FC Bayern München: Das AZ-Saisonzeugnis für die Chefetage

Im letzten Teil der AZ-Saisonzeugnisse ist die Führungsetage des FC Bayern dran: Wie gut waren die Transfers? Warum kommt kein Sportdirektor? Und was muss Coach Ancelotti besser machen?
| Maximilian Koch
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Vertrauensverhältnis – auch wenn sie sich nicht immer einig sind: Uli Hoeneß (links) und Karl-Heinz Rummenigge.	Rechts: Single-Trainer Carlo Ancelotti.
firo/Augenklick Vertrauensverhältnis – auch wenn sie sich nicht immer einig sind: Uli Hoeneß (links) und Karl-Heinz Rummenigge. Rechts: Single-Trainer Carlo Ancelotti.

München - Was denn nun, liebe Bayern-Bosse: Zufrieden oder nicht zufrieden mit dieser Saison? Bei Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge klang es zuletzt eher nach einem "Ja", bei Trainer Carlo Ancelotti nach einem "Jein" – Präsident Uli Hoeneß hingegen machte kein Geheimnis daraus, dass für ihn ein Titel "auf Dauer ein bisschen wenig" sei, wie er gegenüber der AZ betonte.

Es war eine komplizierte Spielzeit für den Klub nach der Ära Pep Guardiola, auch für die Führungsetage. Wer sich am besten geschlagen hat? Im letzten Teil der AZ-Saisonzeugnisse sind die Chefs dran.

Carlo Ancelotti

Das Triple sollte es sein im ersten Trainer-Jahr des Italieners bei den Bayern, es wurde: das Single, die Meisterschaft. "Die Saison war gut", sagte Ancelotti. Aber: "Wir wollen uns nächste Saison verbessern."

Müssen die Bayern, muss Ancelotti, obwohl er der erste Trainer ist, der in vier der fünf großen europäischen Ligen Meister wurde (Deutschland, England, Italien, Frankreich, nur Spanien fehlt). Die entspannte Art des 57-Jährigen, die den Bayern nach Guardiolas Perfektionsstreben guttut, hat auch ihre Tücken. Nicht alle Stars nahmen es mit der Disziplin so genau, Ancelotti ließ sie gewähren.

Ähnliche Vorwürfe musste sich Jupp Heynckes 2012 anhören. Dann zog er die Zügel an, holte ein Jahr später das Triple. Und Carlo?

Karl-Heinz Rummenigge

Der Vorstandsboss durfte sich auf der Jahreshauptversammlung im November mal wieder über fantastische Zahlen freuen, die Bayern sind kerngesund, steigern ihren Umsatz von Jahr zu Jahr.

Bei Spielerverkäufen lag Rummenigge immer richtig: Sebastian Rode, Mario Götze, Pierre-Emile Höjbjerg, Holger Badstuber, Julian Green – nun Medhi Benatia, der Juventus Turin immerhin 17 Millionen Euro Ablöse wert war: All diese Spieler hätten bei Bayern keine Chance mehr gehabt.

Die Verpflichtung von Mats Hummels war ein Kracher, die von Renato Sanches ein Flop. Und in diesem Sommer? "Seriös" wolle man die Personalplanung angehen, betonte Rummenigge am Montag. "Auch im nächsten Jahr werden wir wieder eine sehr gute Mannschaft haben." Ein bis zwei Topstars sollen kommen.

Uli Hoeneß

Der Mr. FC Bayern feierte ein großes Comeback, als ihn die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung nach seiner Haftzeit wieder ins Präsidentenamt wählten. Es folgte die Rückkehr an die Spitze des Aufsichtsrats, die Hoeneß im operativen Geschäft (Transfers etc.) mit Macht ausstattet. Alles wie früher also – und alles gut?

Nicht immer. Mit Aussagen zu seiner Verurteilung ("Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen"), irritierte das Bayern-Oberhaupt, die angekündigte "Demut" lässt sich bisweilen nur schwer erkennen.

Ärgerlich: Hoeneß und Rummenigge ist es nicht gelungen, einen Sportdirektor zu finden, die Kandidaten Philipp Lahm und Max Eberl sagten ab. Weil das Führungsduo "noch zu tatkräftig" ist, wie Lahm im Stern über Hoeneß sagte? Weil sie keine Macht abgeben wollen?

Michael Reschke

Bayerns Kaderplaner, der sich nach einigen Topentdeckungen den Beinamen "Superauge2 verdient hat, sprach sich für den Transfer von Renato Sanches aus. Ein Jahr zuvor hatte Scout Marco Neppe Sanches bereits in der Jugend von Benfica Lissabon aufgespürt. Sanches kostete extrem viel Geld. 35 Millionen Euro plus X.

Seine Gegenleistung? Sehr wenig bislang. Man darf gespannt sein, wie die Hoffenheimer Niklas Süle und Sebastian Rudy bei Bayern einschlagen. Besonders Rudy ist ein Reschke-Mann.

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