Eine Frage der Einstellung: FC Bayern muss gegen den Angstgegner gewinnen

Nach der Gala in der Champions League muss der FC Bayern auch in der Liga überzeugen - sonst droht der Verlust der Tabellenführung. Mit Köln kommt der Angstgegner. Flick: "Wir wollen an Lazio anknüpfen."
| Maximilian Koch
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Vorbereitung auf das Duell mit dem Angstgegner: Die Profis des FC Bayern beim Training an der Säbener.
Vorbereitung auf das Duell mit dem Angstgegner: Die Profis des FC Bayern beim Training an der Säbener. © imago images/Philippe Ruiz

München - Der Hansi und der Litti. Anfang der 1990er-Jahre machten die beiden Mittelfeldspieler zusammen Köln unsicher. Wobei es damals noch deutlich größere Partykönige als Hansi Flick und Pierre Littbarski gab. "Hansi hat überhaupt keinen Alkohol getrunken, genau wie ich", erinnerte sich Littbarski in dieser Woche bei Sport1. "Ich glaube, das ist auch heute noch so: Wenn es ans Feiern geht, dann ist er hintendran."

Littbarski: Flick brachte das "Bayern-Gen" einst nach Köln

Flick, der sich gelegentlich mal ein Glas Wein und bei Titelgewinnen Co-Trainer Hermann Gerland zuliebe einen Whiskey-Cola gönnt, stand von 1990 bis 1993 beim 1. FC Köln unter Vertrag. Wegen mehrerer Verletzungen und seines vorzeitigen Karriereendes im Alter von nur 28 Jahren war es eine schwierige Zeit. Aber auch eine unvergessliche - und zwar für beide Seiten. Flick habe das "Bayern-Gen" nach Köln gebracht, sagte Littbarski, der mit Flick eine Fahrgemeinschaft bildete: "Er war so ein bisschen wie Kimmich heute, der versucht, immer besser zu werden. Hansi wusste, was er konnte - und was nicht. Das ist ganz entscheidend."

Bayern bewältigte Bundesliga-Alltag zuletzt nur unbefriedigend

Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky live und im AZ-Liveticker) könnten die Münchner den Mentalitätsspieler Flick vielleicht ganz gut gebrauchen. Denn nach der Gala in der Champions League mit dem 4:1-Sieg bei Lazio Rom steht nun wieder der Bundesliga-Alltag an. Und den bewältigte Bayern zuletzt nur unbefriedigend. 3:3 gegen Bielefeld, 1:2 in Frankfurt - bei einem weiteren Patzer droht der Verlust der Tabellenspitze. RB Leipzig könnte mit einem Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach vorbeiziehen.

"Wir sind zwei Punkte vorne, alles andere interessiert mich aktuell nicht", sagte Flick in Mia-san-mia-Manier zu den Meisterchancen des Konkurrenten aus Leipzig.

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Seine Botschaft war klar: Nur der FC Bayern selbst kann den FC Bayern auf dem Weg zur neunten Schale in Serie aufhalten. Doch er spüre bei seiner Mannschaft "den Willen, erfolgreich zu sein", erklärte Flick. Sein Team habe "genau die Einstellung, die man braucht, um eine Saison gut zu Ende zu spielen. Wir wollen da anknüpfen und weitermachen wie gegen Lazio."

Goretzka: "Matchday-Modus" wieder auf den Platz gebracht

Genau das schaffte Bayern nach herausragenden Leistungen in dieser Saison aber nicht immer. Eine Frage der körperlichen wie mentalen Frische - und der Einstellung. Umso wichtiger für Flicks Team, dass es neben "Mentalitätsmonster" Kimmich noch weitere Stars gibt, die man nicht extra motivieren muss. Torhüter Manuel Neuer zählt dazu, natürlich auch Rückkehrer Thomas Müller und er: Leon Goretzka.

Bayerns Kraftpaket zeigte bei seinem Startelf-Comeback gegen Lazio sofort wieder eine überzeugende Leistung. "Er ist mittlerweile einer der wichtigsten Spieler, wenn nicht sogar der wichtigste Spieler der Bayern", schwärmte Sky-Experte Dietmar Hamann von Goretzka. Der Gelobte selbst forderte nach dem Lazio-Spiel: "Wir haben es geschafft, wieder den Matchday-Modus auf den Platz zu bringen. Das war ein erster guter Schritt in die richtige Richtung."

Vor Duell mit Bayern: Forsche Töne von Kölns Coach Gisdol

Freilich müssen jetzt weitere folgen. Am nächsten Wochenende steht bereits das Topspiel gegen die wiedererstarkten Dortmunder an, am 3. April reisen die Münchner dann zum direkten Titelduell nach Leipzig. Dazwischen liegen noch das Rückspiel gegen Lazio (17. März), die Bundesliga-Partien in Bremen (13. März) und gegen Stuttgart (20. März) sowie die Länderspielpause.

Doch zunächst gilt der Fokus allein Köln. Und da ist Vorsicht geboten. Die Kölner haben in dieser Saison in Dortmund und bei Borussia Mönchengladbach gewonnen und zudem ein 0:0 bei RB Leipzig geholt. Damit nicht genug: Sie sind Bayerns Angstgegner. Gegen kein Team verloren die Münchner in der Bundesliga so viele Heimspiele (neun) wie gegen den Effzeh, gegen keinen anderen Klub ist die Siegquote zuhause so niedrig (50 Prozent). Entsprechend forsch sagte Köln-Trainer Markus Gisdol vor dem 100. Duell mit Bayern: "Sie haben zuletzt gezeigt, dass sie Menschen sind, keine Maschinen." Flicks Team will das Gegenteil beweisen.

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