FC Bayern München: Das sind die Kader-Pläne für die Zukunft

"Kontinuität und einen schnelleren Torabschluss!" Das fordert Carlo Ancelotti vor dem Spiel gegen Ingolstadt. Doch nach Lahms Rücktrittsankündigung hat Bayerns Trainer viel weitreichendere Probleme.
| Patrick Strasser
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Kapitän Philipp Lahm (l.) hört am Ende der Saison auf, für Trainer Carlo Ancelotti ist das allerdings "ein Problem für die nächste Saison".
Sven Hoppe/dpa Kapitän Philipp Lahm (l.) hört am Ende der Saison auf, für Trainer Carlo Ancelotti ist das allerdings "ein Problem für die nächste Saison".

München - Man könnte die Namen der Mannschaften austauschen, wenn Carlo Ancelotti über den nächsten Gegner spricht. XY sei "eine gute Mannschaft. Sie spielen mit einer hohen Intensität. Es wird schwierig." Sagte der Bayern-Trainer am Freitagmittag. Recht hat er. Der FC Ingolstadt ist ein unangenehm zu bespielender Gegner, laufstark, taktisch gut geschult. Der Samstagnachmittag (Anpfiff 15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) dürfte ungemütlich werden für den Tabellenführer. Als Vorbereitung auf das Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal am Mittwoch dient der FCI jedoch eher nicht.

2:1, 2:1, 1:1 und 1:0 – alle vier Pflichtspiele dieses Kalenderjahres waren eng. Mängel im Spiel(-aufbau) deutlich zu erkennen. Mats Hummels kritisierte, dass "wir teilweise zu statisch spielen", nach einer Führung habe es "ein bisschen was von Verwaltungsmodus" – es erinnert an die Zeiten des guten, alten Ottmar-Hitzfeld-Fußballs. "Wir wollen direkter spielen", forderte Ancelotti und vermisst bei seinem Team "Kontinuität und einen schnelleren Torabschluss".

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Ein souveränes, überzeugendes Spiel, ein hoher Sieg fürs Selbstvertrauen – das würden die Bayern dringend gebrauchen. Auch, um Kräfte und Nerven zu schonen. Doch die zwei (meist) ständigen Begleiter von Pep Guardiola sind weg: die Brüder Glanz und Dominanz. "Es ist immer besser, zu gewinnen und dabei gut zu spielen", sagte Ancelotti und rümpfte etwas die Nase bei dieser Frage. Denn für ihn zählt der Erfolg. Erst Arbeit, dann Show. Bringt Ingolstadt den (spielerischen) Durchbruch?

Was wird aus den Verträgen der Altstars?

Ancelotti setzt auf die Langfristigkeit seines Bayern-Engagements, dennoch muss er sich nach dem angekündigten, vorzeitigen Karriere-Ende seines Kapitäns Philipp Lahm (33) früher mit der Zukunft beschäftigen, als ihm lieb ist. Alle Überzeugungsversuche im Vier-Augen-Talk mit Lahm scheiterten. "Ich bin nicht glücklich damit. Ich habe ihm gesagt, dass er weiter machen kann. Doch Philipp will seinen Job zu 100 Prozent machen, nicht zu 90 Prozent."

Der nächste Gesprächskandidat ist Xabi Alonso (35), ein Eckpfeiler in Ancelottis System. "Er muss sich in den nächsten Monaten entscheiden. Ich hoffe, dass er hier bleibt." Tendenz: Alonso hört auf.

Die Verträge mit den anderen Oldies Franck Ribéry und Arjen Robben (beide 33) und Rafinha (31) hat man um ein Jahr bis 2018 verlängert. Den personellen Umbruch bezeichnete Präsident Uli Hoeneß daher als "vertagt". Wirklich? Ancelotti wischt das Thema galant weg. "Das ist ein Problem für die nächste Saison." Es wird sein Problem werden. Vom Gerüst der Champions-League-Sieger 2013 fehlen Bastian Schweinsteiger und bald Lahm. Das neue Rückgrat der Mannschaft dürften Neuer, Boateng, Hummels, Martínez (je nach Position) – sowie Thiago und Lewandowski bilden. Plus Thomas Müller, die Raumdeuter-Wundertüte. Joshua Kimmich gilt in ferner Zukunft als Lahm-Nachfolger in Sachen Leader-Qualitäten. Und wird länger im Verein bleiben als etwa ein Arturo Vidal. Die Neuzugänge Niklas Süle und Sebastian Rudy (beide aus Hoffenheim) sind zunächst als Ergänzungsspieler eingeplant.

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Vor dem Hintergrund des Lahm-Rückzugs bekommt ein Zitat des Kapitäns aus dem Herbst einen ganz neuen Dreh. "Es sind jetzt einige Spieler in einem Alter, wo man nicht mehr lange auf diesem Niveau Fußball spielen kann, die aber die Mannschaft geprägt haben. Deswegen wird irgendwann ganz klar ein Umbruch anstehen."

Und den wollte er wohl nicht mehr mitmachen.

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