Wer vermisst Alaba? Upamecano und Süle haben Bayerns Ex-Abwehrchef perfekt ersetzt

Dayot Upamecano und Co. haben die Lücke, die Ex-Abwehrchef David Alaba bei Bayern hinterlassen hat, perfekt geschlossen. "Ich liebe das Verteidigen", sagt der Franzose.
| Patrick Strasser
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Wird dank Dayot Upamecano und Niklas Süle bei Bayern nicht vermisst: David Alaba.
Wird dank Dayot Upamecano und Niklas Süle bei Bayern nicht vermisst: David Alaba. © imago/NurPhoto

München - Ein 3:0 beim FC Barcelona, ein 5:0 gegen Dynamo Kiew – für den FC Bayern und den neuen Chefcoach Julian Nagelsmann war es bisher ein perfekter Start in die Gruppenphase der Champions League. Samt eingestelltem Vereinsrekord. Sechs Punkte, acht Tore erzielt, keins kassiert.

Dayot Upamecano: "Ich hasse es, Tore zu kassieren"

Für einen Abwehrspieler gilt immer und überall und ganz speziell beim Gruppenspiel bei Benfica Lissabon am Mittwoch (21 Uhr, DAZN und im AZ-Liveticker) die Losung: Die Null muss stehen. Vier Worte, eine Mission.

Oder wie es Dayot Upamecano am Dienstagmittag an der Säbener Straße vor der Abreise nach Portugal ausdrückte: "Ich liebe das Verteidigen. Ich hasse es, Tore zu kassieren. Ich mache meinen Job sehr gerne."

Guter Dinge: Bayern-Neuzugang Dayot Upamecano bei seiner offiziellen Vorstellung.
Guter Dinge: Bayern-Neuzugang Dayot Upamecano bei seiner offiziellen Vorstellung. © imago images/FC Bayern München

Kürzer und prägnanter kann man das Stellenprofil nicht beschreiben. Der 22-Jährige gilt als neuer Abwehrboss der Bayern. In diesem Satz stecken zwei Dinge, die verwundern, wenn man mit dem Franzosen spricht, der per Ausstiegsklausel für 42,5 Millionen Euro von RB Leipzig verpflichtet wurde.

Dayot Upamecano ist ein introvertierter Boss

Erstens: Das Alter. "Man vergisst oft, dass er noch ein sehr junger Spieler ist, weil er schon so lange in Österreich und Deutschland aktiv ist", meinte Nagelsmann, der erwähnte, manche würden Upamecano auf "27 oder 28 Jahre" schätzen. Was für die Reife von "Upa", wie ihn sein Trainer und alle Mitspieler rufen, spricht.

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Zweitens: Ein Boss, so die landläufige Meinung, muss laut und extrovertiert sein. Ist Upamecano keineswegs. "Er ist ein ganz lieber Mensch, auch wenn er manchmal böse schaut. Das Gegenteil ist aber der Fall. Er ist einer, der sehr schüchtern und eher zurückhaltend ist", beschrieb ihn Nagelsmann, der ihn aus gemeinsamen Tagen in Sachsen schon länger kennt.  

"Er hat das Herz am rechten Fleck und hat in seinem Leben wohl noch nie eine Mücke an der Wand zerklatscht und wird das auch nicht tun. Das hat er von seiner Familie, wo er viel Gutes mitbekommen hat."

Nagelsmann: Upamecano "war ein sehr guter Transfer"

Stichwort Erziehung. Upamecano weiß dieses hohe Gut zu schätzen: "Ich wurde sehr gut erzogen. Ich habe viel Respekt vor Menschen, die mich respektieren. Respekt ist sehr wichtig und hat zwei Seiten. Familie ist für mich sehr wichtig."

Auf dem Platz aber kann und darf er nicht immer nett sein. Sonst hätte er es nicht zum Stammspieler bei Bayern geschafft und mit seinem vierten Länderspieleinsatz für die französische Nationalelf vor zehn Tagen die Nations League gewonnen. "Upa hat eine sehr gute Entwicklung genommen", analysierte Nagelsmann und betonte: "Er hat manchmal noch Fehler drin, aber die muss man ihm auch zugestehen."

Nagelsmanns Fazit nach bisher erst zehn Pflichtspielen von Upamecano für die Münchner: "Der Transfer war ein sehr guter." Patzer und Wackler wie etwa beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt werden Upamecano in seiner Premieren-Saison verziehen.

Ob er im Abwehrzentrum mit Lucas Hernández (der wegen des Ausfalls von Alphonso Davies gegen Benfica auf die Linksverteidiger-Position rückt) oder wie nun am Mittwoch mit Niklas Süle gemeinsam agiert, steht er seinen Mann mit einer "sehr guten Geschwindigkeit" (Nagelsmann). Die Defensive der Bayern wirkt stabiler im Vergleich zur vergangenen Saison unter Flick als die Toreflut der Offensivabteilung die Versäumnisse der Abwehr ein ums andere Mal kaschierte.

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Nach Bayern-Abgang: Alaba sucht noch das Glück

So hart es klingt, aber im Grunde, stellt man sich nach zwei Monaten der neuen Spielzeit die Frage: Wer vermisst eigentlich David Alaba? Dabei hatte es nach monatelangem Poker und der letztlich gescheiterten Vertragsverlängerung des österreichischen Publikumslieblings geheißen, Bayerns Defensive werde durch den Umbruch noch mehr bröckeln. Keineswegs.

Alaba (29) sucht bei Real Madrid sein neues Glück - noch mit der Betonung auf: suchen. Und Jérôme Boateng (33), unter Flick meist Alabas Partner, hat auf der Zielgeraden seiner Karriere bei Olympique Lyon, das lediglich in der Europa League spielt, angeheuert - mit bisher ansprechenden Leistungen.

Alaba und Boateng haben 2013 und 2020 das Triple gewonnen, sind Vereinslegenden. Upamecano will ein neues Erfolgskapitel aufschlagen.

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