Suche nach Perisic-Ersatz: Wen könnten die Bayern holen?

Nach dem nun auch offiziell verkündeten Abgang von Ivan Perisic muss sich der FC Bayern auf die Suche nach einem Backup für die Flügel machen. Die AZ stellt potenzielle Kandidaten vor.
| Bernhard Lackner
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Leihspieler Ivan Perisic bleibt nicht beim FC Bayern.
Leihspieler Ivan Perisic bleibt nicht beim FC Bayern. © Matthias Balk/dpa

München - Noch acht Tage bis zum Start in die neue Bundesliga-Saison – und noch immer gibt es beim FC Bayern in Sachen Kader einige offene Fragen. Neben einem Rechtsverteidiger-Backup für Benjamin Pavard müssen die Münchner womöglich noch kurzfristig auf die möglichen Abgänge von Thiago und David Alaba reagieren.

Am Mittwoch verkündete der Rekordmeister außerdem, dass der in der vergangenen Saison von Inter Mailand ausgeliehene Ivan Perisic nicht fest verpflichtet wird. Der Kroate hatte als absolut verlässlicher, mannschaftsdienlicher und torgefährlicher Backup auf den Flügeln agiert – die Bayern hätten ihn gerne gehalten.

In Leroy Sané, Kingsley Coman und Serge Gnabry haben die Bayern nun nur noch drei (teils sehr verletzungsanfällige) Außenstürmer für zwei Positionen – zu wenig für die anstehende Mammut-Saison. Zumal Offensiv-Juwel Oliver Batista-Meier, der die Position ebenfalls spielen kann, für eine Saison in die niederländische Eredivisie zum SC Heerenveen verliehen wird. Die Niederländer machten den Deal am Donnerstag offiziell.

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"Alle drei, vier Tage haben wir ein Spiel", gab Bayern-Coach Hansi Flick am Mittwoch zu Bedenken: "Deswegen bin ich mit Hasan Salihamidzic (Sportvorstand, d. Red.) in regem Austausch, dass wir Spieler brauchen, wenn wir jetzt Qualität verlieren. Dass wir nachlegen und eine gute Qualität in der Breite haben."

Doch wen könnten die Bayern in diesem schwierigen Transfersommer für den Flügel holen? Die AZ hat fünf mögliche Kandidaten unter die Lupe genommen:

Moussa Diaby (Bayer Leverkusen)

Runde weiter: Bayer-Kapitän Lars Bender (r) gratuliert dem Torschützen Moussa Diaby.
Runde weiter: Bayer-Kapitän Lars Bender (r) gratuliert dem Torschützen Moussa Diaby. © Sascha Schuermann/AFP-Pool/dpa/dpa

Sich selbst verstärken und gleichzeitig einen Konkurrenten schwächen – eine Transfer-Maxime, die die Bayern seit Jahrzehnten gerne und überaus erfolgreich praktizieren.

In den Nuller-Jahren bedienten sich die Münchner gleich dreimal bei Bayer Leverkusen. Seinerzeit wechselten Lúcio, Zé Roberto und Michael Ballack zum Rekordmeister – in diesem Sommer findet sich mit Moussa Diaby ein Angreifer in den Reihen der Werkself, der ins Beuteschema passt.

Der 21-Jährige würde den Kreis der Franzosen bei den Bayern erweitern. Der pfeilschnelle Angreifer kam im vergangenen Sommer für 15 Millionen Euro von Paris Saint-Germain und zählt zu den größten Offensivtalenten in der Bundesliga.

Das Problem dabei: Mit Kai Havertz (FC Chelsea) und Kevin Volland (AS Monaco) haben die Leverkusener zuletzt zwei Stammkräfte in der Offensive für einen dreistelligen Millionen-Betrag abgegeben. Bayer braucht Qualität dringender als Geld – ein Transfer dürfte schwierig zu bewerkstelligen sein.

Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach)

Marcus Thuram stürmte mit Borussia Mönchengladbach im Herbst zum Sieg gegen die Bayern.
Marcus Thuram stürmte mit Borussia Mönchengladbach im Herbst zum Sieg gegen die Bayern. © Federico Gambarini/dpa

Der bullige Linksaußen von Borussia Mönchengladbach wusste beim 2:1-Sieg gegen die Bayern in der Bundesliga im vergangenen Herbst zu überzeugen – auch sonst gehörte der 1,93-Meter-Hüne zu den positiven Überraschungen in der abgelaufenen Saison.

