Bedingt abwehrbereit: Die AZ-Zeugnisse für die Defensive des TSV 1860

Die Defensive des TSV 1860 ist in dieser Saison bisher nicht die erwartete Stärke der Mannschaft, erst zum Ende des Jahres präsentieren sich Salger & Co. etwas stabiler. Die Zeugnisse der AZ für die Verteidiger.
| Matthias Eicher
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Nicht nur Phillipp Steinhart (l.) und Stephan Salger kamen in der Hinrunde nicht an ihr Niveau aus der Vorsaison heran.
Nicht nur Phillipp Steinhart (l.) und Stephan Salger kamen in der Hinrunde nicht an ihr Niveau aus der Vorsaison heran. © IMAGO / regios24

München - Im Vorjahr war sie ein Prunkstück, in der Saison 2021/22 veränderte sie sich kaum - und bekam dennoch Risse. 35 Gegentore waren es in der Vorsaison, nun haben die Löwen bereits 27 Treffer kassiert. In Teil zwei der Zwischenzeugnisse vergibt die AZ Noten für Sechzigs Verteidiger.

Marius Willsch: Ein Grund, weshalb die Viererkette von Saisonbeginn an nicht so performte, wie es sich viele Sechzger erwartet - oder zumindest - erhofft hatten: Ein Glied ist von vorneherein weggebrochen. Willsch musste aufgrund einer Schambeinentzündung monatelang pausieren. Sein Saisondebüt feierte der 31-jährige Rechtsverteidiger ausgerechnet bei Sechzigs Pokal-Triumph über Willschs Lieblingsklub Schalke. Nach sichtlichen Start-Schwierigkeiten kam der letztjährige Leistungsträger langsam aber sicher wieder zu alter Form. Note 3

Deichmann wird rechts hinten zum Notnagel

Yannick Deichmann: Neuzugang, Aushilfslöwe, Kämpfer. Der 27-Jährige ist für die Offensive geholt worden, doch er rückte zunächst als Willsch-Ersatz ins Team. Mit mancher Defensiv-Schwäche und nur einem Assist agierte er zwar nicht glänzend, doch immerhin solide und mit großem Kämpfer-Herz. Nach Willschs Genesung näher im offensiven Mittelfeld zu finden - auch dort solide, aber ohne Glanzlichter. Steigerungspotenzial vorhanden, gerade vor dem Tor. Note 3

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Niklas Lang: Trainer Michael Köllner warf den Jung-Löwen ins kalte Wasser. Erstaunlich: Lang agierte in seinen zwölf Saisonspielen cool wie ein Eisblock und sorgte neben Abwehrchef Stephan Salger für Ordnung, bevor er sich verletzte (Innenbandriss). Bezeichnend: In Sechzigs größter Schwächephase mit dem 1:3 in Mannheim und dem 2:5 gegen Spitzenreiter Magdeburg wünschte sich Köllner in aller Öffentlichkeit Lang zurück - einen 19-Jährigen (!). Darf nach seiner Wiedergenesung (nach der Winterpause) weiter auf Einsätze hoffen. Note 2

Nach dem Mölders-Aus: Belkahia zeigt sich stark formverbessert

Semi Belkahia: Sechzigs Senkrechtstarter der Vorsaison sah sich schon Beckenbauer-Vergleichen ausgesetzt und war in Gedanken schon in Tunesiens Nationalelf. "Man schielt schon ein bisschen auf den Afrika Cup", gab der 23-jährige Deutsch-Tunesier im AZ-Interview zu, bevor er mit teils unerklärlichen individuellen Patzern einen jähen Absturz auf den Boden der Tatsachen hinlegte. "Ich habe ihm gesagt: ‚Daraus kannst du viel lernen", meinte Nebenmann Salger - und Belkahia schien zu lernen.

In den letzten Spielen vor der Winterpause stark formverbessert und mit sichtlich mehr Selbstvertrauen. Ob es mit dem Abgang von Alpha-Löwe Sascha Mölders zusammenhängt, der mit Sechzigs Jungen öfter nicht so umgesprungen ist, wie es sich für einen Kapitän mit Vorbildfunktion gehört? Note 4

TSV 1860: Auch Routinier Stephan Salger wackelt

Stephan Salger: Sechzigs Abwehrchef ließ sich ebenfalls sichtlich verunsichern. "Wir haben unter dem verpassten Aufstieg mehr gelitten, als es vielleicht den Anschein hatte", führte er Sechzigs instabile Leistungen auf die herbe Enttäuschung des Sommers zurück. Etwas stabiler zwar als Belkahia, avancierte aber auch der Routinier erst kurz vor der Winterpause wieder zu einer Bank.

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"Nicht nur die Innenverteidiger sind die Deppen, das ist zu einfach", tobte er, als sich die Hinrunde dem Ende entgegen neigte, um seine Kollegen aufzurütteln. Die Ansage hat gefruchtet. Sowie Köllners Defensiv-Taktik, die Salger gutheißt, denn so sei Sechzig "einen Schritt zurück" gegangen, um sich "über die Defensive Sicherheit holen und alles andere daraus entwickeln" zu können. Weiterer Pluspunkt: sein konstruktiver, unaufgeregter Führungsstil im krassen Gegensatz zu Mölders. Note 4

Stütze Steinhart bleibt unter seinen Möglichkeiten

Phillipp Steinhart: Der Linksverteidiger hatte ebenfalls so seine Höhen und Tiefen. Defensiv mehr Licht als Schatten, da der 29-Jährige längst zu Sechzigs etablierten Drittliga-Größen zählt. Im Vorwärtsgang unter seinen Möglichkeiten geblieben (ein Tor, ein Assist). Elfmeter-Fehlschütze gegen Duisburg, nachdem er den ersten Versuch getroffen hatte. Note 3

Fabian Greilinger: Der Youngster hatte schon unter Daniel Bierofka wie Michael Köllner immer wieder Einsätze erhalten, doch so richtig ins Team schaffte es das "Kraftpaket" nicht. Kein Wunder, schließlich war der Weg vor ihm zumeist verbaut. Erst, als Steinhart mit muskulären Problemen passen musste, durfte Greilinger über mehrere Spiele ran und biss sich rein. Auch als Linksaußen brauchbare Leistungen - und zwei Saisontore. Note 3

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