FC Bayern München: Nationalspieler Thomas Müller und sein Neustart

Der letzte Bayer im Team hat seine erste schwache Saison hinter sich. Ob sich das ändert? "Er hat einen Vorteil", sagt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti über Thomas Müller.  
| Maximilian Koch
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In den wichtigen Spielen – wie hier in der Champions League gegen Real Madrid – saß Thomas Müller zuletzt draußen. Aktuell ist Bayerns Nationalstürmer schon wieder im Training. Zuvor hatte er sich Entspannung unter anderem beim Golfen gesucht.
Rauchensteiner,firo/Augenklick, dpa In den wichtigen Spielen – wie hier in der Champions League gegen Real Madrid – saß Thomas Müller zuletzt draußen. Aktuell ist Bayerns Nationalstürmer schon wieder im Training. Zuvor hatte er sich Entspannung unter anderem beim Golfen gesucht.

Der letzte Bayer im Team hat seine erste schwache Saison hinter sich. Ob sich das ändert? "Er hat einen Vorteil", sagt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti über Thomas Müller.

München - Das Kindliche ist Thomas Müller geblieben - in jeder Hinsicht. Via Facebook ließ der Offensivstar des FC Bayern seine Fans wissen, dass die schmerzhafte Daumenverletzung, die er sich Anfang Juni zugezogen hatte, gut verheile.

Die Schiene trage er nur noch zum Schutz, schrieb Müller, es gebe "keine Probleme" mehr: "Wir trainieren intensiv, und alle Jungs geben mächtig Gas. Zum Abkühlen werde ich mir heute Abend ein schönes Eis gönnen."

Wie in Kindertagen: Ein Eis hilft eben gegen alles.

Doch so leicht und locker, wie es gerade den Anschein macht, wird es für Müller in dieser Saison nicht. Der Weltmeister hat die erste unbefriedigende Spielzeit seiner Karriere hinter sich, nur neun Tore gelangen ihm in allen Wettbewerben, dazu 17 Vorlagen. Nach 20 Toren in der Spielzeit 2015/2016 und davor dreimal je 13 Toren blieb seine Ausbeute wie zuletzt 2012 (sieben Treffer) in der Bundesliga wieder einstellig (fünf Treffer).

"Ich bin für Tore zuständig. Es ist meine Aufgabe, offensiv wertvoll zu sein. Darum geht es, Punkt aus", kündigte Müller schon mal an. Was vergangene Saison fast noch schlimmer war als der Verlust des Riechers vor dem gegnerischen Gehäuse: Müller zählte in den wichtigsten Spielen nicht mehr zur Bayern-Startelf – wie zum Teil schon unter Ancelotti-Vorgänger Pep Guardiola.

Im Topspiel gegen RB Leipzig zum Ende der Hinrunde ließ ihn Carlo Ancelotti genauso auf der Bank wie im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid oder im Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund.

"Ich will wieder eine größere Rolle spielen", sagt Müller nun. Doch das wird schwer. Thiago lief Müller bereits im Vorjahr den Rang als Zehner ab, der Spanier ist ein ganz anderer Spielertyp als der 27-Jährige, Ancelotti bevorzugt auf der Position hinter Robert Lewandowski einen spielstärkeren Akteur.

Namhafte Konkurrenz

Müllers Pech: Auf der rechten Außenbahn ist Arjen Robben gesetzt, links Franck Ribéry, zudem holten die Bayern mit Corentin Tolisso einen weiteren Spieler fürs offensive Mittelfeld, der den Konkurrenzkampf verschärft.

Immerhin: Nach dem langen Erholungsurlaub könnte ihm die ausgiebige Vorbereitung helfen. Die großen Konkurrenten Robben, Thiago und Tolisso befinden sich allesamt noch in den Ferien. "Es ist ein Vorteil", sagt Ancelotti.

Lothar Matthäus legt den Bayern nahe, Müller mehr Rückendeckung zu geben. Er sei ein "Gesicht des Vereins", schrieb der ehemalige Bayern-Kapitän in seiner Kolumne für die Sport Bild. Bayern dürfe es nicht riskieren, einen Spieler wie Müller zu verlieren, weil ihn der Trainer zu wenig unterstütze.

100-Tore-Marke im Visier

Ein Abschied in diesem Sommer ist zwar ausgeschlossen, doch Müller, nach dem Rücktritt von Philipp Lahm der letzte echte Bayer im Team, wird sich ganz genau anschauen, wie sehr der Klub, die Bosse und Trainer Ancelotti hinter ihm stehen. Interessenten aus dem Auslang gäbe es schließlich genug.

In der kommenden Spielzeit jagt Müller aber erstmal eine besondere Marke: Nach Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Roland Wohlfahrt und Dieter Hoeneß könnte er der fünfte Bayern-Stürmer werden, der 100 Tore in der Bundesliga erzielt hat. Aktuell steht Müller bei 96 Treffern.

Viel wichtiger dürfte dem gebürtigen Weilheimer aber ein anderes Ziel sein. Müller will bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland als Stammspieler ins Turnier starten. Seit dem Confed Cup gibt es auch in der Nationalmannschaft mehrere starke Rivalen auf Müllers Position (unter anderem Timo Werner, Lars Stindl).

"Für die WM ist für mich entscheidend, was nach Ende Mai 2018 passiert, wenn man sich wirklich darauf vorbereitet", sagte Müller der Bild. Er ist noch entspannt wie beim Eis essen. Noch.

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