AZ-Zeugnisse für den 1860-Sturm: Die Tormaschine läuft wieder an

In der Vorsaison war Sechzigs Angriff gefährlicher, doch nach der Trennung von Sascha Mölders kam die Offensive der Löwen wieder ins Rollen. Ein Trio macht mit verbesserter Quote Hoffnung für das Frühjahr.
| Matthias Eicher
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Stefan Lex, Marcel Bär und Sascha Mölders (v.l.)
Stefan Lex, Marcel Bär und Sascha Mölders (v.l.) © IMAGO / Sven Simon

München - Insgesamt 32 Mal durften die Löwen brüllen. 32 Tore weist das Konto des TSV 1860 zur Winterpause aus, sieben weniger als am selben Spieltag der Vorsaison. Die Tormaschine (mit 67 Toren Drittliga-Rekord) lief damals heiß, 2021/22 stockte die Produktion. Teil vier der AZ-Zwischenzeugnisse - die Stürmer.

Sascha Mölders: Der ausrangierte Alpha-Löwe lief in sportlicher Hinsicht seiner Bestmarke aus der Spielzeit 2020/21 hinterher (22 Tore). Am Ende waren es fünf Tore und vier Assists - enttäuschend. Nachdem sein Aufstiegstraum zerplatzte, schien er selbst nicht mehr an eine weitere Chance zu glauben. Sein Pressing ließ ebenso zu wünschen übrig wie Körpersprache und Motivation, bei den Strafstößen gegen Mannheim und Magdeburg zum Elfmeterpunkt zu schreiten.

Sascha Mölders beförderte sich selbst ins Abseits

Für Trainer Michael Köllner aber das größte K.o.-Kriterium: Mölders verwehrte die Jokerrolle. Und dann wären da noch die Verfehlungen des Mannes, den seine Aggressionen auf dem Rasen zu Höchstleistungen verhalfen, in Krisenzeiten aber zu Problemen führten: die Missachtung von Regeln sowie kolportiertes Mobbing, bevorzugt von Jung-Löwen und Sturmkonkurrenten.

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Die anfangs gefeierte "Wampe von Giesing" und sein eigenmächtig aufgebauter Fanshop wurden ihm ebenso zum Verhängnis. Am Ende ist Mölders ein Beispiel dafür, wie schnell man vom gefeierten Torschützenkönig und "Fußballgott" von seinem Sockel stürzen kann. Note 5

Stefan Lex: Der schnelle Stürmer plagte sich anfangs mit einer fast schon chronischen Torflaute herum, weshalb die Hinrunde des 32-Jährigen ebenfalls zweigeteilt zu betrachten ist. An den Spieltagen eins bis zehn lieferte Lex null Tore und null Assists, daher wurde der zweite Ex-Bundesligaspieler im Bunde von Köllner trotz seines überdurchschnittlichen Könnens mehrfach auf die Ersatzbank verfrachtet.

Stefan Lex drehte zum Jahresende so richtig auf

Seit Lex erstmals im Saisonverlauf die Kapitänsbinde tragen durfte, agiert der Offensivmann wie ausgewechselt: fünf Tore und sieben Assists in den restlichen zehn Drittliga-Duellen! Zudem schoss Lex 1860 gegen seinen Ex-Klub TSV Buchbach mit einem Tor und einer Vorlage ins Totopokal-Halbfinale.

Mehr noch: Im Zweitrundenduell des DFB-Pokals gegen Schalke 04 erzielte er das Goldene Tor. In den letzten Spielen vor der Winterpause machte er mit Bär den Abgang von Mölders vergessen. Wobei es zu beweisen gilt, ob das auch so bleibt. Anfangs weit unter seinen Möglichkeiten, am Ende die "Lexplosion". Note 3

Marcel Bär: Traumstart und 1:0-Siegtreffer gegen Würzburg zum Saisonauftakt. Danach musste er sechs Spieltage warten, bevor er beim 1:1 gegen Meppen wieder traf.

Kurios: Wie herauskam, hat seine Versetzung ins Mittelfeld auch damit zu tun, dass ihn Mölders nicht neben sich duldete. Mit sieben Scorerpunkten in den letzten acht Partien funktionierte Bär - erst recht, als Mölders nicht mehr auf dem Rasen stand. Ein Tor und ein Assist in Dortmund (2:0), ein Doppelpack und Assist in Würzburg (3:0): Bär ließ Tore sprechen. Trotz schwieriger Voraussetzungen mit acht Treffern Sechzigs bester Angreifer. Note 2

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Biankadi fehlt das Zutrauen - Linsbichler nur Mitläufer

Merveille Biankadi: Was Dynamik und Power anbelangt, hat Sechzig kaum einen besseren Spieler. Wenn da nur das Problem des Dampfmachers nicht wäre. "Merv weiß gar nicht, wie gut er ist", sagte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel, um darauf hinzuweisen, dass Biankadi sich mehr zutrauen muss und mehr Klarheit, Präzision und Effektivität in seinem Spiel braucht. Nach schwachem Start lieferte er von Ende September bis Anfang Dezember solide, die beiden Abschluss-Siege verpasste er mit Muskel-Problemen. Insgesamt mit fünf Treffern und drei Assists ein brauchbarer, aber kein unersetzlicher Angreifer. Note 3

Tim Linsbichler: Die Fans forderten den sympathischen Österreicher immer wieder. Auf dem Rasen kam der Stoßstürmer aber bisher kaum zur Geltung. 189 Spielminuten, verteilt auf zwölf Kurzeinsätze und sein Startelfdebüt in Würzburg: Linsbichler lief nur mit - und das Spiel bei den Kickers ziemlich an ihm vorbei. Ins Rampenlicht konnte sich der 21-Jährige bisher nicht spielen. Die Wege dürften sich im Sommer trennen. Note 5

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