Perfekt! FC Bayern verlängert mit Eberl und Freund – warum an der Agenda 2029 kaum Zweifel bestehen

Vincent Kompany war der erste Baustein. Der Vertrag des Erfolgstrainers, zunächst nach der überraschenden Verpflichtung im Sommer 2024 bis 2027 datiert, war von den Bayern-Bossen in einem geschickten Schachzug im Oktober 2025 bereits um weitere zwei Jahre bis Sommer 2029 verlängert worden. Und an der Personalie Kompany hängt so einiges. Etwa die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl, der damals federführend war bei der Verpflichtung des belgischen Trainers.
Dessen Zukunft wurde am Dienstagnachmittag auf der Aufsichtsratssitzung diskutiert und letztlich erwartungsgemäß fixiert. Mit einem neuen Vertrag bis Ende Juni 2029.
Matthäus über Eberl: "Nicht alles hat den FCB-Bossen gefallen. Das hat sich geändert"
"Die Transfers von Díaz oder Olise waren super. Tah und Bischof sind ablösefrei (im Juni 2025 wurden lediglich zwei Millionen Euro bzw. 300.000 Euro Ablöse für die vorzeitige Freigabe wegen der Klub-WM in den USA bezahlt, d. Red.) gekommen. Eberl hat auch Kompany geholt, den vorher keiner auf dem Schirm hatte", sagte DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky. Für den Ex-Bayern wird Eberls Vertrag "zurecht" verlängert. Matthäus: "Nicht alles, was Eberl gemacht hat, hat den FCB-Bossen gefallen. Das hat sich geändert: Eberl macht einen tollen Job."
Wer entscheid über Eberls Zukunft? Pro forma der neunköpfige Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Herbert Hainer, dem Vereinspräsidenten. Der 72-Jährige fungiert zugleich als Chef des fünfköpfigen Präsidialausschusses des Rekordmeisters, der die Personal-Entscheidungen des Vorstands vorbereitet. In dieser Rolle gab Hainer bereits Anfang August grünes Licht. Daumen hoch, Eberl darf bleiben.

Nun musste der Aufsichtsrat dies nur noch absegnen. Formsache – denn: Im Präsidialausschuss sitzen neben Hainer die Bosse der drei Anteilseigner der AG (Adidas AG, Allianz SE, Audi AG) und Vereinspatron Uli Hoeneß, wie das Sponsoren-Trio Mitglied im Aufsichtsrat. Somit hatte Eberl schon fünf von neun Stimmen fix. Die von Hoeneß, dem Ehrenpräsidenten, hat sich Eberl seit seinem Amtsantritt am 1. März 2024 hart erarbeiten müssen.
Eberl ging seinen Weg, passte seine Arbeitsweise an
Der 52-Jährige stand zwischenzeitlich vor dem Aus, mindestens auf der Kippe. Die Kritikpunkte: Alleingänge in Transferfragen. Zu spät und daher zu teuer getätigte Einkäufe sowie für manche Stimmen im Verein (viel) zu kostspielige Vertragsverlängerungen mit Jamal Musiala, Alphonso Davies, Joshua Kimmich und Dayot Upamecano was Handgelder und Gehälter betrifft. Hoeneß forderte einen Sparkurs und üppige Erlöse bei Spielerverkäufen.
Der Sportvorstand ging seinen Weg, passte seine Arbeitsweise an. Durch eine intensivierte Nähe zu Vereinspatron Hoeneß und Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge, der Eberls Wirken lange kritisch gesehen hat, sowie mehr Transparenz und Teamgeist bei seinen Entscheidungsprozessen und eine harmonischere Zusammenarbeit mit Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (58). Das Duo hat in Transfers gute Doppelpässe gespielt.
Auch Dreesen, seit den turbulenten Tagen Ende Mai 2023 Vorstandschef, als damals das Duo Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić entlassen wurde, darf bleiben, sein Vertrag wurde ebenfalls über den Sommer 2027 um zwei Jahre verlängert.

"Kontinuität sorgt für Orientierung, Stabilität verschafft Stärke", sagte Hainer nun über die Verlängerungen: "Beides brauchen wir, um den FC Bayern auf höchstem Niveau konsequent weiterzuentwickeln."
Auch Freund winkt grünes Licht bis 2029
Der Dritte im Bunde: Sportdirektor Christoph Freund (49), mit dessen Arbeit man im Verein sehr zufrieden ist, soll ebenfalls langfristig gehalten werden – mindestens bis 2029. Gemeinsam mit Jochen Sauer, Direktor Nachwuchsentwicklung, soll Freund, der einen engen Draht zu den Spielern hat, für die Talentschmiede Bayern Campus verantwortlich sein. Über Freunds Zukunft entscheidet jedoch der Vorstand, nicht der Aufsichtsrat. Auch hier winkt grünes Licht.
Bayerns Agenda 2029. Man setzt auf Kontinuität. Der Zeitrahmen der Bosse-Struktur sitzt. Und die Führungsriege könnte bald wieder ein großes Highlight erleben: Schließlich findet 2028 wieder einmal ein Champions-League-Finale in München statt. Andere Bewerber als die Allianz Arena gibt es nicht.