Reha in Doha: Um einen Star bangt Pep besonders

Die Bayern-Stars Ribéry, Alaba, Götze und Benatia reisen angeschlagen ins Trainingslager. Nur einer von ihnen kommt für den Auftakt in Hamburg in Frage. Derweil gibt es Kritik am Trip nach Katar.
| Maximilian Koch
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David Alaba (links) trainierte vor seinen Kollegen bereits individuell.
www.twitter.com/fcbayern David Alaba (links) trainierte vor seinen Kollegen bereits individuell.

München/Doha - Im Flieger nach Katar hatte Franck Ribéry seinen Stammplatz schnell wiedergefunden. Klar, er musste nur nach David Alaba Ausschau halten. Die beiden Spaßvögel des FC Bayern, die natürlich auch diesmal nebeneinandersaßen, hatten in der Vergangenheit schon häufiger mit Reise-Selfies für Erheiterung gesorgt. Man denke nur an den schlafenden Ribéry, der einst mit weit geöffnetem Mund und Kapuze im Gesicht von Alaba geknipst worden war. Nun beließen es die Bayern-Kumpels bei einem braven Vierergruppenbild, Thomas Müller und Jerome Boateng grüßten ebenfalls in die Kamera.

Für Ribéry und Alaba ist diese Reise ins Trainingslager von enormer Bedeutung, die Klassenfahrtstimmung war deshalb auch schnell abgehakt, als die Bayern-Maschine um 16.40 Uhr Ortszeit (14.40 Uhr deutscher Zeit) in Doha aufsetzte. Ribéry, der im vergangenen Jahr zunächst wegen einer Knochenhautentzündung im Sprunggelenk fast neun Monate gefehlt hatte und sich dann im zweiten Spiel nach seinem Comeback erneut schwer verletzte (Muskelbündelriss), wird während des Camps noch nicht mit der Mannschaft trainieren können. Das bestätigte Trainer Pep Guardiola.

Lesen Sie hier: Bayern hatte bei Pep nie eine Chance

Der 32-jährige Franzose setzt sein Reha-Programm fort, genauso wie Medhi Benatia, den man am Tag vor der Abreise an der Säbener Straße beim Joggen beobachten konnte. Auch Mario Götze, der sich im Oktober am Oberschenkel verletzt hatte, wird weiter behutsam aufgebaut. Für das Trio wird der Bundesliga-Auftakt am 22. Januar in Hamburg zu früh kommen.

 

Guardiola hofft auf Alaba

 

Anders der Fall Alaba. Guardiola hofft, dass der Österreicher nach seiner Sprunggelenkverletzung schon am Persischen Golf das Training mit dem Team aufnehmen kann. „Bei ihm ist es mal so, mal so“, sagte der Coach. Es bleibt spannend, ob Guardiola mit verletzten Spielern auch in der Rückrunde so ein hohes Risiko eingeht wie in der Hinserie. Bei Ribéry war dieser Schuss nach hinten losgegangen.

Neben den angeschlagenen Stars erhielten auch einige Nachwuchsspieler ein Ticket für Doha. Die Talente Niklas Dorsch (17 Jahre), Fabian Benko (17), Milos Pantovic (19), Marco Friedl (17) und der erst 15 Jahre alte Torhüter Christian Früchtl komplettierten den 29 Spieler umfassenden Bayern-Tross, in dem die wechselwilligen Jan Kirchhoff, Sinan Kurt und Gianluca Gaudino wie erwartet fehlten.

Im Gepäck hatten die Bayern auch einige kritische Töne. Das Trainingslager in Doha, wo Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung stehen, ist umstritten. Fans und Politiker monieren, dass der FC Bayern nicht verantwortungsbewusst handele. Der Club Nr. 12, eine Dachorganisation aktiver Fans des FC Bayern, teilte mit: „Wir betrachten die Reise nach Katar aufgrund der dortigen Menschenrechtsverletzungen sehr kritisch.“

 

Kritik an Katar-Reise

 

Guardiola wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Thema äußern, er verwies auf die Position des Vereins, die Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in der „Sport-Bild“ formuliert hatte. „Ein Trainingslager ist keine politische Äußerung“, sagte er. „Niemand sollte Dinge vermischen, die nicht zusammengehören.“ Außerdem, ergänzte er: Die Partner in Doha „kennen unsere Überzeugungen, zum Beispiel bei der Frage von Arbeiterrechten. Aber sie werden uns nur zuhören auf der Grundlage von Respekt und Vertrauen.“

Kapitän Philipp Lahm sagte am Mittwoch: „Die Mannschaft und alle im Verein beschäftigen sich mit dem Thema, was in Katar los ist.“ Und stellte die Frage: „Was ist besser? Geht man wirklich offen mit dem Thema um oder sagt man, man bleibt einfach zu Hause. Oder fährt man hin und spricht darüber? Wir werden das Beste daraus machen.“

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