Bayerns doppelter Werkstest: Für Flicks Team zählt jetzt nur der Wille

Zum Jahresabschluss geht's für die Münchner in der Bundesliga gegen die ungeschlagenen Wolfsburger und Leverkusener. Coach Hansi Flick kündigt an: "Wir werden alles reinhauen, was wir haben."
| Patrick Strasser
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Hansi Flick will mit seiner Mannschaft sechs Punkte aus den verbleibenden beiden Spielen 2020 holen.
Hansi Flick will mit seiner Mannschaft sechs Punkte aus den verbleibenden beiden Spielen 2020 holen. © imago images / Poolfoto

München - Wolfsburg, der letzte Samstag im Juni. Auf genügend Abstand achtend stehen die Bayern-Profis im beinahe menschenleeren Wolfsburger Stadion diszipliniert um den Mittelkreis, harren der ungewohnten Dinge. Der 30. Titel, der achte hintereinander, wurde zuvor mit einem 1:0-Sieg bei Werder Bremen gesichert. In Wolfsburg gewinnen die Münchner nun mit 4:0 und werden mal wieder als Meister gekrönt.

Aber diesmal ist alles anders. Kein Konfetti, kein Weißbier, kein Flair. Auch die Familien dürften nicht dabei sein bei der kargen Zeremonie. Um 17.34 Uhr sagt DFL-Boss Christian Seifert nach einer kurzen Ansprache: "Manuel, hier ist eure Schale!" Der Bayern-Kapitän muss sich das Ding selbst vom Podest nehmen. Eine schale "Meisterfeier" in Corona-Zeiten.

Die Bayern jubeln über die Meisterschaft.
Die Bayern jubeln über die Meisterschaft. © Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa

Wolfsburg ist unter Trainer Glasner in Top-Form

Bayerns Neunte ist noch gänzlich unvollendet. Der Abo-Meister steht vor dem zwölften Spieltag auf Rang zwei, es ist zum Fremdeln. Ein Punkt hinter Bayer Leverkusen, das am Sonntag das Überholmanöver angesetzt hatte. Und nur drei Punkte vor der noch überraschenderen Überraschungsmannschaft in der oberen Tabellenregion: dem VfL Wolfsburg, Gegner im letzten Heimspiel anno 2020 am Mittwoch (20.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker).

Jenes 4:0 Ende Juni war übrigens - das haben sicher nur Experten und Wolfsrudelmitglieder auf dem Schirm - die letzte Liga-Niederlage des Teams von Trainer Oliver Glasner. Bisher mussten die Wolfsburger noch keine Pleite einstecken (fünf Siege, sechs Remis) – die beste Marke vom Start weg in ihrer Vereinsgeschichte. Gut geheult, Wölfe!

Ebenfalls ungeschlagen: Bayer Leverkusen. Und dorthin müssen die Bayern zum Jahresabschluss am Samstag.

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"Wir haben enorme Qualität und können auch Wolfsburg und Leverkusen schlagen. Unser Fokus liegt auf den beiden Spielen. Wir wollen sechs Punkte holen", sagte Trainer Hansi Flick am Dienstagmittag an der Säbener Straße und schärfte die Sinne seiner Spieler mit den Worten: "Wir werden alles reinhauen, was wir haben." Mit dem (gesunden und fitten) Personal, das sie noch haben. Nach der "Power Saison", O-Ton Neuer, mit englischen Wochen in Dauerschleife, gilt es, sich noch einmal zusammenzureißen. Operation letzte Rille, der Wille zählt.

Gibt's den tabellarischen Totalschaden zum Jahresende?

Auf das Kräftemessen mit dem einen Werksteam folgt also das Duell mit der Werkself. Ein Doppelpack der unangenehmen Sorte für die Münchner mit dem Risiko eines tabellarischen Totalschadens. Am Ende des so erfolgreichen Corona-Jahres mit fünf Titeln und dem Höhepunkt des Champions-League-Triumphes im August stehen noch zwei dicke Prüfungen an: Bayerns Werkstest.

Einerseits droht das weitere Abrutschen in der Tabelle, nachdem die zuletzt zu vielen Remis (1:1 gegen Bremen, 3:3 gegen Leipzig, 1:1 bei Union Berlin) die Pole Position gekostet haben. Die aktuelle Tabelle sei "sehr eng", so Flick, danach hätten "sich alle gesehnt". Wirklich Spannung?

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Andererseits könnte man mit zwei Statement-Siegen der Konkurrenz zeigen: Nicht mit uns! Auch 2021 heißt der Meister: Bayern. "Die beiden Spiele sind für uns wichtige Spiele und große Hindernisse, die wir überspringen müssen. Möglichst mit einem Dreier", wiederholte sich Flick, um es mit anderen Worten noch einmal zu betonten. "In beiden Spielen haben wir alles selbst in der Hand. Wir wollen unbedingt gewinnen. Es wären Big Points."

Die Bayern müssen zu "Werkaholics" werden

Vor der Winterpause, die diesmal den Namen nicht verdient, weil es aufgrund des wie von einer Schiebetür zusammengepressten Terminkalenders infolge der Corona-Verschiebungen bereits am ersten Januar-Wochenende (für die Bayern am 3. Jannuar gegen Mainz) weitergeht. Ein Urlaubchen, mehr ist es nicht.

Mit der Rückkehr am späten Samstagabend aus Leverkusen hat die Mannschaft bis zum ersten Cyber-Training am 28. Dezember frei. Kurzes Stoßlüften für Kopf und Körper. Reisen ist aufgrund des Lockdowns eh nicht drin. "Die Spieler wissen ganz klar, was sie dürfen und was nicht", erklärte Flick, "wir halten uns an die bestehenden Verordnungen. Da gibt es auch für uns keine Ausnahme."

Vor dem allgemeinen Runterfahren über Weihnachten folgt der doppelte Stresstest. Dabei müssen die Bayern zu "Werkaholics" werden.

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