AZ-Zeugnisse für den TSV 1860: Viel Mittelmaß im Mittelfeld

Die Schaltzentrale der Löwen schwächelt in dieser Saison. Wie haben sich Dressel, Wein, Moll, Staude, Neudecker und Tallig geschlagen? Der dritte Teil der Zwischenzeugnisse der AZ für die Sechzger.
| Matthias Eicher
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Zahlreiche Mittelfeldspieler des TSV 1860 kamen in der Hinrunde nicht an die Form aus der Vorsaison heran.
Zahlreiche Mittelfeldspieler des TSV 1860 kamen in der Hinrunde nicht an die Form aus der Vorsaison heran. © IMAGO / MIS

München - Sie sind das Giesinger Herzstück. Unter Trainer Michael Köllner haben sie zwei Spielzeiten in Folge für echte Furore gesorgt. In der laufenden Saison hakt es etwas in der Schaltzentrale der Blauen, wo es das Runde in schöner Regelmäßigkeit in die Nähe des Eckigen zu befördern gilt.

Teil drei der AZ-Zwischenzeugnisse - das Mittelfeld:

Dennis Dressel: Sechzigs Mittelfeld-Juwel hatte 2020/21 satte acht Saisontore erzielt. Anfangs trauerte der 23-Jährige sichtlich dem geplatzten Wechsel zu Zweitligist SV Darmstadt 98 hinterher. Torgefahr, Überzeugung - beides ging verloren bei dem Youngster, der dennoch in 20 Saisonspielen auflief und dabei ein Tor und ein Assist beisteuerte. Zumeist agierte Dressel jedoch mangels Alternativen auf der Sechs, wo er mit Zweikampfstärke, seiner guten Physis und auch Technik punkten konnte. Dazu kam, dass es irgendwann Klick machte. Köllner dazu: "Mir hat sehr gefallen, dass er kürzlich in einem Interview gesagt hat: Ich möchte mit Sechzig noch was schaffen." Abgang im Sommer zwar wahrscheinlich, aber dennoch eine solide Halbserie. Note 3

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Daniel Wein: Sechzigs etatmäßiger Sechser gilt als Mister Zuverlässig. Zum Leidwesen der Löwen - und ihm selbst - musste Wein in der laufenden Spielzeit öfter passen, als er auf dem Rasen stand: Achillessehnenreizung, Zehenbruch, Fußverletzung - Wein stand zwischendurch nur sieben Mal auf dem Platz (ein Tor, zwei Assists). Auch ein Grund, weshalb es bei den Giesingern nicht rund lief. Note 3

Quirin Moll ist kaum noch wiederzuerkennen

Quirin Moll: Was ist nur mit dem Taktgeber los? Der zweitligaerfahrene Mann sollte Sechzigs ordnende Hand in der Zentrale sein. Nach langer Verletzungsmisere in den letzten Jahren kämpfte er sich immer wieder ran, doch der Dachauer wirkt nicht handlungsschnell und spritzig genug.

Weder im Mittelfeld, noch als Innenverteidiger konnte er sich durchsetzen, agierte fehlerbehaftet. Kein Wunder, dass auch die Körpersprache irgendwann leidet. Sinnbild seiner Lage: Im Totopokal-Duell beim TSV Buchbach (3:2) ließ er sich stümperhaft den Ball klauen, was Coach Köllner zum Kopfschütteln bewegte. Einst spielstarker Musterprofi, jetzt nicht mehr wiederzuerkennen. Note 5

Richard Neudecker: Sein Fan-Spitzname "Messi von Giesing" ist viel zu hoch gegriffen, doch zweifelsohne hat der Altöttinger am Ball Fähigkeiten, die sonst kaum ein Löwe besitzt. "Richy kannst du nicht eins zu eins ersetzen", gab selbst Trainer Köllner zu. Zu Saisonbeginn sichtlich zu viel Gewicht auf den Rippen, unterlag sein Wirken gewissen Schwankungen. Zwei Treffer und vier Vorlagen zeugen von reichlich Luft nach oben. Zugutezuhalten ist dem quirligen Spielmacher, dass er die Anfangsphase und eine Corona-Erkrankung mit vollem Einsatz überwunden hat. Klar ist aber auch: Soll in der Rest-Rückrunde noch was gehen, wird Sechzig einen (noch) besseren Neudecker brauchen. Note 3

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Erik Tallig kann ordentliche Vorsaison nicht bestätigen

Erik Tallig: Als Juwel von Absteiger Chemnitz geholt, kam Tallig nach ordentlicher Vorsaison in den vergangenen Monaten gewiss nicht so zum Zug, wie er es sich gewünscht hätte. Diesmal haute er zwar kein Zehn-Tore-Ziel heraus, das ihm in der Vorsaison etwas zum Verhängnis geworden war. Der 21-Jährige ist mit seiner Bilanz von null Toren und einem Assist in 16 Spielen seinen Status als Stammspieler aber ebenso los wie seine Rolle als aufstrebender Neu-Löwe. Er muss sich weiterentwickeln, wenn er sich bei 1860 durchsetzen will - und/oder eine Ablöse einspielen soll. Note 5

Keanu Staude: Als Kreativ-Kicker geholt und von Gorenzel über den grünen Klee gelobt. Umso höher war die Fallhöhe zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Der Ex-Bielefelder mit ganz feiner Ballbehandlung konnte sein Talent so gut wie nie auf den Platz bringen. Zu allem Überfluss verschoss er als Joker beim 1:3 gegen Waldhof Mannheim einen Strafstoß - bei dem sich hinterher jeder fragte, weshalb überhaupt er zum Punkt geschritten ist. Mit 245 Spielminuten verteilt auf zwölf Spiele so etwas wie Edeljoker, wobei er die edlen, zielführenden Impulse vermissen lässt. Die Wege dürften sich im Sommer wieder trennen. Note 5

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