Beben beim TSV 1860: Suspendiert! Die Gründe für das Mölders-Aus bei Sechzig

Nach dem Heim-Debakel zieht der TSV 1860 Konsequenzen und suspendiert Sascha Mölders. Co-Trainer Oliver Beer wird versetzt.
| Matthias Eicher
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Trainiert bis auf Weiteres nur individuell: Sascha Mölders.
Trainiert bis auf Weiteres nur individuell: Sascha Mölders. © IMAGO / Lackovic

München – Am Samstag erlebte der TSV 1860 auf dem Rasen gegen Spitzenreiter Magdeburg ein Debakel. Es folgten Diskussionen über Diskussionen: Was hat dieses Desaster für Konsequenzen?

Am Montag platzte die Bombe: Vorerst trifft es nur zwei Männer – einer davon ist ein Alpha-Löwe. Sascha Mölders, Kapitän, Kultfigur und Torjäger des TSV 1860,wird mit sofortiger Wirkung suspendiert. Co-Trainer Oliver Beer wird zudem seinen Posten räumen und ins Nachwuchsleistungszentrum der Blauen wechseln, um dort künftig Junglöwen zu betreuen.

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Aus von Mölders auch mit beiden Gesellschaftern abgesprochen

Darauf haben sich Trainer Michael Köllner und Sportchef Günther Gorenzel aufgrund der Entwicklungen verständigt. Vor allem die Nichtberücksichtigung des Ex-Bundesligaspielers Mölders ist eine Entscheidung von hoher Tragweite, doch sie erfolgte bei weitem nicht nur aus sportlichen Gründen. Nach AZ-Informationen ist diese hochexplosive Maßnahme gegen den Fan-Liebling nicht nur von der Sportlichen Leitung getroffen worden, vielmehr ist diese auch mit beiden Gesellschaftern der Sechzger abgesprochen. Das Mölders-Beben.

Mölders selbst meldete sich am Montagnachmittag auf Instagram zu Wort: "Heute war ich am Trainingsgelände und mir wurde mitgeteilt, dass ich nicht mehr zum Training erscheinen soll, bzw. individuell trainieren soll, weil der Trainer es so wünscht. Als Kapitän wünsche ich der Mannschaft nur das Beste. Ich bin schockiert", schrieb er an seine Fans nebst eines Bildes, das ihn mit grimmigem Blick im Angriffsmodus zeigt. Dazu schickte er blau-weiße (!) Grüße hinterher. Es könnten seine Abschiedsgrüße gewesen sein.

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Mölders' Nebenjobs zu viel für die Löwen?

Doch wieso dieser Paukenschlag und weshalb gerade jetzt? Wie die AZ erfuhr, soll es neben der sportlichen Entwicklung des 36-Jährigen hauptsächlich um sein Führungsverhalten gegangen sein: Während sich der Ex-Bundesligaspieler in den beiden Heimspielen gegen Waldhof Mannheim (1: 3) und Magdeburg (2: 5) aus der Verantwortung stahl, einen Strafstoß zu schießen, genoss der Alpha-Löwe abseits des Platzes mehr Macht, als es der sportlichen Leitung lieb sein konnte.

Der gebürtige Essener zeigte sich nicht nur uneinsichtig, was sein offensichtliches Übergewicht betrifft. Er hatte zugleich mehrere Nebenjobs, die den Blauen ein Dorn im Auge waren: sein Trainerjob im Wohnort Mering bei Augsburg, sein eigenmächtig eröffneter Fanshop, seine ebenso wenig abgesprochenen Tätigkeiten als "Kicker"-Kolumnist und DAZN-Experte.

TSV 1860: Mölders soll intern für Ärger gesorgt haben

Mölders war auch immer wieder negativ durch Auseinandersetzungen aufgefallen – selbst gegenüber Vereinsvertretern. Auf dem Rasen verhalfen dem Aufstiegshelden und "Fußballgott" der Löwen seine Emotionen immer wieder zu Geniestreichen, abseits davon verschafften sie ihm immer wieder Probleme.

Kaum war die Suspendierung an die Öffentlichkeit gelangt, sorgte sie im Umfeld der Giesinger für eine Welle der Entrüstung. Ex-Löwe und Mölders-Spezl Aaron Berzel, nun bei Viktoria Köln unter Vertrag, machte seinem Ärger Luft: "Der Fisch stinkt bekanntlich immer vom Kopf, da sollten eher andere Leute den Hut nehmen und gehen." "Köllner raus!", forderten viele Anhänger, doch der Trainer des TSV 1860 hat den Machtkampf mit Mölders, auch im Verbund mit Gorenzel, nun gewonnen.

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Mölders erzielte 82 Tore und 54 Vorlagen für 1860

Das bedeutet aber auch, dass die Sportliche Leitung nun liefern muss. Wegen der ewig klammen Kassen dürfte auch im Falle einer Vertragsauflösung des Oldies keine Nachverpflichtung im Winter getätigt werden können. Heißt: Neulöwe Marcel Bär, Stefan Lex oder Merveille Biankadi müssen nun die Tore schießen. . .

Mölders, der noch in der vergangenen Saison mit 22 Saisontreffern zum ältesten Torschützenkönig im Profifußball avancierte, absolvierte seit 2016 insgesamt 212 Spiele für die Sechzger und erzielte dabei 82 Tore und lieferte dazu noch 54 Vorlagen. Eine mehr als ordentliche Bilanz für den Sturm-Oldie. Und dennoch: Sein Traumtor zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Duisburg (Endstand 3: 2) dürfte das letzte der "Wampe von Giesing" gewesen sein. Bei Sechzig scheint die Ära Mölders mit all ihren Begleiterscheinungen vorbei zu sein. 

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