Eine Schale zum Abschied: Die Stars haben Flicks Bayern-Aus akzeptiert

Bayern-Trainer Hansi Flick steht nach dem 2:0-Sieg gegen Leverkusen vor dem siebten Titelgewinn in nur 18 Monaten, doch am Saisonende soll Schluss sein. Joshua Kimmich: "Ich hoffe, dass er danach zum DFB geht."
| Maximilian Koch
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Für Hansi Flick wäre es die zweite Schale als Coach der Münchner.
Für Hansi Flick wäre es die zweite Schale als Coach der Münchner. © imago/Lackovic

München - Und plötzlich hatten sich sogar Hansi Flick und Hasan Salihamidzic wieder lieb. Zumindest ein bisschen.

Versöhnliche Atmosphäre beim FCB?

Nach Eric Maxim Choupo-Motings frühem Treffer zum 1:0 (7. Minute) beim 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen klatschten der Trainer und der Sportvorstand des FC Bayern ab, danach schaute Flick fast ungläubig zu Salihamidzic rüber. War das gerade wirklich ein Handschlag?

Flick (r.) und Salihamidzic klatschen ein.
Flick (r.) und Salihamidzic klatschen ein. © sampics/Augenklick

Der Erfolg gegen die Werkself, der 50. insgesamt in der Bundesliga, brachte lange vergessene Emotionen zum Vorschein. Eine versöhnliche Atmosphäre nach dem Zoff der vergangenen Tage. Die Aussicht, mit einem Sieg in Mainz am Samstag den neunten Meistertitel in Serie gewinnen zu können, bringt die verschiedenen Lager bei Bayern wieder näher zusammen.

Meisterschaft wäre der siebte Titel in nur 18 Monaten

"Wir haben zehn Punkte Vorsprung. Also können - und wollen - wir am Samstag den Sack zumachen", sagte Flick. Und Joshua Kimmich, der zum 2:0 traf (13.), meinte: "Die Meisterschaft ist unser Ziel und wir sind ganz nah dran. Auch wenn die Saison nicht perfekt gelaufen ist, können wir uns den Titel schnappen und das ist das Ziel."

Eine Schale zu Hansis Abschied: Darum geht es nun für die Bayern-Stars am Ende der Saison. Es wäre der siebte Titel in nur 18 Monaten unter Flick – einmalig.

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Kimmich will für Flick Vollgas geben

Und deshalb umso tragischer, dass der Coach wegen Streitereien mit Salihamidzic einen neuen Job übernehmen will, übernehmen wird. Flick habe es "verdient, dass man für ihn jeden Tag Gas gibt", sagte Kimmich: "Die letzten 18 Monaten waren die erfolgreichsten in der Geschichte von diesem Verein."

Auch Goretzka zeigt sich bedrückt

Auch Leon Goretzka drückte Dankbarkeit gegenüber Flick aus. "Die ganze Konstellation mit Hansi zusammen motiviert uns einfach, den Fußball, welchen wir die letzten 18 Monate gezeigt haben, in den restlichen Partien abzurufen und weiter Spiele zu gewinnen und dieser Zeit einen würdigen Abschied zu gönnen", sagte der Nationalspieler, den die Nachricht vom nahenden Flick-Abgang "traurig" stimmte.

"Es war eine unfassbar erfolgreiche Zeit, in der sich ein guter Spirit aufgebaut hat." Trotzdem gelte es "für uns alle, das zu akzeptieren", sagte Goretzka: "Unter diesen Bedingungen wäre es auch nicht mehr das Gleiche gewesen."

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Ein Flick-Nachfolger wird bereits gesucht

Während die Nachfolger-Suche schon begonnen hat und Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann weiter der Traumkandidat der Münchner ist, muss Bayern zunächst eine Lösung mit Flick finden, der seinen bis 2023 laufenden Vertrag auf keinen Fall erfüllen will. "Jetzt hoffe ich natürlich, dass wenn er im Sommer geht, er danach Trainer beim DFB wird", sagte Kimmich, der als deutscher Nationalspieler davon profitieren würde.

Doch dafür müsste der DFB wohl eine Ablöse an Bayern zahlen, was der Verband bislang ausschließt. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hofft inständig, dass eine "vernünftige Lösung" gefunden wird. "Hansi Flick und die Bayern haben jetzt so viel erreicht", sagte der Kaiser der "Bild". Vorstand Oliver Kahn kündigte an, "dass wir nach dem Spiel in Mainz das Gespräch mit Hansi Flick suchen werden". In den Tagen nach der geplanten Meisterfeier im kleinen Kreis.

Flick und die Bayern: Noch vier gemeinsame Spiele

Fest steht schon jetzt, dass Bayern Flick sehr vermissen wird. Fans, Spieler, der Klub insgesamt. "Wir werden hart arbeiten müssen, um den FC Bayern so erfolgreich zu halten", erklärte Kahn.

Und Präsident Herbert Hainer versicherte beim ersten Mitglieder-Dialog des Rekordmeisters: "Ich bin mir sicher, dass sie die Ereignisse der letzten Tage berühren. Glauben Sie mir: Wir wollten natürlich den Hansi Flick nicht so einfach gehen lassen."

Doch die Gräben zwischen dem Trainer und Salihamidzic sind zu tief, Jubelszenen wie am Dienstagabend wird es bald nicht mehr geben. Vier gemeinsame Spiele sind es noch.

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