Sechs Debütanten: Bayerns neuer Jugendstil unter Flick

Jamal Musiala ist nun der jüngste Bundesliga-Spieler der Münchner aller Zeiten – und ein Zeichen, dass Trainer Hansi Flick mit den Talenten noch einiges vor hat. 
| Krischan Kaufmann
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Trainer des FC Bayern: Hansi Flick.
Peter Schatz/Pool/firo Sportphot Trainer des FC Bayern: Hansi Flick.

München - Es lief gerade die Schlussphase im Spiel gegen Freiburg als Jamal Musiala in dieser an Rekorden eh schon überaus reichen Bayern-Saison gleich den nächsten aufstellte: Der junge Brite wurde am Samstag in der 88. Minute eingewechselt und ist seitdem mit 17-Jahren und 115 Tagen der jüngste Bundesliga-Spieler aller Zeiten der Münchner.

Noch mehr Premieren gefällig? Zuvor hatte bereits Offensiv-Talent Sarpreet Singh auf linken Mittelfeldseite erstmals Startelf-Luft schnuppern dürfen. Und zwei Minuten vor Musialas Hereinnahme erlebte auch Defensiv-Youngster Chris Richards sein erstes Mal im deutschen Oberhaus. "Jamal und Chris sind beide auf einem sehr guten Weg, deswegen haben wir sie heute auch belohnt", lobte ihr Förderer Hansi Flick, er mahnte aber auch: "Es braucht noch viel Arbeit, um bei Bayern zu spielen."

Suche nach dem nächsten David Alaba

Natürlich war der meisterliche Debütantenball gegen Freiburg hauptsächlich der personellen Situation geschuldet, schließlich hatte das ohnehin schon prominent gefüllte Lazarett des Rekordmeisters mit Serge Gnabry, Ivan Perisic und David Alaba relativ kurzfristig drei weitere Zugänge erhalten. Aber reine Verlegenheitslösungen waren die Einsätze das Nachwuchs-Trios trotzdem nicht. Denn unter Flick haben die eigenen Talente wieder eine echte Chance beim FC Bayern. Er ist der Architekt des neuen Jugendstils.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Niko Kovac, der nur im Notfall junge Spieler nach oben holte, um personelle Lücken aufzufüllen, war eine von Flicks ersten Maßnahmen nach seiner Amtsübernahme im letzten November, regelmäßig vier Nachwuchskräfte bei den Profis mittrainieren zu lassen. Damals erklärte er: "Wenn sich diese Talente weiterentwickeln wollen und sollen, dann müssen sie mit Weltklassespielern trainieren."

Klingt logisch – und passt zudem auch gut zur bayerischen Kaderplanung, die aktuell auf einer Art Drei-Säulen-Modell beruht: Neben den Transfers von fertigen Stars, wie einem Leroy Sané (24), setzen Sportvorstand Hasan Salihamidzic & Co. immer mehr auf internationale Toptalente wie Paris Saint Germains Tanguy Kouassi (18) – und unter Flick nun auch wieder auf die eigene Jugend.

Trainer des FC Bayern: Hansi Flick.
Trainer des FC Bayern: Hansi Flick. © Peter Schatz/Pool/firo Sportphot

Intern gesucht wird der nächste David Alaba. Der Österreicher war der letzte Nachwuchs-Spieler der Bayern, der den Sprung zu den Profis geschafft und sich dort etabliert hat. Die AZ gibt einen Überblick, wer von den Debütanten in dieser Saison demnächst in Alabas Fußstapfen treten könnte:

Joshua Zirkzee (19 Jahre/312 Bundesligaminuten): Der Niederländer feierte am 12. Dezember gegen Freiburg sein Debüt und sorgte mit seinem ersten Ballkontakt gleich für den Siegtreffer zum 2:1. Seitdem sind acht weitere Einsätze und drei Tore dazugekommen. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2023.

Sarpreet Singh (21/72): Der erste Neuseeländer seit dem legendären Wynton Rufer in der Bundesliga. Offensiv flexibel einsetzbar, in der Dritten Liga mit sieben Treffern dazu sehr torgefährlich. Hätte beinahe auch gegen Freiburg getroffen, seine Direktabnahme wurde aber abgeblockt. Sein Engagement in München endet 2022.

Leon Dajaku (19/10): Durfte in dieser Saison gegen Hertha und Wolfsburg ran. Allerdings nicht am Samstag gegen Freiburg, da feierte er sein Comeback bei den Amateuren. Ist mit einem Kontrakt bis 2023 ausgestattet, könnte aber laut Sport 1 nach nur einer Saison bereits wieder verliehen werden.

Oliver Batista Meier (19/12): Der offensive Halb-Brasilianer durfte beim 5:0 in Düsseldorf erstmals ran. Ist ebenfalls noch bis 2023 gebunden.

Chris Richards (20/6): Der 1,88 Meter große US-Boy ist Stammspieler in der Dritten Liga, (vier Tore), durfte in der Schlussphase gegen Freiburg zusammen mit den Weltmeistern Pavard, Boateng und Hernández Bayerns Viererkette bilden. Vertrag bis 2023.

Jamal Musiala (17/2): Der junge Dribbler gilt als eines der hoffnungsvollsten Offensiv-Talente, steht bis 2022 unter Vertrag, und sorgte zuletzt mit einem Doppelpack bei den Amateuren für Schlagzeilen. Ob einer dieser Youngster wirklich den Sprung zu den Profis schafft, wird die nahe Zukunft zeigen. Mit Hansi Flick als Chefcoach sind ihre Chancen auf jeden Fall gestiegen.

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