Sandro Wagners Flucht: Warum der Stürmer den FC Bayern verlassen will

Sandro Wagner steht vor einem sofortigen Wechsel nach China zu Tianjin Teda. Unter Trainer Niko Kovac hat er keine Chance mehr beim FC Bayern. Im Sturm der Münchner gibt es nun kaum noch Alternativen.
| Maximilian Koch
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Auf dem Sprung in die chinesische Liga: Bayern-Stürmer Sandro Wagner.
imago/Sven Simon Auf dem Sprung in die chinesische Liga: Bayern-Stürmer Sandro Wagner.

München - Ein Transfer hatte sich zuletzt schon angedeutet. In den vergangenen beiden Bundesliga-Partien gegen Hoffenheim und Stuttgart gehörte Sandro Wagner nicht mehr zum Kader des FC Bayern. Trainer Niko Kovac gab etwa Youngster Alphonso Davies (18), der in der Winterpause aus Vancouver verpflichtet wurde, den Vorzug.

Für Wagner war dies das letzte Signal, dass seine Dienste in München nicht mehr gebraucht werden würden. Und so steht der Stürmer nun tatsächlich vor dem Abschied aus seiner Heimat- und Lieblingsstadt.

Bei Tianjin Teda ist Uli Stielike Trainer

China soll es werden für den 31-Jährigen, das meldeten verschiedene Medien am Dienstag. Nach AZ-Informationen weilte Wagners Berater Roman Rummenigge, der Sohn von Karl-Heinz Rummenigge, am Dienstag nicht in seinem Münchner Büro. Um den Transfer seines Klienten auszuhandeln? Der FC Bayern teilte auf Nachfrage der AZ mit, dass man "noch nichts sagen" könne zu Wagner.

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Bei dem interessierten Klub aus Fernost handelt es sich um Tianjin Teda. Dort ist der frühere DFB-Coach und -Spieler Uli Stielike als Trainer tätig. Laut "Bild" bietet Tianjin fünf Millionen Euro Ablöse für Wagner, Bayern verlangt wohl noch mehr Geld. In China ist das Transferfenster bis zum 28. Februar geöffnet. Tianjin will Wagner sofort verpflichten und bietet ihm offenbar einen hoch dotierten Vertrag bis Ende 2020. Gehalt: satte 15 Millionen Euro netto! Sandros Flucht. (Lesen Sie auch: Zieht es Robben nach Japan)

Der Kontrakt des Angreifers in München läuft eigentlich noch bis zum 30. Juni 2020. Doch unter Kovac sieht Wagner keine Perspektive mehr bei Bayern, auch wenn der Coach den Stürmer als "ganz feinen Kerl" und "tollen Fußballer" bezeichnet. Insgesamt absolvierte Wagner in dieser Saison nur sieben Bundesliga-Einsätze mit gerade einmal 138 Minuten. Ein Treffer gelang ihm nicht. Er traf nur im Pokalspiel gegen Viertligist Rödinghausen. An Konkurrenten wie Robert Lewandowski, Serge Gnabry oder Thomas Müller kommt Wagner nicht vorbei.

Sandro Wagner ist in München verwurzelt

Im Dezember hatte Schalke 04 beim früheren Nationalspieler angefragt, da sagte Wagner noch ab. Er hoffte in der Rückrunde auf mehr Spielzeit, doch die blieb aus. Der Mittelstürmer war zur Rückrunde der vergangenen Saison für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim nach München zurückgekehrt, in die Stadt, in der er am 29. November 1987 geboren wurde. Wagner spielte schon in der Jugend bei Bayern, regelmäßig stand er als Fan in der Südkurve. "Bayern wird immer mein Verein bleiben, meine Heimat", sagte Wagner einmal im AZ-Interview. Mit seiner Frau und den drei Kindern wohnt er schon lange in Unterhaching, während seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim fuhr er mehrmals in der Woche nach München.

Das dürfte von China aus komplizierter werden. Doch für Wagner ist es wohl ein letztes Abenteuer in der Karriere, die reizvolle Chance, häufiger zu spielen – und sehr gut zu verdienen. Und die Bayern? Die haben mit Lewandowski nur noch einen gelernten Mittelstürmer im Team, dazu Müller, der aber lieber aus der Tiefe kommt, ebenso wie Gnabry, den Kovac in der Sommervorbereitung als Mittelstürmer testete.

Genau aufgrund dieser Kaderstruktur hatten die Münchner Wagner vor gut einem Jahr verpflichtet. Jupp Heynckes setzte den Angreifer regelmäßig ein, Kovac nicht. Deshalb will Wagner nun weg aus München.

Im Video: Wagner vor China-Wechsel

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