Einzelkritik zum FC Bayern: Drei Mal die Fünf und keine Zwei für die Bayern

Der FC Bayern kommt beim SC Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus. Die Abwehr zeigt sich im Breisgau als ständiger Unsicherheitsfaktor und vorne vergibt Robert Lewandowski das mögliche Siegtor - die Einzelkritik zu den Bayern.
| Patrick Strasser
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Freiburg - Die Bayern mit einem unerwarteten Punktverlust im Breisgau. Nur 1:1 beim SC Freiburg – in der Rückrunde überhaupt erst zum zweiten Mal, dass die Münchner Punkte liegen lassen nach dem 1:3 bei Bayer Leverkusen Anfang Februar. Weil Borussia Dortmund sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit noch durch zwei späte Tore mit 2:0 gewinnen konnte, liegt der BVB nun mit zwei Punkten wieder an der Tabellenspitze.

Den frühen Führungstreffer durch den Kopfball von Freiburgs Lucas Höler (3.) konnte Torjäger Robert Lewandowski mit einer artistischen Einzelleistung nach 22 Minuten ausgleichen – mehr war nicht drin für die teils laschen und fahrigen Bayern. Trainer Niko Kovac, der als Coach noch nie gegen die Freiburger hat gewinnen können, musste kurzfristig auf Torhüter und Kapitän Manuel Neuer verzichten, der von Sven Ulreich ersetzt wurde. Lesen Sie hier die Einzelkritik zum Remis der Bayern:

Ulreich steht für Neuer im Tor

SVEN ULREICH, NOTE 3: Weil Nationaltorhüter Manuel Neuer kurzfristig wegen muskulärer Probleme in der linken Wade ausfiel, rutschte sein Stellvertreter in den Kasten. Sein vierter Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Musste nach drei Minuten Hölers Kopfball aus dem Netz holen. Bekam in der Folge endlich was zu halten, konnte sich so ins Spiel reinarbeiten und Sicherheit gewinnen. Ließ sich nach 53 Minuten ein rotes Cap gegen die tiefstehende Sonne bringen.

JOSHUA KIMMICH, NOTE 3:  Versuchte sofort nach dem Rückstand, seine Mitspieler wachzurütteln und gestenreich anzufeuern. Der Rechtsverteidiger immer wieder mit Tordrang und gefährlichen Abschlüssen wie kurz nach der Pause mit
links – doch Schwolow hielt.

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JÈROME BOATENG, NOTE: 5 Soll wohl zum Saisonende den Verein verlassen. In Freiburg beim 0:1 mit einer Teilschuld, weil er zu offensiv im Raum verteidigte. Hatte so seine Probleme mit dem Freiburger Tempo, wurde oft versetzt, einfach zu langsam. Auf der Habenseite: Rettete gegen Frantz' Schuss auf der Linie, verhinderte das 0:2. Nach 73 Minuten ausgewechselt.

MATS HUMMELS, NOTE 4: Anfangs sofort unter Beschuss der Freiburger. Ebenfalls Teilschuld am 0:1. Stand erst bei Haberer, dann rüber zu Höler – zu spät. Stellungsfehler. Sah früh Gelb (5.). Ob ihn das behinderte? Oder die Leistung einfach nicht stimmte. Die Freiburger kamen zu oft und zu einfach an ihm vorbei. Auch seine Außenrist-Pässe in die Spitze kamen nicht an.

Thiago kann Spiel nicht ordnen

RAFINHA, NOTE 5: Da David Alaba wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nicht mitgereist war in den Breisgau, rutschte der Brasilianer wieder auf die Position des linken Außenverteidigers. Solide, aber ohne den wirklichen Esprit nach vorne. Keine Flankenläufe, keine besonderen Anspiele. Plus Stockfehler.

