K&K-Dynastie: Kroos und Kimmich stehen vor Meilensteinen

Gegen die Schweiz bestreitet Toni Kroos sein 100. Länderspiel, für Joshua Kimmich steht DFB-Partie Nummer 50 an. Joachim Löw lobt das Duo: "Sie bringen immer Lösungen zustande."
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Achse im deutschen Mittelfeld: Toni Kroos(links) und Joshua Kimmich.
Achse im deutschen Mittelfeld: Toni Kroos(links) und Joshua Kimmich. © Christian Charisius/dpa

München - Nun steht er auf einer Stufe mit Thomas Müller. Nicht, was den Redefluss betrifft - im Vergleich zum Oberbayer Müller ist Toni Kroos keine sprudelnde Quelle, sondern ein ziemlich stilles Wasser. Es geht vielmehr um die Einsätze im deutschen Nationaltrikot.

In der Nations-League-Partie gegen die Schweiz wird Kroos am Mittwochabend (20.45 Uhr, ARD live) sein 100. Länderspiel bestreiten und damit in den Klub der Dreistelligen des DFB aufrücken.

Der Mittelfeld-Regent in Diensten von Real Madrid wird das zwölfte Mitglied des Ü100-Kreises, in seinem Umfeld rangieren fünf weitere WM-Helden von 2014: Per Mertesacker (104 Einsätze), Philipp Lahm (113), Bastian Schweinsteiger (121), Lukas Podolski (130) und Miroslav Klose (137). Ganz oben thront mit 150 Länderspielen: Lothar Matthäus, der Rekordnationalspieler.

Toni Kroos zieht mit Thomas Müller gleich

Mit dem Jubiläum erklimmt Kroos Platz 14 im ewigen DFB-Ranking, zieht nicht nur mit Müller, sondern auch mit Ulf Kirsten (51 DFB-Länderspiele, 49 für die DDR) gleich.

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Für Bundestrainer Joachim Löw ist es ein "schöner Zufall, dass es ausgerechnet in Köln so weit ist". Hier hat der Ex-Bayer (2007-2014), der von Januar 2009 an für eineinhalb Jahre an Bayer Leverkusen ausgeliehen war und damals die Rhein-Metropole (Köln natürlich!) kennen- und schätzen lernte, einen zweiten Wohnsitz.

Toni Kroos auf Franz Beckenbauers Spuren

"Toni hat eine enorme Entwicklung genommen. Er hat nie Anzeichen von Nervosität, ist die Ruhe in Person und vertraut in seine Stärken. Toni hat so viel Selbstbewusstsein im Spiel, dass er die Ruhe immer ausstrahlt. Bei ihm weiß man: Der übernimmt Verantwortung", erklärte Löw nun.

Noch drei weitere Einsätze und der geborene Greifswalder Kroos, erst 30 Jahre alt, erreicht die 103 des Giesingers Franz Beckenbauer - vielleicht schon im November. Kroos debütierte am 3. März 2010, wurde beim 0:1 im Test gegen Argentinien in der 67. Spielminute eingewechselt - witzigerweise für Thomas Müller, ebenfalls Debütant an diesem Abend in München.

Löw: So war Kroos vor dem WM-Finale drauf

Gemeinsam gewannen sie unzählige Titel, bei Bayerns Champions-League-Triumph 2013 in Wembley fehlte Kroos verletzt, ein Jahr später krönte man sich gemeinsam in Rio zum Weltmeister.

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"Vor dem WM-Finale hat man nur Ruhe bei ihm gesehen und die Freude gemerkt", erinnerte sich Löw, "aber man konnte auch sehen, es ist mehr oder weniger ein ganz normales Spiel für ihn." So cool, so Kroos.

Kimmich vor seinem 50. DFB-Einsatz

Mit Real holte er drei weitere Male als Stammspieler den Henkelpott (2016 bis 2018), kein deutscher Profi hat öfter die europäische Vereinskrone gewonnen.

Joshua Kimmich, fünf Jahre jünger als Kroos, hat gerade erst angefangen, Titel zu sammeln, durfte vor wenigen Wochen mit dem Champions-League-Pokal kuscheln. Auch Kimmich, der aus Bösingen im Landkreis Rottweil stammt und beim VfB Bösingen das Fußballspielen lernte, ehe er mit zwölf Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart wechselte, steht vor einem "Runden", vor seinem 50. Einsatz.

Löw: "Wenn Kroos den Spielaufbau macht, sichert Joshua ab"

Damit reicht es im Ranking nur zu Platz 88, Kimmich schließt auf zum früheren Fürther- und Bayern-Spieler Herbert Erhardt (†), der von 1953 bis 1962 für Deutschland auflief. Sein Nationalelf-Debüt feierte Kimmich kurz vor der EM 2016.

Gemeinsam mit "Onkel Toni" bildet er das Zentrum der Nationalelf, regiert als Sechser in der Kommandozentrale des DFB-Aufbauspiels.

"Beide haben sich von Anfang an gut verstanden, sind so gute Fußballer, dass sie immer anspielbar sind. Wenn Kroos den Spielaufbau macht, sichert Joshua ab. Sie wollen beide immer den Ball und bringen immer Lösungen zustande", erläuterte Löw die Aufgabenteilung der deutschen K&K-Dynastie.

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Ein Pluspunkt sei, "dass Jo eher ein gelernter Abwehrspieler ist, der dort schon alle Positionen gespielt hat", so der Bundestrainer.

Für Teamkollege Leon Goretzka ist Kroos "ein enormer Fixpunkt für uns". Und: "Er weiß, wie man Titel gewinnt, allen Widerständen zum Trotz. Das möchte ich für mein Spiel übernehmen." So spricht man über Vorbilder.

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