Sepp Maier: Bayern ist nicht so dumm, Manuel Neuer gehen zu lassen

Bayerns Torhüterlegende Sepp Maier hält Manuel Neuers 20-Millionen-Forderung für gerechtfertigt. Der 76-Jährige sagt gegenüber der AZ: "Ich glaube nicht, dass sie so dumm sind und ihn gehen lassen".
| Julian Buhl
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"Hauptsache gesund bleiben und eine Gaudi haben. Dann werde ich gern 100", ist Sepp Maiers Lebensmotto.
Pressefoto Rauchensteiner "Hauptsache gesund bleiben und eine Gaudi haben. Dann werde ich gern 100", ist Sepp Maiers Lebensmotto.

München - Bei Hansi Flick hat’s geklappt, bei Thomas Müller ebenfalls (jeweils bis 2023). Ausgerechnet beim Kapitän des FC Bayern hakt es allerdings mit der Vertragsverlängerung – und zwar gewaltig.

Strittig ist nach wie vor die Vertragslaufzeit. Der 34-Jährige, dessen Arbeitspapier im Sommer 2021 endet, wünscht sich einen bis 2025 gültigen Kontrakt – dann wäre er 39. Bayern hat ihm nur eine Zusammenarbeit bis 2023 angeboten. Doch das ist nicht der einzige Punkt, bei dem beide Parteien derzeit noch weit auseinander liegen.

Vertrauensbasis ist "stark erschüttert"

Denn Neuer und dessen Berater Thomas Kroth haben angeblich ein Jahresgehalt von 20 Millionen gefordert – während die Bayern-Bosse davon ausgegangen waren, bereits ein finanzielles Top-Angebot vorgelegt zu haben. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge betonte zuletzt, dass alle Spieler vor der Corona-Krise "faire Angebote" erhalten hätten und die Münchner diese auch nicht aufgrund der aktuellen Lage angepasst hätten.

Für den Nationaltorhüter offenbar nicht fair genug. Dass die angebliche 20-Millionen-Forderung – laut Sport1-Experte Marcel Reif "obszöne Zahlen" – nun an die Öffentlichkeit kam, missfällt der Neuer-Seite. Wie der "Kicker" schreibt, heißt es, dass "die Vertrauensbasis zwischen dem Torhüter und seinem Klub momentan stark erschüttert" ist. Die Fronten seien "derzeit allzu sehr verhärtet".

Schon die Spielzeit-Garantien, die man Alexander Nübel, Neuers potenziellem Erben zugesprochen hatte, waren nicht gut beim Weltmeister von 2014 angekommen. Deshalb könne es "noch Wochen oder gar Monate dauern" bis zu einer Entscheidung.

FC Bayern: Die Vertragslaufzeiten der Spieler

Sepp Maier: "Es gibt keinen Besseren als Neuer"

Riskiert Bayern tatsächlich ein Scheitern der Verhandlungen und den Verlust seines Kapitäns? "Ich glaube nicht, dass sie so dumm sind und den Neuer gehen lassen", sagt Bayerns Torhüter-Legende Sepp Maier der AZ: "Es gibt momentan keinen Besseren als Neuer auf der Welt und es wird auch in den nächsten fünf Jahren keinen geben."

Für Maier gibt es daran nicht den geringsten Zweifel. "Oliver Kahn hat auch mit 39 noch hervorragend gehalten", erklärt 76-Jährige: "Warum sollte Neuer nicht auch noch fünf Jahre auf Topniveau spielen? Der ist doch fit, der Junge." Mit Kahn, der nun als Vorstand mit Neuer am Verhandlungstisch sitzt, habe Bayern übrigens laut Maier selbst mit 39 nochmal verlängern wollen.

"Hauptsache gesund bleiben und eine Gaudi haben. Dann werde ich gern 100", ist Sepp Maiers Lebensmotto.
"Hauptsache gesund bleiben und eine Gaudi haben. Dann werde ich gern 100", ist Sepp Maiers Lebensmotto. © Pressefoto Rauchensteiner

Maier: FC Bayern würde Neuer-Abgang bereuen

So ganz überraschend dürfte Neuers Gehaltsforderung Kahn und die anderen Bayern-Bosse ohnehin nicht getroffen haben. Denn wie der "Kicker" weiter berichtet, soll 80-Millionen-Neuzugang Lucas Hernández als Top-Verdiener bereits 24 Millionen pro Jahr kassieren. Der Berater des Weltmeisters von 2018 dementierte die Meldungen noch am Dienstag. "Was da geschrieben wird, ist vollkommen falsch. Lucas verdient beim FC Bayern keine 24 Millionen Euro pro Jahr, weder brutto noch netto", erklärte Garcia Quilon.

Der Weltmeister von 1974 rät seinem Ex-Verein jedenfalls: "Man lässt seine Leistungsträger nicht so einfach gehen." Unter anderem Chelsea, ManCity und Juventus Turin sollen bereits Interesse zeigen.

Maier glaubt: "Sollten sie Manuel Neuer gehen lassen, würden die Bayern das in den nächsten Jahren ganz schön bereuen." So wie bei den bislang letzten beiden Topspielern, die die Münchner zwar durchaus halten wollten, aber eben nicht um jeden Preis. Michael Ballack wechselte 2006 schließlich zu Chelsea, Toni Kroos 2014 zu Real Madrid. Der gewann anschließend übrigens noch drei Mal die Champions League.

Lesen Sie hier: 10 Fan-Choreos beim FC Bayern - Welche war die beste?

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