FC Bayern startet gegen Atlético Madrid die Mission Triple-Verteidigung

Als amtierender Champion sind die Bayern zum Start der Königsklasse sofort die Gejagten. An den großen Zielen ändert das nichts. Präsident Hainer: "Das Triple zu verteidigen, hat noch keiner geschafft."
| Patrick Strasser
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Wollen auch gegen Atlético Madrid wieder miteinander jubeln:  Thomas Müller und Robert Lewandowski (rechts) vom FC Bayern.
Wollen auch gegen Atlético Madrid wieder miteinander jubeln: Thomas Müller und Robert Lewandowski (rechts) vom FC Bayern. © imago images/Sammy Minkoff

München - Weiter siegen, immer weiter siegen - das könnte das abgewandelte Motto des FC Bayern dieser Tage sein. Zum ersten - und bisher einzigen - Mal in der Historie der Champions League konnte ein Verein in der Vorsaison jedes einzelne Spiel (insgesamt elf) gewinnen.

"Für uns geht es darum, von Spiel zu Spiel zu denken, aber auch das große Ganze im Blick zu haben", sagte Erfolgscoach Hansi Flick, der Titelsammler des Jahres. Am Dienstag betonte er an der Säbener Straße: "Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir die Qualität haben, erfolgreich sein zu können - vielleicht so erfolgreich wie letzte Saison." Inwiefern Serge Gnabrys positiver Corona-Test den deutschen Rekordmeister in seiner Konzentration auf die Partie stört, bleibt abzuwarten. Die Partie findet allerdings nach Angaben der UEFA am Mittwochnachmittag wie geplant statt.

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Lediglich 59 Tage nach ihrem Final-Triumph von Lissabon starten die Bayern am heutigen Mittwoch (21 Uhr, Sky live und im AZ-Liveticker) ins Abenteuer Titelverteidigung - die zuletzt Real Madrid 2017 und 2018 gelang. "Nachdem wir den Thron in Europa bestiegen haben, möchten wir so lange wie möglich da oben in der Sonne bleiben", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Gleich drei Jahre wie die Helden der 70er Jahre von 1974 an? Etwas vermessen, oder?

FC Bayern bei den Buchmachern ganz vorne

Bei den Buchmachern ist Bayern der Topfavorit auf den Titel - vor Manchester City sowie dem FC Liverpool, dem Champion von 2019, der vergangene Saison bereits im Achtelfinale eliminiert wurde. Von wem? Von den Rojiblancos, den Rot-Weißen aus der spanischen Hauptstadt.

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Dieses Atlético Madrid bildet gleich zu Beginn der neuen Königsklassen-Saison, die wegen der Corona-Pandemie vier Wochen später startet als gewohnt, einen unangenehmen Prüfstein, Kategorie echter Gradmesser. "Das wird, gerade was das defensive Bollwerk betrifft, eine ganz andere Hausnummer", betonte Thomas Müller nach der Generalprobe, dem 4:1 bei Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld. Nebenwirkungen des Triples seien, so Müller, dass man in der Vorrundengruppe mit Atlético, RB Salzburg und Lok Moskau "sofort unter Zugzwang" stehe.

FC Bayern: Der Fluch der guten Tat heißt Druck

Diese Bürde kann auch Ansporn sein. Europas Fußballer des Jahres Robert Lewandowski formuliert es positiv: "Wir können in dieser Saison wieder zeigen, dass es weit gehen kann." Oben zu bleiben ist ja bekanntlich im Sport schwieriger, als nach oben zu kommen. "Man ist jetzt in ganz Europa die gejagte Mannschaft, die jeder unbedingt schlagen will", sagte Müller, "sich dagegen immer wieder zur Wehr zu setzen, ist eine enorme Herausforderung."

Ohne Spielmacher Thiago, der sucht nun bekanntlich in Liverpool sein Glück. Und mit einem Kader, der bis auf Top-Neuzugang Leroy Sané lediglich in der Breite verstärkt wurde. Der Nationalspieler befindet sich nach einer Verletzung noch im Aufbautraining. 

"Wir haben genau das, was wir wollten, mehr Optionen", erklärte Flick und betonte: "Ich bin so weit zufrieden." Das kleine Aber folgt: Man habe "jetzt erst eine knappe Woche komplett trainieren können". Für Atlético-Coach Diego Simeone sind "die Bayern ganz klar die Besten von allen.

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FC Bayern: Seit 2003 kein Auftaktspiel der Champions League mehr verloren

Wegen ihrer Power, ihrer Dominanz, ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart." Weil Flick (55), vor Jahresfrist noch Co-Trainer unter Niko Kovac, seine Mannschaft spielerisch und mental auf ein anderes, sehr hohes Level gehoben hat - mit dem Höhepunkt der historischen Abreibung für den FC Barcelona, dem 8:2 im Viertelfinale. Diese Lektion hallt weiter nach - vor allem in Spanien.

Die Bayern dagegen peilen jetzt schon einen Termin im kommenden Jahr an: Das Finale der Königsklasse am 29. Mai 2021 in Istanbul. Zunächst aber soll der Auftakt gelingen. Und loslegen, das können sie in München. Seit 2003 hat man kein Auftaktspiel in Europas höchstem Wettbewerb vergeigt, 16 Mal gewonnen.

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Bayerns Präsident Herbert Hainer, sonst eher für die leisen Töne im Verein zuständig, meinte vor dem Champions-League-Start kraftvoll: "Wir haben uns vorgenommen, das Triple zu verteidigen. Das hat noch keiner geschafft." Es gibt also doch noch Ziele für die Alles-Gewinner aus München...

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