FC Bayern bleibt auch gegen Köln sieglos: Herbstmeister im Winterschlaf

Die Bayern werden beim ersten Heimspiel in 2023 von Köln bereits in der 4. Minute schockgefrostet. Danach rennen die Münchner uninspiriert an - bis Joshua Kimmich per Traumtor sein Team spät erlöst.
| Patrick Strasser
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Trotz des Last-Minute-Remis durch Joshua Kimmich - bayerische Zufriedenheit sieht anders aus: Die Münchner sind mit zwei 1:1 in Folge für Rekordmeister-Verhältnisse mäßig ins neue Jahr gestartet.
Trotz des Last-Minute-Remis durch Joshua Kimmich - bayerische Zufriedenheit sieht anders aus: Die Münchner sind mit zwei 1:1 in Folge für Rekordmeister-Verhältnisse mäßig ins neue Jahr gestartet. © IMAGO/MIS

München - Zehn Siege hintereinander von Mitte Oktober bis zur Unterbrechung der Saison Mitte November durch die WM in Katar- die Bayern flogen im Herbst nur so durch alle Wettbewerbe. Doch diese Leichtigkeit ist im Winter irgendwo und irgendwie abhandengekommen, verflogen.

Der souveräne Herbst- und Hinrundenmeister vergeigte beinahe das letzte Spiel der Hinrunde mit einem tristen Auftritt, rettete durch den Gewaltschuss von Joshua Kimmich in der letzten Minute noch einen Punkt gegen den 1.FC Köln. Die Leipziger, am frühen Abend 6:1-Sieger beim FC Schalke, sind auf vier Punkte Abstand herangerückt.

FC Bayern spielt gegen Köln lange pomadig und zaghaft

Herrschte also doch zu viel Unruhe im Verein nach der Entlassung des langjährigen Torwarttrainers Toni Tapalovic, des engsten Vertrauten von Kapitän Manuel Neuer? So etwas ist natürlich Thema in der Kabine. Genau dort, wo sich der 42-Jährige elfeinhalb Jahre lang aufgehalten hatte. Zum Thema wurde auch der - gestattete - Ausflug von Angreifer Serge Gnabry zur Pariser Fashion Week am trainingsfreien Sonntag. Wenn er dann im Spiel gut ausschaut, kein Problem - so der Tenor bzw.: die Hoffnung.

Nagelsmann hatte seine Startelf gegenüber dem passablen 1:1 bei RB Leipzig nicht geändert, also blieben Thomas Müller und Kingsley Coman zunächst draußen auf der Bank. Bei frostigen Temperaturen um null Grad und eisigem Wind coachte selbst Steffen Baumgart an der Seitenlinie im Hoodie, den er - nun auf Betriebstemperatur - in der 24. Minute abstreifte. Der Typ brennt von innen. Wie seine Spieler. Die Bayern dagegen schockgefrostet, pomadig. Zaghaft, verhalten, in den Zweikämpfen manchmal schlicht gedanklich und körperlich nicht anwesend. Die Kölner griffiger, galliger, baumgartinger.

Schläfrige Bayern gehen schon nach vier Minuten in Rückstand

Die Kölner gingen mit ihrer ersten Chance bereits in der vierten Minute in Führung, weil die Bayern-Verteidigung kollektiv schlief. Eine Ecke von Kainz verlängerte Chabot am ersten Pfosten per Kopf vor Upamecano zum zweiten Pfosten. Dort drückte Skhiri, nach einem Schlag aufs Sprunggelenk lange fraglich, den Ball über die Linie. Zu einfach aus Bayern-Sicht! Und zugleich das erste Heimgegentor von Bayerns neuer Nummer eins Yann Sommer.

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Die Dosis Euphorie hielt bei den 7:1-Siegern gegen Werder Bremen also auch in der Allianz Arena noch an. Und nein, das war keine Karnevalsverkleidung, dieser Auftritt vom Samstagabend in Müngersdorf. Das war das aktuelle FC-Gesicht. "Köln spielt sehr, sehr mutig, immer mit viel Personal vorne rein, sehr geradlinig Richtung Tor", outete Nagelsmann sich Fan der FC-Spielweise, fügte hinzu: "Sympathisch, wenn man mit so offenem Visier spielt. Und der Erfolg gibt ihnen Recht."

Gnabry muss zur Pause raus, Müller schmort lange auf der Bank

Und doch glaubte der 35-Jährige, die Kehrseite der Courage erkannt zu haben. Er machte "grundsätzlich eine gewisse Anfälligkeit" aus, "wenn man so offensiv denkt". Dass es "ein toughes Spiel" werden würde, war ihm durchaus bewusst. Die erste Hälfte der Bayern war mies, auch Gnabry machte keine gute Figur, wurde nach schwachem Auftritt und einigen vergebenen Chancen (mon dieu!) zur Pause von Nagelsmann rausgenommen. Gesprächsstoff ist nun reichlich vorhanden. Müller? Wärmte nicht die Herzen der Zuschauer, sondern nur sich selbst auf. Bis zur Einwechslung in Minute 68. Mit Müller kam die Hoffnung, seinen Kopfball tauchte Schwäbe heraus (80.).

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Wenigstens sorgte Coman mit seinen Dribblings und Flanken für mehr Druck nach der Pause, seinen Versuch entschärfte FC-Keeper Schwäbe (54.). Zuvor hatte Matthijs de Ligt mit einem Weitschuss sein Glück versucht (48.). Sie rannten vergeblich und ohne Fortune an bis Kimmich den Ball zum 1:1 (90.) mit Gewalt und Augenmaß unter die Latte zimmerte - immerhin keine Pleite, aber das zweite Remis hintereinander, wann endet Bayerns Winterschlaf?

Am Samstag wird es nicht weniger schwierig, wenn die ebenso bissigen und galligen Frankfurter zum Rückrundenstart in die Allianz Arena (18.30 Uhr) kommen.

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