Thiago, Kimmich, Havertz: Das Pokalfinale der Mittelfeld-Köpfe

Gegenwart und Zukunft? Das Pokalfinale ist auch das Duell der Mittelfeld-Asse. Das letzte? Der Spanier soll sich mit Liverpool auf einen Wechsel geeinigt haben. Und Bayern hat seinen Star längst gefunden.
| Patrick Strasser
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Wer ist der bessere Kopf für den FC Bayern im Mittelfeld? Spielmacher Thiago (links) oder Leverkusens Kai Havertz, an dem die Münchner interessiert sind? Die Antwort könnte Joshua Kimmich (rechts) lauten.
imago images/Plusphoto 2 Wer ist der bessere Kopf für den FC Bayern im Mittelfeld? Spielmacher Thiago (links) oder Leverkusens Kai Havertz, an dem die Münchner interessiert sind? Die Antwort könnte Joshua Kimmich (rechts) lauten.
Bei der 2:4-Niederlage seines Teams daheim gegen den FC Bayern saß Leverkusens Mittelfeld-Motor Kai Havertz verletzt auf der Tribüne.
Matthias Hangst/Getty Images Europe/Pool/dpa 2 Bei der 2:4-Niederlage seines Teams daheim gegen den FC Bayern saß Leverkusens Mittelfeld-Motor Kai Havertz verletzt auf der Tribüne.

München - Im Trubel um Bayerns Verpflichtung von Leroy Sané gerät ein spektakulärer Deal, der wohl kurz vor dem Abschluss steht, etwas in den Hintergrund.

Nach den Verhandlungen zwischen den Bayern-Bossen mit Spielmacher Thiago um eine Verlängerung des 2021 auslaufenden Vertrages ist eine Unterschrift nicht mehr fern – allerdings unter ein Arbeitspapier des FC Liverpool um Meistertrainer Jürgen Klopp.

Laut der katalanischen Zeitung "Sport" soll sich Thiago mit den Reds bereits über einen Wechsel einig sein, die Verhandlungen "sehr weit fortgeschritten". Laut des Berichts verlange der FC Bayern mindestens 35 Millionen Ablöse.

Thiago und der FC Bayern: Zeichen stehen auf Abschied

Zu wenig für einen Fußballer dieser Klasse, der einer Mannschaft als Sechser im Spielaufbau Struktur gibt und das Tempo bei der Vorwärtsbewegung bestimmt? Doch nach den monatelangen Verhandlungen, die Thiago kurz vor der avisierten Unterschrift des ausgearbeiteten Deals urplötzlich platzen ließ, stehen die Zeichen auf Abschied.

In Zeiten leicht reduzierter Preise aufgrund der Corona-Krise und des letzten Vertragsjahres des 29-Jährigen könnte selbst eine Summe unter 40 Millionen angemessen sein. Da Thiago 2013 als absoluter Wunschtransfer des damaligen Trainers Pep Guardiola ("Thiago oder nix!") für 25 Millionen vom FC Barcelona kam, würde man ohnehin einen Gewinn machen.

Und ablösefrei will Bayern Thiago im Sommer 2021 nicht ziehen lassen. Motivation zum Wechsel sollen die Sehnsucht nach Veränderung und einer neuen Herausforderung sein sowie ein vor kurzem geführtes persönliches Gespräch zwischen Thiago und LFC-Trainer Jürgen Klopp, ein großer Fan des Mittelfeldmannes.

Thiagos Abgang könnte den Weg für Havertz frei machen

Bayerns Meistertrainer Hansi Flick, ebenfalls ein großer Thiago-Fan, scheint machtlos. Flicks eher ernüchterte Worte vor einer Woche lauteten: "Letztendlich entscheidet der Spieler." Am Freitag sagte er in Berlin: "Ich hoffe nicht, dass Thiagos Abschied bevorsteht."

Dennoch: Macht dessen Abgang nach 230 Pflichtspielen und 31 Toren (in dieser Saison 35/3) den Weg frei für die Verpflichtung von Kai Havertz von Bayer Leverkusen? Kann und will Bayern nach dem Mega-Deal mit Sané einen weiteren Großeinkauf stemmen – gerade in unsicheren Zeiten, was die finanziellen Rahmenbedingungen betrifft?

Bei der 2:4-Niederlage seines Teams daheim gegen den FC Bayern saß Leverkusens Mittelfeld-Motor Kai Havertz verletzt auf der Tribüne.
Bei der 2:4-Niederlage seines Teams daheim gegen den FC Bayern saß Leverkusens Mittelfeld-Motor Kai Havertz verletzt auf der Tribüne. © Matthias Hangst/Getty Images Europe/Pool/dpa

Das Mega-Talent bestreitet diesen Samstag beim Pokalfinale in Berlin (20 Uhr, ARD/Sky und im AZ-Liveticker) eine Ein-Spiel-Castingshow, begleitet von einer Menge Druck, weil der 21-Jährige bei seinem ersten großen Endspiel als Profi besonders unterm Brennglas steht. Auch Karl-Heinz Rummenigge erteilte den Hoffnungen einen Dämpfer: Er bezeichnete einen baldigen Transfer als "nicht möglich".

In beiden Bundesligaduellen dieser Saison zwischen Bayern und Bayer fehlte Havertz verletzt. "Er wird das Spiel nicht alleine gewinnen können, kann aber sehr wichtig sein", sagte Leverkusens Trainer Peter Bosz. Unabhängig davon: Havertz will Leverkusen trotz seines bis 2022 laufenden Vertrags unbedingt diesen Sommer verlassen, Bayer-Sportchef Rudi Völler hat eine Ablöse von über 100 Millionen aufgerufen.

Joshua Kimmich der künftige Mittelfeld-Kopf beim FC Bayern?

Der FC Chelsea, der sich schon Leipzigs Timo Werner geschnappt hat, will in die Verhandlungen einsteigen – Bayern zögert. Weil es das aktuelle Mittelfeld-Dreieck um die beiden Sechser Joshua Kimmich (25), Leon Goretzka (25) sowie Zehner-Freigeist Thomas Müller (30) zuletzt richtig gut gemacht und sich gefunden hat?

Bei der Frage, welcher Spielmacher bzw. welcher Kopf der bessere für Bayern wäre – Thiago oder Havertz – muss die Antwort lauten: Kimmich, der künftige Kapitän nach der Ära von Torhüter Manuel Neuer.

Nach seiner Leisten-Operation im Anschluss an das Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt (2:1) Anfang Juni ist Thiago laut Flick "seit Mittwoch voll in der Belastung und daher von Anfang an einsetzbar. Er ist zu 100 Prozent fit."

Allerdings wohl kein Thema für die Startelf. Thiago winkt – je nach Spielverlauf – höchstens eine Einwechslung. Nach sieben Jahren in München könnte es der letzte Einsatz im Bayern-Trikot sein.

Lesen Sie hier: Süle-Comeback im DFB-Pokalfinale möglich

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