Der Bayern-Kader an seinen Grenzen: Ein Star macht Hoffnung

Das 3:3 der Bayern nach einem 0:2 gegen Bielefeld ist der Mentalität geschuldet. "Das war sensationell", sagt Trainer Flick. Doch die Personalsituation ist vor den Spielen gegen Frankfurt und Rom angespannt.
| Patrick Strasser
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In der Abwehr um Niklas Süle (l.) und Lucas Hernández (r.) sind die Bayern derzeit recht gut aufgestellt, in der Offensive sieht die Lage wegen der vielen Verletzten aktuell anders aus. Joshua Kimmich (m.) dürfte bald seinen Mittelfeld-Partner Leon Goretzka zurückbekommen.
In der Abwehr um Niklas Süle (l.) und Lucas Hernández (r.) sind die Bayern derzeit recht gut aufgestellt, in der Offensive sieht die Lage wegen der vielen Verletzten aktuell anders aus. Joshua Kimmich (m.) dürfte bald seinen Mittelfeld-Partner Leon Goretzka zurückbekommen. © Adam Pretty/Getty Images Europe/Pool/dpa

München - Wie nah die Arminia aus Bielefeld an der Sensation im Münchner Schneegestöber wirklich war, verdeutlicht ein Blick in die Statistik. Vor Anpfiff sagten die Daten des Grauens für die Ostwestfalen, dass die Arminia lediglich eines ihrer 18 Pflichtspiele beim FC Bayern (darunter nur zwei Remis) gewinnen konnte – und zwar im März 1979 mit 4:0.

Sextuple-Trainer Flick: "Wir können mit dem Punkt zufrieden sein"

Die letzten neun Bundesliga-Gastspiele wurden sämtlich verloren. Und auch aus Sicht der Gastgeber wäre eine Heimniederlage ein höchst seltenes Naturschauspiel gewesen, denn: Die Bayern waren zuvor seit 19 Bundesliga-Heimspielen ungeschlagen (drei Remis) geblieben, zudem nur einmal in ihren letzten 45 Partien gegen einen Aufsteiger (zwei Unentschieden) gepatzt. Dem gegenüber steht nach der erfolgreichen Aufholjagd der Bayern eines 0:2 und 1:3-Rückstands die Aussage von Sextuple-Trainer Hansi Flick: "Unter dem Strich müssen und können wir mit dem Punkt zufrieden sein."

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Welch' Ritterschlag für den Tabellensechzehnten. Der Abo-Meister, bei immer noch fünf Punkten Vorsprung auf RB Leipzig auf dem Weg zur neunten Meisterschaft in Serie, wird den doppelten Punktverlust verschmerzen können. Der physische wie mentale Leistungsabfall nach dem Titelgewinn der Klub-WM samt Rückreise aus Katar und dem extremen klimatischen Unterschied war einkalkuliert.

"Die Mentalität in der zweiten Halbzeit war sensationell. Es ist wichtig, den Glauben zu haben, dass man das Spiel nach 0:2 noch biegen kann", freute sich Flick: "Nach der langen Reise und den Spielen so zurückzukommen, sehe ich sehr positiv."

Douglas Costa verletzt: Personalsituation angespannt

Viel mehr auf die Stimmung drückt die personelle Situation – insbesondere vor den beiden kommenden Herausforderungen. Am Samstag geht's zur Frankfurter Eintracht, die seit zehn Ligaspielen ungeschlagen ist (bei nur zwei Remis), am Dienstag darauf startet die K.o.-Runde der Champions League mit dem Auswärtsspiel bei Lazio Rom. Beides wegweisende Partien – mit geschrumpftem Kader. Auf acht Profis hatte Flick gegen Bielefeld verzichten müssen, besonders die Ausfälle von "Spielertrainer" Thomas Müller (nach Corona-Infektion in Quarantäne) und Angreifer Serge Gnabry (Muskelfaserriss) schmerzen.

Da nach der frischen Verletzung von Douglas Costa, der einen Haarriss im rechten Mittelfußknochen erlitt, noch ein weiterer Flügelstürmer fehlt, musste Flick in der Zentrale improvisieren, da Kingsley Coman und Leroy Sané auf den Außen gebraucht werden. Doch das Experiment mit Eric-Maxim Choupo-Moting als Unterstützung von Mittelstürmer Robert Lewandowski (Flick: "Wir wollen das mal ein bisschen anders interpretieren, die sollen sich abwechseln") misslang.

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Flick über die Offensive: "Wir müssen das Beste draus machen"

Ebenso wie der erneute Versuch von Bouna Sarr, sich als Rechtsverteidiger-Alternative zu präsentieren. Der Franzose, im Oktober verpflichtet, blieb den Tauglichkeitsnachweis wieder schuldig, sodass Joshua Kimmich nach einer knappen Stunde doch noch ran musste. "Ihn wollte ich nicht spielen lassen, weil er nach seiner Verletzung jedes Spiel gemacht hat und einfach eine Pause gebraucht hat oder hätte", sagte Flick ein wenig geknickt: "Wenn man so viele Ausfälle hat, kommt jeder Kader irgendwann an seine Grenzen. In der Offensive hakt es aktuell. Wir müssen das Beste draus machen." Bayern und seine Grenzen – ein schwieriges Thema dieser Tage.

Der Dienstag brachte ein paar Lichtblicke an der Säbener Straße. Goretzka und Javi Martínez, beide im Aufbautraining nach Corona-Quarantäne, konnten wieder mit dem Team trainieren und stehen wohl am Samstag in Frankfurt im Kader. Ebenso Jérôme Boateng, der voll mittrainierte. Gibt er nach seinem persönlichen Schicksalsschlag grünes Licht, rückt er ins Aufgebot. Weiter fehlen werden Gnabry, Tanguy Nianzou (beide Lauftraining), Costa, Müller und Ersatztorhüter Alexander Nübel.

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