Hamann über den FC Bayern-Stürmer: Lewy ist die beste Nummer neun der Welt

TV-Experte Didi Hamann, der sowohl für die Bayern als auch Liverpool gespielt hat, relativiert seine Kritik an Bayern-Stürmer Lewandowski und spricht über den Showdown an der Anfield Road.  
| Patrick Strasser
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Nach seiner Kritik an Lewandowski geht Didi Hamann nun auf Kuschelkurs.
Sven Simon/imago Nach seiner Kritik an Lewandowski geht Didi Hamann nun auf Kuschelkurs.

TV-Experte Didi Hamann, der sowohl für die Bayern als auch Liverpool gespielt hat, relativiert seine Kritik an Bayern-Stürmer Lewandowski und spricht über den Showdown an der Anfield Road.

München - Treffpunkt im Herzen Münchens. Direkt am Viktualienmarkt lud Sky am Freitagmittag zum Talk mit Didi Hamann (45), TV-Experte des Hauses. Der Ex-Nationalspieler ist prädestiniert als Gesprächspartner vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Bayern beim FC Liverpool am Dienstag (21 Uhr, live im AZ-Liveticker und Sky live), da er für beide Vereine – für die Münchner von 1993 bis 1998, für die Reds von 1999 bis 2006 – aktiv war. Bei dem Spiel ist er auch Co-Kommentator.

Hamann, zuletzt von den Bayern-Bossen wegen seiner Kritik an Mittelstürmer Robert Lewandowski ("Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern wird") heftig angegangen, sprach auch über dieses Thema.

Der Champions-League-Sieger von 2005 (mit Liverpool) sagte über...
...seine Kritik an Lewandowski:
"Robert ist einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Spieler des FC Bayern. Weil er seine Tore gemacht hat, große Verdienste hat, zuletzt auch in den Mannschaftsrat gewählt wurde und nun dritter Kapitän ist, muss er als Vorbild vorangehen. In meinen Augen ist er in einer Phase seiner Karriere, in der er auf die jüngeren Spieler zugehen, sie aufmuntern muss. Mir ist aber diese negative Körpersprache aufgefallen, dieses Abwinken, dieses Gestikulieren – das hält dich von der Sache ab. Wenn du in Liverpool bestehen willst, brauchst du den absoluten Zusammenhalt in der Mannschaft. Ich war sein größter Fan, für mich ist er die beste Nummer neun der Welt. Ich würde ihn nicht tauschen, aber mir sind eben die angesprochenen Dinge aufgefallen. In diesen wichtigen Champions-League-Duellen wie zuletzt in den Halbfinals gegen Real oder Atlético Madrid haben nur Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht. Da war Bayern eigentlich die bessere Mannschaft und ist letztlich ausgeschieden."

"Liverpool war zuletzt etwas am Stottern, Bayern ist gefestigter!"

...Bayerns Duelle mit Liverpool: "Das werden zwei heiße Spiele zweier europäischer Schwergewichte, weil für mich beide Teams auf Augenhöhe sind. Für mich haben die Bayern eine Riesenchance, auswärts ein gutes Ergebnis zu erzielen – das müssen sie auch. Auswärts ist Liverpool sehr gefährlich, sehr konterstark. Ich denke, dass es die Bayern packen, wenn sie in England mindestens ein Tor schießen und nicht verlieren."

...das spielfreie Wochenende der Reds: "Ob das so eine gute Entscheidung war, nach Spanien für ein Trainingslager zu fliegen, wird sich zeigen. Für mich gibt es nichts Wichtigeres für eine Mannschaft als Rhythmus. Als Spieler willst du immer lieber spielen als trainieren – vor allem, wenn es läuft. Liverpool war zuletzt etwas am Stottern, hatte ein paar durchwachsene Spiele, die Bayern wirken etwas gefestigter. Für mich ist die Spielpause ein kleiner Nachteil. Denn: Wenn du so lange Zeit hast, um zu überlegen, kann das auch nicht förderlich sein."

"Ich würde James nicht spielen lassen"

...den Plan, mit dem Bayern ins Spiel gehen sollte: "Wenn du im Mittelfeld die Zentrale nicht besetzt, dann wird es gefährlich. Die Bayern müssen sehr sorgfältig vorgehen, dürfen sich keine dummen Ballverluste erlauben – denn bei Kontern sind sie anfällig. Daher würde ich Javi Martínez spielen lassen, auch wenn er seit längerem nicht mehr in der Top-Form ist. Denn die Erfahrung, die er hat, ist nicht zu unterschätzen. Und du darfst Liverpool keinen Raum geben, du musst dagegenhalten. Die Bayern werden verteidigen müssen, umso tiefer sie stehen, desto besser."

...seine Aufstellung für das Hinspiel: "Hinter Martínez würde ich in der Innenverteidigung auf die Erfahrung von Mats Hummels und Jérôme Boateng vertrauen. Im Mittelfeld würde ich Thiago, Leon Goretzka spielen lassen, James nicht. Auf den Außen Kingsley Coman und Franck Ribéry, den ich in so einem Spiel Serge Gnabry vorziehen würde. Ribéry war in der Vorrunde immer einer der Aktivposten, wenn er gespielt hat, und Gnabry ist in meinen Augen der bessere Einwechselspieler. Vorne natürlich Lewandowski, klar (lacht)."

Lesen Sie hier: Nach Hamann-Kritik - FC-Bayern-Präsident Hoeneß lobt Salihamidzic

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