Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Nagelsmann und Rose - die Clasico-Debütanten

Für Bayern-Trainer Julian Nagelsmann und seinen Dortmunder Amtskollegen ist es der erste Liga-Gipfel zwischen Bayern und dem BVB. Anspruch, Standing, Zukunft - die AZ vergleicht beide Chef-Trainer.
| Patrick Strasser
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Marco Rose (links) und Julian Nagelsmann erleben am Samstag ihren ersten Klassiker.
imago images/Sven Simon Marco Rose (links) und Julian Nagelsmann erleben am Samstag ihren ersten Klassiker.

München - Bayerns Julian Nagelsmann war zu Scherzen aufgelegt am Freitagmittag an der Säbener Straße. Hier ein Späßchen, da ein Witz - alles wie immer beim Trainer des Rekordmeisters. Selbst vor dem deutschen Clásico, dem Kräftemessen mit dem Verfolger Borussia Dortmund diesen Samstag (18.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker).

"Ich habe am Donnerstag schon gemerkt, dass es ein bisschen mehr kribbelt", meinte Nagelsmann (34), "es ist ein Top-Spiel und die Vorfreude sehr groß. Wir fahren die Spannung ein wenig hoch, wollen es aber auch nicht übertreiben. Wir werden nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen in den Flieger steigen - das dürfen wir ja auch gar nicht."

Rose: "Wir wollen den Bayern natürlich wehtun"

Eine Stunde später sprach Marco Rose (45), dank Ausstiegsklausel in seinem bis 2022 laufenden Vertrag bei Borussia Mönchengladbach für fünf Millionen Euro vom BVB verpflichtet, und ließ Mut erkennen: "Wir haben es bis hierhin geschafft, dranzubleiben, den Abstand gering zu halten. Jetzt haben wir sie in unserem eigenen Stadion im direkten Duell - und da wollen wir ihnen natürlich wehtun, wollen versuchen, die drei Punkte hier zu lassen." Um selbst Tabellenführer zu sein.

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Fünf Monate erst sind die jeweiligen Wunschtrainer ihrer Klubs (Nagelsmann kostete Bayern die Trainerweltrekord-Ablöse von rund 20 Millionen) schon im Amt, nun treffen sich die Hoffnungsträger nach der Ouvertüre DFL-Supercup, den Bayern Mitte August mit 3:1 in Dortmund gewann, zum Liga-Topspiel.

Beide haben bereits turbulente Zeiten samt Crashkursen zum Binnenleben der Klubs erlebt, sich aus Wettbewerben und damit von Titelträumen (Bayern aus dem DFB-Pokal, Dortmund aus der Champions League) verabschieden müssen.

Der Klassiker wird richtungsweisend im Meisterrennen

Das Duell am Samstag wird die bisher schwierigste Prüfung für beide Trainer, weil der Ausgang einen Trend in Richtung Meisterschaftskampf vorgibt. Eine Gegenüberstellung ihres bisherigen Wirkens:

Ihr Anspruch: "Gut zu spielen und die Spieler weiterentwickeln", formulierte es Nagelsmann - wohlwissend, dass in München nur peripher solch weiche Fakten zählen, sondern in erster Linie harte Fakten, also Titel. Sein Detailwissen und die perfekte Gegneranalyse beeindrucken die Mannschaft und Vorstandsboss Oliver Kahn, der lobt: "Es ist doch sehr, sehr schnell gegangen, dass man seine Handschrift erkennt. Ich hätte schon geglaubt, dass er etwas länger braucht."

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Rose überzeugt mit direkter Ansprache die Kabine, zehn Siege aus 13 Bundesliga-Partien sprechen für ihn. Im krassen Gegensatz dazu steht das schmerzhafte, weil zu frühe Königsklassen-Aus in der Vorrunde.

Nagelsmann und Rose passen charakterlich zu ihren Klubs

Ihr Standing: Als Typen kommen beide mit ihrer lockeren, sympathischen Art im Verein und bei den Fans gut an. Während Rose sich auf die sportlichen Belange konzentrieren kann, gab Nagelsmann zuletzt auch den Außenminister des Vereins. "Dass er ein sehr guter Coach ist, ein System-Entwickler und junge Spieler besser machen kann, wusste man vorher", sagt Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus, "wie er sich zuletzt als einziger allen Themen gestellt hat, war unglaublich - das hat mich beeindruckt."

BVB-Klubchef Hans-Joachim Watzke betonte kürzlich, dass Rose "hervorragend zum Klub passt". Allerdings müsse sich der Coach "noch ein bisschen an diese ganzen Dinge gewöhnen, die um Borussia herum passieren. Das hat er mittlerweile auch alles gut auf dem Schirm. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit ihm."

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BVB-Coach Rose soll Bayerns Meisterserie beenden

Ihre Zukunft: Nagelsmann soll nach Erfolgstrainer Hansi Flick (sieben Titel in 20 Monaten) nicht weniger als eine Ära prägen, dafür erhielt er - auch als Symbol an die Spieler und nach außen - einen Fünfjahresvertrag. Doch andererseits darf er nicht der Trainer werden, der nach neun Meisterschaften in Serie als derjenige in die Geschichte eingeht, der Titel Nummer zehn NICHT gewinnt. Rose hat einen Vertrag bis 2024.

Mit Erdin Terzic (39), der vor knapp einem Jahr als Interimstrainer für den gescheiterten Lucien Favre übernahm und den Pokal gewann, hat der BVB ein Sicherheitsnetz. Im Fall der Fälle könnte der Technische Direktor auf die Trainerbank zurückkehren.

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