Nagelsmanns Abwehr-Puzzle: Ein Franzose könnte zur Überraschung werden

Der neue Trainer des FC Bayern muss die Abgänge von Alaba und Boateng kompensieren – und eine wichtige Systemfrage klären. Wird Nianzou zum Stammspieler? "Er war schon lange auf meiner Liste", sagt Nagelsmann.
| Maximilian Koch
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Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann muss sich noch einigen schwierigen Aufgaben stellen.
Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann muss sich noch einigen schwierigen Aufgaben stellen. © picture alliance/dpa

München - Seinen Griechenland-Urlaub kann Joshua Kimmich in aller Ruhe genießen, die Nachrichten aus der Heimat dürften ihn beruhigt haben. Denn anders als Ex-Bundestrainer Joachim Löw bei der EM will der neue Bayern-Coach Julian Nagelsmann Kimmich im zentralen Mittelfeld spielen lassen - und nicht als Rechtsverteidiger.

Er sei ein großer Fan davon, "Spieler zu haben, die auf verschiedenen Positionen spielen können", sagte Nagelsmann in einer Instagram-Talkrunde zwar. "Das ist immer wichtig, um auch im Spiel gewisse Anpassungen vornehmen zu können." Bei Kimmich soll die Rolle hinten rechts aber nicht zum Dauerzustand werden. "Überwiegend plane ich ihn schon in der Zentrale ein", ergänzte der Trainer.

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Nagelsmann muss schwierige Entscheidungen treffen

Eine Frage in der Defensive ist damit beantwortet, doch vor dem Start der Bundesliga am 13. August bei Borussia Mönchengladbach muss Nagelsmann noch einige schwierige Entscheidungen treffen. Die AZ gibt einen Überblick über das Abwehr-Puzzle des Trainers.

Spielt Bayern mit Dreier- oder Viererkette? Doch eher Viererkette. Obwohl Nagelsmann bei seinen Stationen in Hoffenheim und Leipzig mit drei Verteidigern spielen ließ, hält er in München wohl an dem bekannten (und bei den Stars beliebten) System mit vier Abwehrkräften fest. "Ich komme nicht hierher und stelle alles auf den Kopf", sagte der Coach: "Es geht darum, eine gewisse Flexibilität zu haben und den Spieler auf die bestmögliche Position zu bringen." Die Dreierkette ist aber eine wichtige Alternative. Ähnlich wie Pep Guardiola wechselt Nagelsmann während einer Partie öfter mal das System.

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"Hernández wird uns viel Freude bereiten"

Wer ersetzt den verletzten Lucas Hernández? Der Franzose fällt nach seiner Knie-OP noch mehrere Wochen aus, er verpasst womöglich sogar den Saisonstart. "Ich bin sehr froh, wenn er nach seiner OP und der Ausfallzeit hoffentlich gesund und topfit zurückkommt", sagte Nagelsmann über Hernández: "Er wird uns sehr viel Freude bereiten und ganz großen Einfluss auf unseren Erfolg haben." Hernández sei "ein herausragender Verteidiger mit unglaublichem Herz".

Nach den Abgängen von David Alaba und Jérôme Boateng bekommt die Abwehr ein komplett neues Gesicht. Neuzugang Dayot Upamecano gilt in der Innenverteidigung als gesetzt, dazu könnte das 19-jährige Supertalent Tanguy Nianzou neben Upamecano auflaufen, so lange Hernández fehlt. Aber vielleicht auch darüber hinaus.

Wird Tanguy Nianzou zur Überraschung der Saison? Gut möglich. Nagelsmann tauschte sich während der ersten Trainingseinheiten intensiv mit dem Franzosen aus - und schwärmte von ihm. "Ich kenne ihn schon sehr lange und hatte ihn schon lange auf meiner Liste", erklärte der Coach: "Er hatte natürlich kein gutes erstes Jahr, weil er auch körperlich Probleme hatte. Da versuchen wir ihn rauszuholen." Nianzou bringt alle Anlagen mit für einen Stammplatz in der Abwehrmitte.

Defensiv-Juwel des FC Bayern: Tanguy Nianzou
Defensiv-Juwel des FC Bayern: Tanguy Nianzou © imago images/Sven Simon

Wie geht es weiter für Süle?

Was passiert mit Niklas Süle? Nach einer enttäuschenden EM ist die Zukunft des 25-Jährigen offen. "Wir sind froh, dass er gesund zurückkommt. Dann werden wir mit dem Trainer besprechen, wie es weitergeht", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Süles Vertrag läuft 2022 aus, es gab Gespräche "in die eine oder andere Richtung", wie Salihamidzic erklärte. Heißt: Entweder Süle verlängert oder er wird verkauft. Ebenfalls unklar ist die Zukunft von Bouna Sarr, der bei einem guten Angebot wechseln dürfte. Bayern sucht einen neuen Rechtsverteidiger. Kimmich wird's nicht.

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