THIAGO, NOTE 5: Weil Trainer Niko Kovac auf Martínez verzichtete, agierte der Spanier auf der Sechser-Position. Versuchte, das konfuse Spiel zu ordnen. Linie reinzubringen. Glückte nicht so recht. Aus Unaufmerksamkeit mit teils schlimmen Ballverlusten.

LEON GORETZKA, NOTE 3: Mit starkem Auftritt letzten Sonntag im Nationaltrikot in Amsterdam. Bei der Aufgabe in Freiburg mit einer entscheidenden Einzelleistung. Machte vor dem Ausgleich den Ball durch ein Zuspiel mit der Innenseite zu Lewandowski scharf. Ansonsten? Ein Kopfballaufsetzer nach James-Flanke strich knapp vorbei. In der Nachspielzeit ging ein Ball von ihm an den Pfosten.

JAMES RODRIGUEZ, NOTE 3: Machte während der Länderspielperiode zwei Spiele für Kolumbien auf einer Asien-Tour, trainierte erst am Donnerstag wieder an der Säbener Straße mit. In Freiburg ballsicher, aber in vielen Aktionen zu lasch und lahm in den Zweikämpfen. Einen guten Schlenzer fischte Schwolow aus dem langen Eck (66.). Dennoch mit feinen Pässen und Seitenverlagerungen.

THOMAS MÜLLER, NOTE 4: Kapitän weil Neuer fehlte. Musste auf der nicht so ganz von ihm geliebten rechten Außenbahn ran: Dort jedoch sehr aktiv, mit einer starken Volley-Vorlage zu Lewandowski, doch die Chance verpuffte. Überholte mit seinem 311. Bundesliga-Einsatz für Bayern seinen Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Nach 55 Minuten ausgewechselt – unterm Strich zu wenig Torgefahr.

Traumtor in Freiburg: Bayern-Star Robert Lewandowski (re.).
Traumtor in Freiburg: Bayern-Star Robert Lewandowski (re.). © imago/DeFodi

Lewandowski trifft akrobatisch

KINGSLEY COMAN, NOTE 4: Der Franzose wurde rechtzeitig wieder fit nachdem er beide Länderspiele der „Equipe tricolore“ hatte absagen müssen. Im Schwarzwaldstadion mit guten Ansätzen und Antritten, doch ohne den letzten Punch und das ganz große Durchsetzungsvermögen. Auch in Halbzeit zwei nur vereinzelt mit gefährlichen Aktionen, musste nach 73 Minuten Ribéry weichen.

ROBERT LEWANDOWSKI, NOTE 3: Akrobatisch, praktisch, sehr gut: Erzielte mit einem feinen Seitfallzieher das 1:1, hatte den Ball zuvor mit dem Rücken zum Tor angenommen (22.). Sein 19. Saisontreffer und zugleich sein 199. Ligator (74 für den BVB, 125 für die Bayern). Doch im Eins-gegen-Eins gegen SCF-Keeper Schwolow konnte der Pole nicht auf 2:1 stellen (77.). Kurz vor Schluss noch mit zwei Szenen, aber ohne das Spielglück für den Siegtreffer.

SERGE GNABRY, NOTE 4: Kovac brachte den Nationalspieler, der mit einem Traumtor beim 3:2 in Holland geglänzt hatte, in der 55. Minute. Der gebürtige Stuttgarter, in Freiburg mit Pfiffen bedacht, mit einem forschen Solo samt Torabschluss – gehalten (71.).

FRANCK RIBÈRY, Ohne NOTE: Kurzer Jokereinsatz für den Franzosen, der in der 73. Minute seinen Landsmann Coman auf der linken Außenbahn ersetzte. Hatte kaum eine Szene, sorgte nicht für Torgefahr. Zu wenig – auch als Joker.

NIKLAS SÜLE, Ohne NOTE: Der Innenverteidiger Nummer eins unter Bundestrainer Joachim Löw ersetzte nach 73 Minuten Boateng, der wohl muskuläre Probleme hatte. Musste kaum eingreifen, das Remis geht nicht auf seine Kappe.

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