Trotz seiner Masse verfügt Thuram - wie Diaby Franzose - über einen bemerkenswerten Antritt, gute Technik und Zug zum Tor. In der Vorsaison stellte er seine Gefährlichkeit mit 18 Torbeteiligungen in 31 Partien (zehn Tore, acht Vorlagen) unter Beweis.

Was für den Sohn des französischen Weltmeisters Lilian Thuram spricht: Er kann sowohl auf beiden Außenbahnen als auch im Sturmzentrum spielen, wenngleich er die Position auf Linksaußen bevorzugt.

Milot Rashica (Werder Bremen)

Werder-Profi Milot Rashica (M.) feiert seinen Treffer zur 1:0-Führung.
Werder-Profi Milot Rashica (M.) feiert seinen Treffer zur 1:0-Führung. © Ina Fassbender/dpa

Milot Rashica zählte in der abgelaufenen Albtraum-Saison zu den wenigen positiven Erscheinungen bei Werder Bremen. Insgesamt kam er in 28 Ligaspielen auf sieben Tore und acht Vorlagen, dazu kommen drei Treffer und ein Assist in vier Pokalspielen.

Dass Rashica Bremen verlässt, gilt als beschlossene Sache. Werder hat aktuell massive finanzielle Probleme und ist zwingend auf Einnahmen angewiesen.

An Interessenten mangelt es nicht: Insbesondere RB Leipzig buhlte über Wochen hinweg heftig um den kosovarischen Nationalspieler, zuletzt schien das Interesse aber abzukühlen. Auch Aston Villa und der SSC Neapel würden den Angreifer gerne verpflichten. Werder fordert wohl eine Ablöse in Höhe von 25 Millionen Euro – für die Bayern ein machbarer Betrag.

Pedri (FC Barcelona)

Pedri wechselte im Sommer von Las Palmas zum FC Barcelona.
Pedri wechselte im Sommer von Las Palmas zum FC Barcelona. © imago images / Marca

Der 17-jährige Angreifer wechselte erst in diesem Sommer aus der zweiten spanischen Liga von Las Palmas zum FC Barcelona, sieht sich dort jedoch mit Antoine Griezmann und Mega-Talent Ansu Fati enormer Konkurrenz ausgesetzt. In den vergangenen Wochen wurde daher über einen Wechsel in die Bundesliga spekuliert.

Neben Borussia Mönchengladbach sollen auch die Bayern starkes Interesse an Pedri zeigen. Wie die "Mundo Deportivo" zuletzt berichtete, soll Bayerns Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach dem 8:2-Sieg über den FC Barcelona höchstpersönlich den Kontakt zu Präsident Josep Bartomeu gesucht haben, um die Möglichkeit eines Leihgeschäfts auszuloten.

Der 17-jährige Offensivspieler gilt als Ausnahmetalent und zählte in der abgelaufenen Saison zu den absoluten Leistungsträgern bei UD Las Palmas, für das er in 36 Partien an elf Treffern beteiligt war (vier Tore, sieben Vorlagen). Seine Ausstiegsklausel beläuft sich auf - für spanische Verhältnisse in dieser Höhe übliche - 400 Millionen Euro.

Warum eigentlich nicht Alphonso Davies?

Bayerns Alphonso Davies und Mönchengladbachs Alassane Plea (l-r.) im Zweikampf um den Ball.
Bayerns Alphonso Davies und Mönchengladbachs Alassane Plea (l-r.) im Zweikampf um den Ball. © Federico Gambarini/dpa

Alphonso Davies hat sich in der vergangenen Saison zu einem der spektakulärsten Linksverteidiger Europas entwickelt, dabei ist der Kanadier eigentlich gelernter Offensivspieler. Bei Bedarf könnte er also ohne große Probleme auf die linke Außenposition rücken.

Vorteil dabei: Sollte Davies tatsächlich zwischendurch in die Offensive rücken, hätte Lucas Hernández mehr Chancen auf Spielzeit. Bayerns Rekordtransfer hatte in seiner Debütsaison in München immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und wusste noch nicht nachhaltig zu überzeugen. Während seiner Innenbandverletzung spielte sich David Alaba in der Innenverteidigung fest, Davies auf außen.

Eine nachhaltige Lösung wäre dies freilich nicht: Würden die Bayern die Position als Backup auf Linksaußen intern mit Davies ersetzen, wäre das Vakuum lediglich verlegt und es bräuchte Verstärkung für die Abwehr.

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