"Keine Geschenke": Bayerns Franzosen vor Heimspiel in München

Gleich zwölf Spieler des FC Bayern gehören beim deutschen EM-Auftakt gegen Frankreich zu den Aufgeboten beider Teams. Davon aber nur zwei Drittel bei Deutschland. Beim Weltmeister hofft ein Münchner Quartett auf einen Einsatz im Fußball-Wohnzimmer.
| dpa
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Lucas Hernández (l.), Corentin Tolisso (2.v.l.) und Kingsley Coman (r.) spielen alle für den FC Bayern.
Lucas Hernández (l.), Corentin Tolisso (2.v.l.) und Kingsley Coman (r.) spielen alle für den FC Bayern. © imago/PanoramiC

Clairefontaine/München - Auf die Chance auf ein erneutes Heimspiel nach der EM 2016 hat der französische Fußball-Verband FFF verzichtet. Kurz vor der Vergabe zog die FFF "als Zeichen der Solidarität" die Bewerbung mit Lyon zurück. Und so muss der Weltmeister am Dienstag auswärts beim Vorgänger-Champion Deutschland in die EM starten.

Pavard über Duell in München: "Keine Geschenke"

Für vier Franzosen wird es dennoch ein Heimspiel. Für sie ist die Allianz-Arena in München als FC-Bayern-Profis nämlich ihr Fußball-Wohnzimmer. "Das erste Spiel gegen Deutschland zu bestreiten, und dann auch noch in München, ist schon etwas Besonderes", sagte Benjamin Pavard: "Ich treffe auf viele Freunde. Aber während des Spiels sind es meine Gegner. Da gibt es keine Geschenke."

Theoretisch könnte es sogar sein, dass die Franzosen mit ebenso vielen Bayern-Spielern auflaufen wie Deutschland. Denn da Leon Goretzka noch verletzt ist, Niklas Süle und Leroy Sané ihre Plätze nicht sicher haben und Jamal Musiala ohnehin Ersatz ist, könnte es beim DFB-Team auf ein Start-Quartett aus München hinauslaufen.

Ob bei den Franzosen Pavard, Lucas Hernández, Corentin Tolisso und Kingsley Coman zur Startelf gehören, ist aber auch nicht sicher. Mindestens Coman, angeschlagen in der Vorbereitung, dürfte kaum Chancen auf einen Start-Einsatz haben.

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Ribéry: "Natürlich spielt Coman"

Genau den fordert allerdings Franck Ribéry, 81-maliger Nationalspieler Frankreichs und von 2007 bis 2019 ebenfalls Bayern-Profi. "Natürlich spielt Coman. Für mich muss er spielen", sagte Ribéry der "Bild": "Mit seiner Qualität, seiner Power und seiner Dribbelstärke kann er den Unterschied ausmachen."

Die Außenverteidiger Pavard und Hernández sowie der zentrale Mittelfeldspieler Tolisso sind in einem Team voller Künstler wichtige Stabilisatoren. Pavard, der in München "wichtige Erfahrungen gesammelt und viele Titel gewonnen" hat, scheint rechts gesetzt. Bei der Generalprobe gegen Bulgarien (3:0) bereitete er auch ein Tor vor. Hernández stand in beiden Vorbereitungsspielen in der Startelf, wackelt aber. Lucas Digne kam zweimal in der Pause für ihn und machte es zweimal besser. Dass er seinen potenziellen Gegenspieler Kimmich gut kennt, könnte aber den Ausschlag für den Münchner geben.

Tolisso hat sich wohl trotz gerade erst auskurierter Verletzung ins Team gespielt. "Er ist ohne Zweifel der große Gewinner der Vorbereitung", schrieb das Fachblatt "France Football". Und Pavard erklärte: "Coco ist ein toller Mensch und ein absoluter Profi. Wir haben nie an ihm gezweifelt." In Ribérys Augen ist der 26-Jährige - bei seiner Verpflichtung 2017 für 41,5 Millionen damals teuerster Bundesliga-Spieler - "sehr wichtig für die Nationalmannschaft".

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Wem drückt Ribéry die Daumen?

Und wem drückt Ribéry nach zwölf Jahren FC Bayern die Daumen? "Mein Herz wird beim Spiel geteilt sein, halb-halb", sagte der 38-Jährige: "Ich bin gebürtiger Franzose, aber ein großer Teil meines Herzens gehört Deutschland. Wenn die DFB-Mannschaft gewinnt, bin ich glücklich für Deutschland und ein bisschen traurig für Frankreich. Umgekehrt fühle ich dasselbe." Am Ende habe er aber sogar "mehr Freunde im deutschen Team als bei Frankreich". Bei der Equipe Tricolore, aus der er einst im Unfrieden schied, nannte er nur Karim Benzema – und "meine Jungs aus Bayern-Zeiten".

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