Drittteuerster Einkauf der Klubhistorie: So viel soll Díaz dem FC Bayern jetzt wert sein

Während die Stars des FC Bayern noch bis zum kommenden Montag ihren Sommerurlaub genießen, hat Luis Díaz die Vorbereitung bereits begonnen. Und wie. Der Kolumbianer schuftet aktuell Tag für Tag in der Hitze von Hongkong, er ist mit dem FC Liverpool zur Marketing-Tour nach Asien gereist. Dort trainieren die Reds bei 32 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit – eine schweißtreibende Angelegenheit. Díaz zieht voll mit, klar, er ist Profi und will sich körperlich in Bestform bringen. Dabei hat er den Liverpool-Verantwortlichen längst mitgeteilt, dass er zum FC Bayern wechseln möchte. Am liebsten schon in den nächsten Tagen.
FC Bayern braucht Verstärkung
Bis zu 80 Millionen Euro soll der 28-Jährige Bayern wert sein, was viel Geld ist für einen Spieler, der keinen ähnlich hohen Wiederverkaufswert haben dürfte. Im Gespräch ist ein Vierjahresvertrag bis 2029, Díaz könnte circa 14 Millionen Euro brutto pro Jahr verdienen. Bei Liverpool sollen es aktuell vier Millionen netto sein. Der FC Bayern zahlt bekanntlich gut, das hat sich in Europa herumgesprochen. Und das macht die Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen nicht leichter. Ebenso wie der Fakt, dass es bei Bayern in den vergangenen Jahren viele Wechsel auf der Trainerposition und im Management gab. "Viele Trainer sind gekommen und gegangen. Damit haben sich die Philosophien, die Ideen immer wieder auch verändert, auch der Kader", sagte Ex-Vorstandschef Oliver Kahn bei Sky. "Es fühlt sich immer wie so ein ständiger Kaderumbruch an."
Díaz wäre sehr teuer
Stimmt. Díaz wäre nach Lucas Hernández (80 Millionen Euro) und Harry Kane (95 Millionen) der drittteuerste Einkauf der Klubhistorie - und anders als der Franzose Hernández, der vier durchwachsene Jahre bei Bayern verbrachte, soll Díaz eine prägende Rolle einnehmen. Nach AZ-Informationen hat der Angreifer, der am liebsten im linken offensiven Mittelfeld spielt, seinen dringenden Wunsch bei den Liverpool-Bossen hinterlegt, das nächste Angebot des FC Bayern anzunehmen. Im dritten Anlauf soll der Wechsel klappen, nachdem die Engländer zwei Offerten abgelehnt hatten. Das zweite Angebot lag bei 67,5 Millionen Euro.
Nach AZ-Informationen werden es die Münchner nun mit einem weiteren Angebot probieren. Intern ist man optimistisch, dass der Deal klappt, auch wenn es noch einige Tage bis zur Einigung mit den Reds dauern dürfte. Wichtig: Liverpool hat die Bereitschaft signalisiert, Díaz abzugeben, wenn der Preis stimmt. Der Klub möchte Geld einnehmen durch Verkäufe. Wie bei Díaz. Liverpool hat inzwischen Hugo Ekitiké von Eintracht Frankfurt für die Offensive verpflichtet. Und zuvor schon Florian Wirtz.

Geduld bei Woltemade gefragt
Der Kolumbianer Díaz, ein Wunschspieler von Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany, würde den Münchnern sofort weiterhelfen im Angriff. Dort fällt Jamal Musiala nach seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM noch monatelang aus, Thomas Müller, Leroy Sané und Mathys Tel haben Bayern verlassen. Aktuell würden Michael Olise (rechts), Serge Gnabry (zentral) und Kingsley Coman (links) die Positionen hinter Mittelstürmer Kane ausfüllen. Daran sieht man, dass Bayern dringend Verstärkung braucht. Und zwar doppelt.
Neben Díaz ist Stuttgarts Nick Woltemade der zweite Wunschspieler. Bayern ist sich mit dem 23-Jährigen seit Wochen einig, doch der VfB verweigerte bislang jegliche Gespräche mit der Bayern-Spitze um Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. Daher haben sich die Münchner vorerst zurückgezogen (AZ berichtete), sie warten auf ein Signal der Schwaben. Ob dies in der nächsten Woche kommt? Stuttgart absolviert ab Montag ein Trainingslager am Tegernsee, der Weg wäre kurz. Deutlich kürzer jedenfalls als bis nach Hongkong.