Kehrtwende: Jerome Boateng denkt über Bayern-Verbleib nach

Jérôme Boateng hat in den vergangenen Jahren stets zu den potenziellen Wechselkandidaten des FC Bayern gezählt. Nun könnte Trainer Hansi Flick allerdings für eine Wende sorgen.
| Julian Buhl
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Boateng (rechts) und Flick, der Bundestrainer Joachim Löw jahrelang als Assistent zuarbeitete, kennen sich schon lange, wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister.
Andreas Gebert/dpa Boateng (rechts) und Flick, der Bundestrainer Joachim Löw jahrelang als Assistent zuarbeitete, kennen sich schon lange, wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister.

MünchenKarl-Heinz Rummenigge riet ihm einst, "wieder back to earth" zu kommen, Uli Hoeneß im vergangenen Sommer öffentlich, den FC Bayern zu verlassen. Das hatte Jérôme Boateng eigentlich auch fest vor.

Sein geplanter Wechsel zu Paris Saint-Germain scheiterte 2018 im letzten Moment und nur noch am plötzlichen Veto Niko Kovacs. Seit dessen Entlassung im November erlebt Boateng aber eine Renaissance bei Bayern, ist in der Innenverteidigung an der Seite von David Alaba plötzlich wieder gesetzt. Verständlich, dass bei dem 31-Jährigen deshalb ein Umdenken stattfindet.

Boateng: "Habe Hansi Flick viel zu verdanken"

"Mein Vertrag in München läuft noch bis 2021. Unter Trainer Hansi Flick kann ich mir vorstellen, ihn zu erfüllen", sagte er nun jedenfalls der "Sport Bild". Boateng und Flick, der Bundestrainer Joachim Löw jahrelang als Assistent zuarbeitete, kennen sich schon lange, wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister. Er habe Flick sehr viel zu verdanken, sagte Boateng: "Wäre er nicht jetzt Trainer, wäre ich vielleicht nicht mehr beim FC Bayern."

Gleich zu Beginn seiner Zeit als Chefcoach hatte sich Flick im Individualtraining persönlich um Boateng angenommen, ihm so wieder bisweilen verloren gegangenes Vertrauen und Selbstbewusstsein eingeimpft.

Boateng (rechts) und Flick, der Bundestrainer Joachim Löw jahrelang als Assistent zuarbeitete, kennen sich schon lange, wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister.
Boateng (rechts) und Flick, der Bundestrainer Joachim Löw jahrelang als Assistent zuarbeitete, kennen sich schon lange, wurden 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister. © Andreas Gebert/dpa

Boateng bekommt nun die von ihm vermisste Wertschätzung

"Es ist wie bei Jupp Heynckes, der das wirklich hervorragend gemacht hat mit seiner ganzen Erfahrung. Hansi ist nicht weit weg davon", sagte Boateng kurz vor dem Jahreswechsel im AZ-Interview: "Er geht sehr respektvoll und professionell mit uns Spielern um, gibt jedem das Gefühl, dass er wichtig ist."

Wertschätzung, die er unter Flicks Vorgänger vermisste. "Er kam mit Kovac nicht zurecht, wie einige andere Spieler übrigens auch", sagte Michael Rummenigge, der von 2013 bis Anfang 2016 als Boatengs Berater tätig war, der AZ, "bei dem Hansi hat er sich jetzt wieder komplett stabilisiert."

Für den Bruder von Bayerns Vorstandsboss ist deshalb eine komplette Kehrtwende nicht mehr auszuschließen: "Sein Vertrag gilt noch bis 2021, da ist immer noch Zeit, ihn vielleicht doch noch zu verlängern." Boateng sei nach wie vor "ein super Spieler" und, wie Rummenigge anmerkt, "wirklich ein ganz feiner Junge". Der schon seit 2011 in München zu Hause ist.

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Was wird aus Boateng, wenn Upamecano kommt?

"Der Klub wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. Die Kombination aus Stadt, Fans und Familiengefühl rund um die Mannschaft ist wahrscheinlich einzigartig", sagte Boateng. Also warum all das freiwillig vorzeitig aufgeben? "Es wird auch nicht einfacher, mit 31 und jetzt nach der Corona-Krise einen neuen Verein zu finden. Selbst wenn du ablösefrei bist", prophezeit Rummenigge: "Das wird auch Mario Götze im Sommer jetzt merken."

Einen Haken hat die ganze Sache mit Boateng und der Zukunft beim FC Bayern aber. Der trägt sogar einen Namen und steht längst ganz oben in den Notizbüchern der Münchner: Dayot Upamecano.

Rummenigge sah den Abwehrspieler von RB Leipzig live beim 3:3 im Topspiel in Dortmund: "Da war er überragend." Der Franzose (Vertrag bis 2021) ist erst 21 und wäre im Sommer wohl für 60 Millionen Euro zu haben. "Wenn der Wechsel nach München zustande kommen sollte", sagte Rummenigge, "dann hat es auch ein Jérôme Boateng schwer."

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