Keine Bayern-Transfers im Winter: Verzicht auf kurzfristigen Erfolg zugunsten der Zukunft?

Der FC Bayern will im Winter keine weiteren Spieler verpflichten. Obwohl kurzfristige Ziele durch die vielen Verletzungen und dem angespannten Spielplan in Gefahr sein könnten, bietet dies Trainer Hansi Flick eine einmalige Gelegenheit.
| Sebastian Kratzer
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Will beim FC Bayern auch den langfristigen Erfolg sichern: Hansi Flick.
Will beim FC Bayern auch den langfristigen Erfolg sichern: Hansi Flick. © Bernd Thissen/dpa-Pool/dpa

München - Der FC Bayern will im Winter auf dem Transfermarkt nicht aktiv werden und auf weitere Transfers verzichten. Dies enthüllte die "Sport Bild" in einem Bericht am Dienstag. Neben der sieben Neuzugänge im Sommer sei vor allem der Plan, die aufkommenden Lücken mit Talenten aus der eigenen Jugend zu füllen.

Wie passt dieses Vorhaben mit den ambitionierten Zielen und der angespannten Personalsituation beim Rekordmeister zusammen? Die Münchner sind stark vom Verletzungspech verfolgt und sogar die Spieler, welche die Langzeitverletzten ersetzen sollen, fallen aufgrund von kleinen Wehwehchen immer wieder aus. 

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Bayern-Stars seit Wochen auf dem Zahnfleisch - Sorgenkind Mittelfeld

Zu Beginn der Saison schien es, als könnte der FC Bayern den anstehenden Spielplan sowie mögliche Verletzungen weitgehend auffangen. Teilweise hatte Hansi Flick sogar Probleme, allen Spielern regelmäßig Spielzeit zu verschaffen. Knapp drei Monate später sieht die Sache anders aus.

Die Mannschaft spürt die Nachwirkungen vom langen Sommer und agiert seit Wochen am Limit körperlicher Leistungsfähigkeit. Immer wieder sind Spieler von Muskelverletzungen geplagt und fallen kurzfristig aus. Besonders im Mittelfeld ist die Situation prekär. Joshua Kimmich fehlt seit Wochen aufgrund einer schwereren Knieverletzung und braucht noch ein bisschen Zeit, Dauerbrenner Leon Goretzka muss nun auch erstmal passen. Rotationsspieler wie Corentin Tolisso und Javi Martínez sind ebenfalls seit Wochen zum Zuschauen verdammt und Neuzugang Marc Roca überzeugte bislang nur selten.

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Verletzungsprobleme fordern ihren Tribut

"Wir wissen alle, dass wir aktuell keinen Schönheitspreis bekommen, aber wir liefern Ergebnisse", sagte Hansi Flick vor wenigen Wochen nach dem Spiel beim VfB Stuttgart. Tatsächlich konnten die Bayern trotz der vielen Verletzten lange Zeit die Tabellenführung verteidigen und den Abstand auf die direkten Konkurrenten beibehalten. 

Bis eben zum vergangenen Wochenende. Nach der zweiten sieglosen Partie in Folge (3:3 gegen RB Leipzig, 1:1 bei Union Berlin) verlor man die Tabellenführung an Bayer Leverkusen. Die Gefahr, dass man in den restlichen Spielen vor der Winterpause Punkte auf die Tabellenspitze verliert, ist da. Das direkte Duell gegen die gut aufgelegten Leverkusener steht am kommenden Samstag an. 

"Wir werden alles reinhauen, was wir haben. Das sind wichtige Spiele, große Hindernisse, die wir überspringen müssen. Man kann schon sagen, dass es Big Points wären", sagte Trainer Hansi Flick im Hinblick auf die anstehenden Spiele. Schließlich ist auch dem Trainer bewusst, dass mit dem angeschlagenen Kader eine kräftezehrende Aufholjagd in der Rückrunde in allen drei Wettbewerben nur schwer zu bewerkstelligen wäre. 

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Hansi Flick setzt Plan bereits um

Im Mittelfeld und der Abwehr könnte man aufgrund der oben genannten Umstände durchaus Entlastung vertragen. Angebliche Wunschspieler für die Zentrale wie Florian Neuhaus, Denis Zakaria, Frenkie de Jong oder Eduardo Camanvinga repräsentieren die Alternative Qualität von oben. Aber: Schon in den vergangenen Jahren wurde in der Öffentlichkeit darüber spekuliert, ob die Bayern auf Kosten eines weniger erfolgreichen Jahres mehr Zeit und Ressourcen in die Entwicklung statt in die Aufrüstung des Kaders stecken könnten. 

Der Spagat: Youngster fördern und Qualitätsverlust im Kader vermeiden

Fehler aus der Vergangenheit, Talente aus dem Nachwuchs aufgrund von fehlender Spielzeit ziehen lassen zu müssen, will man nicht wiederholen. Angelo Stiller, der sich, wohl auch wegen fehlender Perspektiven, einem Bericht der "Sport Bild" zufolge im kommenden Sommer der TSG Hoffenheim anschließt, soll eine Ausnahme bleiben. 

Dafür spricht auch der bevorstehende Aufstieg von Supertalent Tiago Dantas in die erste Mannschaft: "Er macht eine gute Entwicklung. Wir müssen natürlich auch schauen, dass er Spielpraxis bekommt", sagte Flick im Hinblick auf die Rolle des jungen Portugiesen.  Der selbst auferlegte Transfer-Stopp wäre der konsequente nächste Schritt in dieser Strategie. Die Frage bleibt nur, ob der Rekordmeister bereits jetzt die Weichen für die Zukunft stellen kann, ohne dabei zu viel Qualität im Kader einzubüßen. 

 

 

 

 

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