste Saison-Niederlage nach: "Doof war eher, wie wir gespielt haben. Wir haben uns selbst geschlagen." Blöd gelaufen, Sechzig: Die AZ-Analyse, in welchen Bereichen sich 1860 zu dumm angestellt hat.

Die zwei Gesichter: Wie Spielmacher Richard Neudecker erklärte, habe 1860 in Durchgang Nummer eins nicht das "normale Gesicht" gezeigt - wie schon bei Hansa Rostock (1:1) nach der Pause, als 1860 ebenfalls nicht mehr in die Spur kam. Erneut reichte eine ordentliche Hälfte nicht aus, um in einer so ausgeglichenen Liga zu punkten, erst recht nicht gegen Spitzenteam Saarbrücken, den neuen Tabellenführer.

TSV 1860 macht aus vielen Chancen wenig Tore

Durchschlagskraft und Chancenverwertung: Mit Ausnahme einer Mölders-Lex-Chance gleich zu Beginn hatte 1860 kaum Stürmer-Momente vor dem Kasten. Die Durchschlagskraft an vorderster Front hat gefehlt.

Mölders war weitgehend abgemeldet, Lex musste mit Oberschenkelproblemen zur Pause raus. Joker Martin Pusic fand zwar gut ins Spiel, echte Torszenen konnte er aber nicht verzeichnen. Gerade durch Dennis Dressel und Neudecker kam der TSV in der Schlussphase zu besten Chancen. Köllners Kritik: "Wir waren gefühlt dauernd in der Hälfte des Gegners. Wir haben uns hochkarätige Chancen herausgespielt, aber das Tor nicht getroffen."

TSV 1860: Sogar Erdmann muss vorne aushelfen

Kaum Sturm-Alternativen: Vergangene Saison stand mit Prince Owusu noch ein zweiter Sturm-Hüne im Kader, nun ist der noch etwas fremdelnde Pusic das Höchste der Gefühle.

Der junge (und kleine) Fabian Greilinger ist vor allem dann eine Option, wenn es einen schnellen Konterspieler braucht. Ein Brecher ist er nicht. Kurios: Köllner beorderte in der Schlussphase sogar Verteidiger Dennis Erdmann in den Sturm. Köllner wünscht sich daher eine Alternative im Angriff: "Es war wichtig, vorne noch einen Kopfballspieler reinzubringen."

Damit zurück zu Kwasinok: Warum auch immer setzte Sechzig diesem während der Übertragung der Pressekonferenz im Internet durch einen Filter Hut und Sonnenbrille auf. Wenig klug - oder respektvoll.

Witzig? Fotomontage der Löwen von FCS-Coach Kwasinok.
Witzig? Fotomontage der Löwen von FCS-Coach Kwasinok. © Montage

Speziell, da die Löwen sich ja gerade erst für den Kehlenschnitt-Torjubel von Dennis Erdmann auf Instagram entschuldigen musste. Tags darauf folgte nach AZ-Informationen die nächste Entschuldigung - für Köllners Worte und für das angebliche Hut-Versehen. Auch ein Fall von: Blöd gelaufen, Sechzig.

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