Der TSV 1860 steckt im Junglöwen-Dilemma

Michael Köllner eilt der Ruf des Jugendförderers voraus, in der aktuellen Saison bekommen die Talente des TSV 1860 aber kaum eine Chance. Das Problem: Woanders können die Junglöwen momentan auch keine Spielpraxis sammeln.
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Verantwortlich für den Sport beim TSV 1860: Günther Gorenzel (l.) und Michael Köllner
Verantwortlich für den Sport beim TSV 1860: Günther Gorenzel (l.) und Michael Köllner © imago images / kolbert-press

München - Wenn die Not zur Tugend wird: Mangels finanzieller Mittel hat der TSV 1860 die Lücken im Kader nach den zahlreichen Abgängen in diesem Sommer mit jungen Talenten aufgefüllt, insgesamt wurden fünf Spieler mit Profiverträgen ausgestattet. Das Problem dabei: Die Junglöwen stellen für die erste Mannschaft bislang keine wirkliche Alternative dar.

Mit einem Altersschnitt von 24,2 Jahren ist der Kader der Sechzger zwar ligaweit der zweitjüngste hinter dem des FC Bayern II (21,1), die jungen Talente bekommen unter Michael Köllner bislang aber kaum Einsatzzeit. Der Trainer rotierte in der laufenden Saison nur selten und vertraute dabei in der Regel auf seine Routiniers um Sascha Mölders (35 Jahre).

Beförderte Junglöwen: Nur Djayo kam zum Einsatz

Vom 26 Mann starken Kader hat der Oberpfälzer bislang gerade einmal 16 Spieler eingesetzt, das sind mit einigem Abstand die wenigsten in der ganzen Liga. Jene Spieler kommen auf einen Altersschnitt von 26,6 Jahren, damit zählen die Sechzger zu den ältesten Mannschaften in Deutschlands dritthöchster Spielklasse.

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Wie weit die Junglöwen noch von der ersten Mannschaft entfernt sind, zeigt sich anhand einer anderen Statistik: Von den vor der Saison beförderten Junglöwen spielte bislang lediglich Angreifer Johann Djayo (19), zu mehr als Kurzeinsätzen reicht es aber noch nicht. Er kam in seinen sechs Spielen insgesamt auf gerade einmal 39 Spielminuten.

Amateursport verboten: Wie sollen sich die Junglöwen anbieten?

Was das Problem verschärft: Das Profi-Team ist das einzige, das aktuell überhaupt spielen darf. Die Möglichkeit, bei der zweiten Mannschaft in der Bayernliga Süd oder in der U19 regelmäßige Spielpraxis zu sammeln und sich für Einsätze in der 3. Liga zu empfehlen, besteht derzeit also nicht. Wann sich daran etwas ändert, ist aufgrund des momentanen Infektionsgeschehens kaum absehbar.

Seit dem 2. November gilt vorerst bis Monatsende ein Freizeit- und Breitensportverbot, es darf also weder trainiert noch gespielt werden. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat sich aber schon früh entschieden, sämtliche Alters- und Spielklassen vorzeitig in die Winterpause zu schicken.

"Wir müssen Schritt für Schritt unseren Weg weitergehen. Ich bin damit zufrieden. Auch mit der Situation, dass wir auf der Bank viele junge Spieler haben", meinte Köllner nach der 1:2-Niederlage bei Dynamo Dresden am Sonntag: "Du musst auch den Mut haben, zu diesen Spielern zu stehen – und ihnen das Vertrauen zu geben." Noch brauchen die Junglöwen aber Zeit.

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