"Hochehrgeizig": Bayern-Vorstand Kahn hat volles Vertrauen in titellosen Nagelsmann

Obwohl Julian Nagelsmann ohne einen einzigen Titel im Profi-Bereich zum FC Bayern kommt, sind die Bosse des Rekordmeisters zuversichtlich. "Ich finde es gar nicht schlecht, dass wir einen Trainer verpflichten, der nicht so hochdekoriert ist", sagt Vorstand Oliver Kahn.
| AZ/dpa
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Übernimmt ab 2022 den Vorstandsvorsitz beim FC Bayern: Oliver Kahn
Übernimmt ab 2022 den Vorstandsvorsitz beim FC Bayern: Oliver Kahn © GES/Augenklick

München - Der künftige Bayern-Chef Oliver Kahn bewertet es nicht als Handicap, dass der neue Chefcoach Julian Nagelsmann ohne einen Titelgewinn beim deutschen Rekordmeister antritt. "Ich finde es gar nicht schlecht, dass wir einen Trainer verpflichten, der nicht so hochdekoriert ist, sondern hochehrgeizig", sagte Kahn (51) in einem "Sport1"-Interview, das der designierte Vorstandsvorsitzende gemeinsam mit dem Münchner Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß gab.

Hoeneß über Nagelsmann: "Da mache ich mir keine Sorgen"

"Als Hansi Flick bei uns vor anderthalb Jahren übernommen hat, hatte er zu diesem Zeitpunkt auch nichts gewonnen. Er hat bewiesen, dass man in kürzester Zeit sieben Titel holen kann. Da mache ich mir keine Sorgen", sekundierte Hoeneß (69) mit Blick auf Flick (56), der seinen Vertrag in München zum Saisonende vorzeitig aufgelöst hat und Nachfolger von Joachim Löw als Bundestrainer wird.

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Der 33-jährige Nagelsmann hatte zum Abschluss seiner Zeit bei RB Leipzig mit den Sachsen das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund verloren. Die Münchner verpflichteten ihn für eine zweistellige Millionen-Ablöse und gaben ihm einen Vertrag bis 2026.

"Wir holen ihn, weil wir von seiner Qualität überzeugt sind und er sich sehr stark mit dem Verein identifiziert, das war ein wichtiger Aspekt", erläuterte Kahn: "Es war schon immer ein Traum von ihm, einmal Trainer bei Bayern München zu sein."

Hoeneß mit düsterer Prophezeiung für den Fußball

Nagelsmann soll in München gerade auch junge Spieler entwickeln. Denn wegen der finanziellen Einbußen in Corona-Zeiten sind teure Transfers kaum mehr möglich. "Die nächsten zwei Jahre im Fußballgeschäft werden katastrophal. Das sage ich Ihnen jetzt schon", sagte Hoeneß. Die wirtschaftlichen Defizite bei den Vereinen seien "enorm".

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Konsequenz beim Bundesliga-Krösus. "Es wird keine großen Transfers geben. Können Sie vergessen", sagte Hoeneß: "Das wurde so zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf der letzten Sitzung besprochen." Bayerns Topeinkauf dieses Sommers dürfte damit Leipzigs Innenverteidiger Dayot Upamecano für 42,5 Millionen Euro bleiben.

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