FC Bayern München: Hört Kapitän Philipp Lahm im Sommer auf?

Nach knapp 70 Minuten nimmt Ancelotti Lahm vom Feld. Warum? „Da müssen Sie den Trainer fragen“, sagt er genervt. Ist nach dieser Saison Schluss?
| Patrick Strasser
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Gegen Borussia Dortmund nach 67 Minuten raus: Philipp Lahm (l.) neben Trainer Carlo Ancelotti.
dpa Gegen Borussia Dortmund nach 67 Minuten raus: Philipp Lahm (l.) neben Trainer Carlo Ancelotti.

Dortmund - Eine grüne 13 auf der Anzeigetafel des Vierten Schiedsrichters, eine rote 21. Philipp Lahm raus, Rafinha rein. Lahm? Beim Stand von 0:1 in Dortmund? „Philipp ist viel gelaufen, ich wollte einen frischen Spieler bringen“, erklärte Trainer Carlo Ancelotti die Auswechslung des Kapitäns nach 67 Minuten. Lahm selbst konnte sich sein vorzeitiges Zuschauen nicht erklären. Eine Verletzung? „Ich hatte keine Probleme. Da müssen Sie den Trainer fragen.“ Probleme mit dem Trainer etwa?

Nein. Da ist Lahm immer Lahm. „Ich habe seit dem fünften Lebensjahr in einer Mannschaft gelernt, dass man die Entscheidung des Trainers zu akzeptieren hat“, sagte Lahm, etwas schmallippig herausgepresst. Wer geht schon gerne raus bei einem Rückstand? Noch dazu beim Highlight-Spiel in Dortmund? Beim vielleicht letzten Spiel in Dortmund? Wie? Na ja, gut möglich. Außer Bayern muss im DFB-Pokal diese Saison noch in den Signal-Iduna-Park.

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Mehr Pausen für den Kapitän

Lahm selbst hat kürzlich erneut über sein Karriere-Ende gesprochen, einen Abschied, der womöglich ein Jahr vor dem Vertragsende 2018 stattfindet. „Ich würde das nicht ausschließen“, sagte Lahm, am 11. November 33 geworden, kürzlich. Er habe „bereits vor neun Monaten gesagt, dass diese Situation eintreten könnte, und an diesem Gedanken hat sich nichts geändert.“ Auch da ist Lahm immer Lahm. Konsequent bis in die letzte Konsequenz. Erstmals äußerte er sich so im Januar, vor Beginn der letzten Rückrunde unter Trainer Pep Guardiola. Also kann es nicht an Ancelotti liegen, obwohl der ihm mehr Pausen verordnet (auch direkt vor zweiwöchigen Liga-Pausen aufgrund von Länderspielen) und ihn ausschließlich als Rechtsverteidiger agieren lässt.

Am Samstag in Dortmund hätte der italienische Coach, der meist exakt Position für Position tauscht, Rafinha für den schwächelnden Xabi Alonso bringen und Lahm damit ins Mittelfeld stellen können. Mit den Auswechslungen von Joshua Kimmich und Lahm fehlten wendige, dynamische Zentrumsspieler. Bayern kickte fast nur noch über außen, mit Flanken, Flanken, Flanken als ultima ratio. Ancelotti setzt auf weit aufrückende Außenverteidiger, die mit Tempo Richtung Grundlinie marschieren sollen. Daher Rafinha. Das ist nicht zu 100 Prozent Lahms Sache. Als er unter Guardiola wie Linksverteidiger David Alaba in die Mitte rücken sollte, behagte ihm das mehr. Bringt ihn das zum Nachdenken? Lahm geht es auch um den bestmöglichen Abschied wie im Nationalteam mit dem Gewinn der WM 2014 in Brasilien – und um beste Gesundheit.

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Lahm kann mit Beckenbauer gleichziehen

„Ich will mich auf allerhöchstem Niveau messen können und den richtigen Zeitpunkt für mein Karriereende erkennen“, so Lahm, „ich werde meine Zukunft sicher nicht von gewonnenen Titeln am Saisonende abhängig machen, sondern in meinen Körper hineinfühlen.“ Vielleicht ist die Lust auf den Einstieg als Sportdirektor bei Bayern ja schon so groß, dass er die Chance kommenden Sommer ergreifen will. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge rollte ihm bereits den roten Teppich aus: „Philipp ist für den Verein inzwischen mehr als nur der Fußballer.“ Aktuell aber vor allem. Gewinnt Bayern mit Lahm nächsten Samstag gegen Leverkusen, kann er nach Ligasiegen mit Franz Beckenbauer (235) gleichziehen. Kaiserlich.

 

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