FC Bayerns dünne Decke - so fatal sind die Ausfälle

Der Meister muss nach dem Sieg in Anderlecht die Ausfälle von Thiago und Arjen Robben verkraften. Der Spanier fehlt sogar längerfristig. "Wir können uns im Moment eigentlich keine Ausfälle leisten".
| P. Strasser
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Muss improvisieren: Heynckes.
dpa Muss improvisieren: Heynckes.

München - Der königliche RSC, der Royal Sporting Club aus dem Brüsseler Stadtteil Anderlecht, trägt im Wappen das Motto: "Mens sana in corpore sano", Lateinisch für: "Ein gesunder Geist (wohnt) in einem gesunden Körper."

Der FC Bayern gewann sein Champions-League-Vorrundenspiel bei den Belgiern trotz schwacher Leistung glücklich mit 2:1, muss jedoch am Tag danach als schwerkrank bezeichnet werden. Er ist mental angeschlagen, genervt. Höchst ungesund verlief der Abend in Brüssel, die Münchner haben zwei verletzte Leistungsträger zu beklagen. Nix corpore sano.

Mittelfeldspieler Thiago hat sich eine schwere Muskelverletzung zugezogen, wegen eines Teilrisses eines Muskels im Oberschenkel wird er lange ausfallen. Bei Arjen Robben (33), wegen "leichter Muskelbeschwerden" ebenfalls vorzeitig ausgewechselt, ergab die Untersuchung einen kleinen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel. Während die Mitspieler am Donnerstag von Brüssel aus mit dem Mannschaftsbus nach Gladbach fuhren, um sich vor Ort auf die Liga-Partie am Samstag bei der Borussia (18.30 Uhr, Sky) vorzubereiten, nahmen der auf Krücken humpelnde Thiago sowie Robben, in Begleitung von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, den Flieger nach München. Dort folgten Untersuchungen. Robben fällt zumindest für das Duell am Samstag aus.

Die ewige Krankenakte Thiagos

Tragischer der Fall Thiago. Dessen Fehlen taxierte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf "wahrscheinlich mehrere Monate". Noch während des Spiels hatte der Spanier das Stadion verlassen. "Thiago hat eine Verletzung von der Länderspielpause mitgebracht. Da waren die Bänder betroffen, aber vor dem Spiel war er beschwerdefrei", berichtete Jupp Heynckes und vermutete, "dass das zusammenhängt". Beim 3:0 gegen Augsburg vergangenes Wochenende hatte der Trainer Thiago daher pausieren lassen.

Nun der Rückschlag und ein weiteres Kapitel in der Krankenakte des Hochbegabten, der 2013 auf speziellen Wunsch von Coach Pep Guardiola ("Thiago oder nix!") vom FC Barcelona nach München gewechselt war. Gleich zu Beginn seiner Bayern-Zeit zog er sich einen Syndesmosebandriss zu: drei Monate weg. Im März 2014 folgte ein Innenbandriss im rechten Knie, der eine einjährige Zwangspause nach sich zog.

Die Absenzen von Thiago und Robben sind bitter für die Bayern, die seit Wochen auf Flügelstürmer Franck Ribéry (Außenbandriss) und Offensiv-Allrounder Thomas Müller (Muskelfaserriss) verzichten müssen. Ribéry-Ersatz Kingsley Coman, hatte das Abschlusstraining am Dienstag wegen einer Sehnenreizung im linken Fuß abbrechen müssen, ist fraglich für Gladbach. Regionalliga-Stürmer Kwasi Wriedt, bisher ein Profi-Einsatz im Pokal, ist dafür aus München nach Mönchengladbach gereist.

Heynckes: "Wir können uns eigentlich keine Ausfälle leisten"

"Wir können uns eigentlich keine Ausfälle leisten. Die Decke wird immer dünner", sagte Heynckes. Wird Robben nicht rechtzeitig fit, bleibt Heynckes beim Gastspiel in seiner Geburtsstadt Mönchengladbach in der Offensive neben Torjäger Robert Lewandowski nur die Real-Leihgabe James Rodríguez, der jedoch kein dribbelnder Außenstürmer, sondern eher spielstarker Mittelfeldspieler ist.

Also wird Heynckes improvisieren müssen. Corentin Tolisso kann rechts offensiv spielen, Juan Bernat, nach seinem Comeback beim 3:0 gegen Augsburg in Anderlecht geschont, links vorne auflaufen. Beides Notlösungen.

Die Bayern gehen am Stock bzw. auf Krücken und müssen sich in die Winterpause schleppen. Sieben Spiele bleiben bis Weihnachten. "Wunderheiler Jupp", der nun neun Erfolge in neun Spielen aufweist, muss auf den anderen reaktivierten Wunderheiler vertrauen: Auf den Mull, auch schon 75, aber jung geblieben wie eh und je. Wie Heynckes, 72, kennt Müller-Wohlfahrt kein Alter, negiert seine Rente. Gebraucht zu werden, selbst im SOS-Einsatz, ist etwas Schönes.

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